HomeHunderassenRiesenschnauzer: Selbstständiger, loyaler Hund mit beeindruckendem Aussehen

Riesenschnauzer: Selbstständiger, loyaler Hund mit beeindruckendem Aussehen

Die kraft- und energiegeladenen Riesenschnauzer sind für erfahrene, fitte Hundehalter geeignet. Mit der richtigen Erziehung sind sie liebevolle, anhängliche und sehr wachsame Familienhunde. Alle Infos zum Riesenschnauzer findest Du hier im Rasseporträt.

Mit ihrem dunklen Fell, dem oftmals leicht grimmigen Blick, dem Bart und der unübersehbaren Größe sind Riesenschnauzer eine imposante Erscheinung. Dank ihres Aussehens und ihres Körperbaus wurden sie schon früh als Diensthunde beim Militär eingesetzt, später und bis heute auch bei der Polizei oder als Rettungshunde.

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland
  • Klassifikation: FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde; Sektion 1: Pinscher und Schaunzer; 1.2 Schnauzer
  • Größe: Hündinnen: circa 60 Zentimeter, Rüden: circa 70 Zentimeter
  • Gewicht: 35 bis 50 Kilogramm
  • Körperbau: robust, muskulös, quadratisch, gedrungen
  • Fell und Farbe: rein-schwarz oder Pfeffersalz; hartes, drahtiges Deckhaar, dichte Unterwolle; kräftiger Schnauzbart und dichte Augenbrauen
  • Charakter: wachsam, intelligent, sensibel, gehorsam, loyal, unbestechlich
  • Pflege: regelmäßige Haartrimmung; ansonsten pflegeleicht
  • Gesundheit: Neigung zu Schilddrüsenunterfunktion und Krebserkrankungen; seltener Hüftgelenksdysplasie
  • Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre

Geschichte und Herkunft der Schnauzer

Die Hunderasse Schnauzer unterteilt sich in Zwergschnauzer, Mittelschnauzer und Riesenschnauzer. Sie unterscheiden sich – wie die Namen erahnen lassen – in der Größe. Der „Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e. V.“  ist der einzige anerkannte Zuchtverband für Riesenschnauzer.

Die genaue Herkunft des Schnauzers ist nicht geklärt. Seine Vorfahren lebten schon im Mittelalter und man geht davon aus, dass die heutige Rasse im württembergischen Raum entstanden ist. Sie hatten verschiedene Aufgaben: In den Alpen nutzte man die rauhaarige Hunderasse als Hirten- und Wachhund. Die kleineren Schnauzer dienten in Ställen zum Fangen von Mäusen und Ratten. Aufgrund ihres imposanten Aussehens kamen Riesenschnauzer als Schutzhund zur Begleitung von Kutschen zum Einsatz, insbesondere von Brauereikutschen.

Schon gewusst?
Riesenschnauzer leisteten im ersten Weltkrieg gute Dienste im Militär und sind seit 1925 als Polizei- und Diensthunderasse anerkannt. Als offizielle Gebrauchshunderasse werden sie unter anderem auch als Rettungshunde eingesetzt.

Rassetypisches Aussehen der Riesenschnauzer

Der größte Vertreter der Schnauzer hat einen kräftigen, muskulösen sowie quadratischen und gedrungenen Körperbau. Mit einer Größe von 60 bis 70 Zentimetern gehört er zu den sehr großen Hunderassen und wird bis zu 50 Kilogramm schwer. Kennzeichnend für den Schnauzer sind die buschigen Augenbrauen und sein Schnauzbart, was ihm ein extravagantes und eindrucksvollen Aussehen verleiht.

Das Fell ist rauhaarig und besteht aus mäßig langem, drahtigem Deckhaar mit dichter Unterwolle. Die meisten Rassevertreter sind rein-schwarz. Die einzig andere erlaubte Fellfarbe ist Pfeffersalz: harmonisch verteilte Farbnuancen von hellem Silbergrau bis dunklem Eisengrau. Diese Hunde sollten eine zur Farbe passende dunklere Maske aufweisen.

Riesenschnauzer
Foto: pixabay.com/bru-nO (Symbolfoto)

Selbstständig und anhänglich zugleich: Wesen und Charakter der Hunderasse

Riesenschnauzer sind sehr intelligent, selbstständig und denken mit. Sie sind äußerst wachsam und Fremden gegenüber absolut unbestechlich. Ihrer Familie gegenüber sind sie anhänglich, sensibel, treu und fordern viel Aufmerksamkeit. Seine Menschen wird ein Riesenschnauzer um jeden Preis beschützen, entsprechend zurückhaltend bis misstrauisch ist er Fremden gegenüber.

