Über den Rottweiler
AllgemeinesFCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde Sektion 2: Molossoide / 2.1 Doggenartige Hunde Größe: 61 bis 68 Zentimeter (Rüden); 56 bis 63 Zentimeter (Hündinnen) Farben: Schwarz mit rotbraunen Abzeichen. |
Haltungsempfehlung: Der Rottweiler sollte zu erfahrenen, liebevollen und geduldigen Hundehaltern, die ihn artgerecht und fachkundig erziehen können. Dabei ist es wichtig, dass viel Zeit vorhanden ist. Ausgiebige Spaziergänge sind ein Muss – Hundesport, spielerische Übungen und Ausflüge überaus empfehlenswert, um die Tiere auszulasten. Ein Haus mit Garten in ländlicher Umgebung wäre demnach sehr gut geeignet.
Auch wenn die Rottweiler in einigen Bundesländern und in Teilen der Schweiz und Österreich als Listenhunde geführt werden – also als potenziell gefährlich gelten und die Haltung gewisser Einschränkungen unterliegt – ist ihr Wesen eigentlich nicht grundsätzlich aggressiv. Im Gegenteil: Laut FCI-Rassestandard gelten sie als freundlich, friedlich, gehorsam, kinderlieb und arbeitsfreudig.
Doch ebendieser Arbeitswille und die Treibeigenschaften, die sie durch ihre Herkunft mitbringen, müssen entsprechend gefördert und richtig eingesetzt werden.
Denn die Rottweiler gelten als eine der ältesten Hunderassen, deren Vorfahren angeblich schon den Römern zur Seite gestanden haben sollen. Dort wurden sie von den Legionen genutzt, um das Vieh über die Alpen zu treiben und zu beschützen.
Ihren Namen und ihr heutiges Aussehen erhielt die Rasse aber erst in der Stadt Rottweil, wo sich die römischen Hunde mit den dort einheimischen Vierbeinern vermischt haben sollen. Die daraus entstandenen Tiere glänzten durch Kraft, Ausdauer, Wachsamkeit und natürlich mit ihren Treibeigenschaften, wodurch sie zu beliebten Gebrauchs-, Schutz- und Wachhunden des damaligen Viehhandels wurden.
Aufgrund dieser vielen positiven Eigenschaften eignen sich Rottweiler auch perfekt für Polizei und Militär, wie man bereits 1910 erkannte, und weshalb sie seither als Diensthundrasse anerkannt sowie eingesetzt werden.
Fitness-Ansprüche
Körperliche und geistige Fitness ist bei dieser Hunderasse sehr wichtig. Ihr Arbeitswille muss in jedem Fall befriedigt werden, damit die Tiere wirklich ausgelastet sind. Neben langen Spaziergängen, die bei Wind und Wetter unabdingbar sind, sollte deshalb auch Hundesport betrieben werden. Obedience, Fährtenarbeit oder Rennsportarten, eignen sich gut, um die ausdauernden Gebrauchshunde auf Trapp zu halten. Agility ist ebenfalls möglich, wobei man allerdings wie bei allen großen Hunderassen, auf die Sprünge verzichten sollte, um die Gelenke zu schonen.
Rassespezifische Charakterzüge
Auch wenn ein Rottweiler – genauso wie eigentlich jeder andere Hund – gefährlich sein kann, so ist sein grundsätzliches Wesen doch eher von Freundlichkeit, Anhänglichkeit, Treue und Gehorsamkeit geprägt. Bei einer erfahrenen, fachkundigen und vor allem liebevollen Erziehung wird man also sicherlich den sanften/kinderlieben Charakter dieser Hunde kennenlernen.
Natürlich sind sie jedoch durch ihre Ursprünge auch wachsam, aufmerksam und haben einen Schutzinstinkt, weshalb der Vierbeiner stark auf die Unversehrtheit seiner Familie achten wird. Hier gilt es gegebenenfalls zu intervenieren und dem Rottweiler Grenzen aufzuzeigen – wann ist Schutz erwünscht und wann nicht.
Haltungsempfehlung
Ein Rottweiler sollte deshalb immer zu erfahrenen Besitzern, die wissen, wie man zwar konsequent, aber gleichzeitig artgerecht, mit Geduld, Ruhe und Liebe einen Hund erzieht. Zudem ist es wichtig, dass Sie Zeit für Ihren Vierbeiner mitbringen und Lust haben, mit ihm gemeinsam Sport zu treiben oder zu arbeiten. Vor langen Spaziergängen, ausgiebigen Ausflügen – beispielsweise zum See – oder vor Hundesport sollten Sie sich also nicht scheuen.
Aufgrund dieses Bewegungsdranges sollte ein Rottweiler zudem möglichst in einem Haus mit Garten in ländlicher Umgebung gehalten werden. So kann er auch zwischen den Spaziergängen toben. Sollte der Hund doch einmal in einer Wohnung unterkommen – was, bei entsprechender Quadratmeterzahl natürlich möglich ist – muss er sich aber in jedem Fall draußen richtig auspowern können. Die 40 Quadratmeter große Stadtresidenz im fünften Stock, in deren Umgebung weit und breit nur Hauptstraßen gelegen sind, eignet sich also unter keinen Umständen.
Denn je ausgelasteter der Hund, desto ausgeglichener ist er auch.
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