Rottweiler gehören zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Ihre genaue Herkunft ist nicht ganz klar. Die Vorfahren der heutigen Rasse lebten wahrscheinlich schon bei den alten Römern. Sie nutzen ihn als Schutz- und Begleithund für ihr Vieh.
Steckbrief
- FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
- Herkunft: Deutschland
- Klassifikation: FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde; Sektion 2: Molossoide; 2.1 Doggenartige Hunde
- Größe: Rüden: 61 bis 68 Zentimeter, Hündinnen: 56 bis 63 Zentimeter
- Gewicht: Rüden: 50 Kilogramm, Hündinnen: 42 Kilogramm
- Körperbau: kräftig, stämmig, gedrungen
- Fell und Farbe: schwarz mit rotbraunen Abzeichen; kurzes bis mittellanges Stockhaar
- Charakter: zuverlässig, konzentriert, beschützend, wachsam, ausdauernd, arbeitsfreudig
- Pflege: sehr robust und pflegeleicht
- Gesundheit: Hüft- und Ellenbogendysplasien kommen vor
- Lebenserwartung: 8 bis 10 Jahre
Man geht davon aus, dass sich die römischen Hunde mit den Vierbeinern der Stadt Rottweil im heutigen Baden-Württemberg gemischt haben. Daraus ist die heutige Rasse entstanden und sie erhielten im späten Mittelalter ihren Namen. Die Tiere glänzten durch Kraft, Ausdauer, Wachsamkeit und natürlich mit ihren Treibeigenschaften.
Mit der Industrialisierung und der Eisenbahn verlor der Rottweiler seine ursprünglichen Aufgaben. Die Eigenschaften des arbeitsfreudigen und aufmerksamen Vierbeiners gerieten jedoch nicht in Vergessenheit. Bereits seit 1910 wird der Rottweiler als Polizeihund und auch als Diensthund im Militär eingesetzt.
Rassetypisches Aussehen
Rottweiler zählen zu den klassischen deutschen Hunderassen und sind groß und kräftig. Ein ausgewachsener, männlicher Rottweiler hat eine Schulterhöhe von bis zu 68 Zentimeter. Der Körperbau ist laut Rassestandard harmonisch, trotzdem ist er schwer und stämmig. Kraft, Ausdauer und Wendigkeit machen den Rottweiler zudem aus.
Das Stockhaar eines Rottweilers besteht aus mittellangem, dichtem und straff anliegendem Deckhaar und Unterwolle, die nicht aus dem Deckhaar hervortritt. Die Fellfarbe ist schwarz mit deutlich abgegrenzten, rotbraunen Abzeichen, Brand genannt. Der Brand befindet sich charakteristisch über den Augen, um die Wangen, am Fang, an der Halsunterseite, an der Brust, an den Läufen sowie unter der Rutenwurzel.

Zum Wesen und Charakter des Rottweilers
Rottweiler werden in einigen Bundesländern und in Teilen der Schweiz und Österreich als Listenhunde geführt. Das heißt, sie gelten als potenziell gefährlich und die Haltung unterliegt bestimmten Voraussetzungen und Einschränkungen. Ihr Wesen ist jedoch nicht grundsätzlich aggressiv – im Gegenteil. Rottweiler sind von freundlicher Grundstimmung.
Sie sind Kinder gegenüber aufgeschlossen und ihrer Familie sehr anhänglich. Außerdem sind die Vierbeiner arbeitsfreudig und gehorsam. Dank ihrer Nervenstärke, Selbstsicherheit und Unerschrockenheit sind sie ideal als Wach- und Schutzhunde geeignet. Rottweiler sind zudem sehr aufmerksam und beobachten ihre Umwelt ganz genau. Mit seiner ursprünglichen Funktion als Wach- und Schutzhund legt er diese Eigenschaften auch zur Verteidigung seiner Familie an den Tag. Deshalb gehört der Rottweiler in erfahrene, fachkundige Hände und benötigt eine liebevolle wie konsequente Erziehung. Nur so fördert man den sanften, kinderlieben Charakter der Hunde.
Fachkundige Erziehung und artgerechte Haltung
Rottweiler sind keine Anfängerhunde. Die Erziehung von Rottweilern bedarf Fachkunde, Erfahrung und Geduld. Die richtige Sozialisierung bereits im Welpenalter ist essenziell, um die positiven Charaktereigenschaften zu fördern. Wer sich einen Rottweiler-Welpen zulegen möchte, muss bereit sein, viel Zeit in die Erziehung zu investieren.
Mit der richtigen Erziehung und Sozialisierung bekommst Du mit einem Rottweiler nicht nur einen hervorragenden Arbeitshund, sondern auch einen kinderlieben Familienhund und einen treuen Begleiter.

Für eine artgerechte Haltung benötigen große Hunde wie der Rottweiler natürlich viel Platz und Auslauf. Ein Haus mit Garten, bestenfalls in ländlicher Umgebung, ist ideal. Rottweiler lieben ausgiebige Spaziergänge und möchten sich beim Toben richtig auspowern – so sind sie ausgelastet und ausgeglichen.
Ein Rottweiler kann theoretisch auch in einer Wohnung gehalten werden. Diese sollte jedoch eine gewisse Größe haben und bei höheren Stockwerken über einen Fahrstuhl verfügen. Außerdem sollte es nicht weit bis in die Natur sein, damit der Vierbeiner seinem Bewegungsdrang nachkommen kann. Mitten in der Großstadt ohne jegliches Grün ist keine gute Haltungsform für die anspruchsvolle Rasse.
Die richtige Beschäftigung für Rottweiler
Die Rolle als Arbeitshund und der Arbeitswille sind im Wesen des Rottweilers verankert. Deshalb benötigt er viel Beschäftigung – körperlich wie geistig. Für die intelligenten Fellnasen eignen sich Hundesportarten, bei denen sie sich körperlich auspowern können und gleichzeitig ihren Kopf benutzen müssen. Von Obedience über Agility bis zu Flyball – das sind nur einige von vielen Möglichkeiten für Aktivitäten mit Deinem Rottweiler.
Gesundheit und Pflege
Das kurze Fell der Hunde ist nicht pflegeaufwendig. Auch sonst gilt der Rottweiler als robust mit wenigen rassetypischen Krankheiten, die aber durchaus vorkommen. Wie bei vielen großen Rassen zählen dazu insbesondere Hüft- und Ellenbogendysplasien sowie Erkrankungen von Knochen und Knorpelgewebe. Herzvenenveränderungen sind in jüngster Vergangenheit vermehrt aufgetreten; eine erblich bedingte Ursache wird noch untersucht.
Ernährung: Übergewicht vermeiden
Rottweiler neigen zu Übergewicht, was nicht nur die Gelenke zusätzlich belastet. Deshalb ist eine ausgewogene Hundeernährung besonders wichtig. Sie sollte fett- und kohlenhydratarm sein und hochwertige Proteine enthalten.
Nun hast Du ein umfassendes Bild über die Hunderasse. Falls Du überlegst, einen Rottweiler zu kaufen, ist es Dir hoffentlich eine Entscheidungshilfe. Die Erziehung ist anspruchsvoll, aber als Belohnung bekommst Du einen treuen Begleiter, der Dich nicht nur körperlich fit hält, sondern auch Dein Herz erwärmt.