Diese Charakter- und Wesenszüge haben Riesenschnauzer nicht ohne Grund: Für ihre früheren Aufgaben insbesondere als Schutz- und Begleithund war ihre Loyalität und ihr Mut unerlässlich.

Trotz ihrer Wachsamkeit ist die Hunderasse weder aggressiv noch nervös – das haben sie durch ihr Selbstbewusstsein und ihre äußere Erscheinung gar nicht nötig. Allerdings sind sie äußerst temperamentvoll und immer auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Ihr Temperament ist ausdauernd und belastbar, sie möchten definitiv gefordert werden. Wenn sie ausreichend ausgelastet sind, genießen sie die Ruhe und den Kontakt zu ihrer Familie.

Auf die richtige Ernährung kommt es an

Riesenschnauzer können tolle Familienhunde sein. Jedoch gehört die anspruchsvolle Rasse in erfahrene Hände. Sie sind sehr gehorsam – und genauso eigensinnig. Deshalb benötigen sie von klein auf eine geduldige, konsequente, klare aber ebenso liebevolle Erziehung. Dazu gehört auch die richtige Sozialisierung mit anderen Hunden und Menschen, damit nicht jeder außerhalb des eigenen Rudels als Feind angesehen wird.

Manch einer bezeichnet sie als schwer erziehbar. Das stimmt grundsätzlich nicht. Die Erziehung des Riesenschnauzers benötigt schlichtweg Erfahrung, um die positiven Eigenschaften zu fördern. Riesenschnauzer sind also keine Anfängerhunde. Auch eignen sie sich nicht für Familien mit sehr kleinen Kindern. Sie sind zwar kinderlieb, ihr temperamentvolles, manchmal ungestümes Wesen kann für sehr kleine Kinder jedoch gefährlich werden.

Riesenschnauzer
Foto: pixabay.com/pohjakroon

An seine Haltung stellt der Riesenschnauzer keine außergewöhnlichen Ansprüche. Natürlich benötigt er viel Platz und ist in einer kleinen Stadtwohnung nicht gut aufgehoben. Viel Nähe und Aufmerksamkeit von seiner Familie sind ihm äußerst wichtig. Riesenschnauzer passen zu Menschen, die viel Zeit für ihren Hund haben und aktiv sind. Die Rasse hat viel Energie und möchte körperlich wie geistig gefordert werden.

Ausreichend geistige und körperliche Beschäftigung

Früher mussten Riesenschnauzer weite Strecken laufen und selbstständig agieren. Sie verfügen über große körperliche und geistige Ausdauer. Wenn sie nicht als Dienst- oder Gebrauchshund gehalten werden, musst Du diese Eigenschaften mit viel Bewegung und Beschäftigung befriedigen.

Riesenschnauzer lieben lange Spaziergänge und sind ideale Begleiter beim Joggen oder Fahrradfahren. Damit sie ausgelastet und ausgeglichen sind, sollten Halter bereit sein, mit ihnen zu trainieren und am besten Hundesportarten nachzugehen. Für Riesenschnauzer ist zum Beispiel Obedience sehr gut geeignet.

Fellpflege und gesundheitliche Aspekte

Schnauzer haaren grundsätzlich nicht. Das freut Kleidung und Möbel, heißt aber auch, dass Du Deinen Vierbeiner regelmäßig kämmen musst, um loses Haar zu entfernen. Sonst können unangenehme Verfilzungen entstehen. Das Fell des Riesenschnauzers muss außerdem regelmäßig getrimmt werden, um tote Haarwurzeln zu entfernen. Dazu kann der Gang zum Hundefriseur nötig sein – mit etwas Übung kannst Du die Haare aber auch selbst trimmen. Zusätzlich empfiehlt es sich, die buschigen Augenbrauen und den Schnauzbart regelmäßig in Form zu bringen.

Wie die meisten großen Hunde neigen Riesenschnauzer zu Hüftgelenksdysplasie, jedoch seltener als andere Rassen. Knie- und andere Gelenkprobleme sowie eine Neigung zu Schilddrüsenunterfunktion und Krebs werden beobachtet. Insgesamt ist der Riesenschnauzer jedoch eine robuste Rasse, der auch an seine Hundeernährung keine besonderen Ansprüche stellt, solange Du ihm ausreichend und hochwertiges Futter bereitstellst.

Wenn Du bereit bist, ausreichend Zeit in die Erziehung zu investieren, bekommst Du als hundeerfahrener Mensch mit einem Riesenschnauzer einen treuen Begleiter und lebenslangen Freund, der Dich körperlich und geistig fit hält.

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