Wie sein Name bereits verrät, stammt der Pyrenäenberghund aus der Bergwelt der Pyrenäen. Dort wird er Chien de Montagne des Pyrénées genannt. Der FCI-Standard beschreibt den Pyrenäenberghund als groß, imposant und kräftig, „jedoch nicht ohne eine gewisse Eleganz“ (FCI-Standard Nr. 137). Der großwüchsige Hirtenhund kann ein wunderbarer Familienhund sein. Ein Haus mit eigenem, sicher eingezäuntem Garten gibt dem territorialen Vierbeiner die Möglichkeit, seine Stärken als Wachhund auszuspielen und seine „kleine Herde“ nach Kräften zu beschützen.
Unser Rasseprofil widmet sich den Besonderheiten dieser in Deutschland seltenen Hunderasse. Neben Informationen zum Charakter und Wesen des Pyrenäenberghundes erfährst Du Wissenswertes rund um die Gesundheit und Pflege.
Steckbrief
- Herkunft: Frankreich
- Klassifikation: FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde
- Größe (Widerristhöhe): 70 – 82 cm (Rüde), 65 – 74 cm (Hündin)
- Gewicht: 45 – 73 kg (Rüde), 39 – 52 kg (Hündin)
- Körperbau: stämmig mit einem muskulösen, geraden Rücken und einer breiten, tiefen Brust
- Fell und Farbe: dichtes, mittellanges, teilweise leicht welliges Fell. Der Pyrenäenberghund zeichnet sich durch ein Doppelfell mit dichter Unterwolle aus. Seine Grundfarbe ist weiß.
- Charakter: furchtlos, durchsetzungsstark, sanftmütig, kinderlieb, wachsam
- Pflege: anspruchsvoll. Das Fell des Bergpyrenäenhundes verfilzt besonders an den Beinen und Ohren schnell. Regelmäßiges Bürsten ist nötig. Während des Fellwechsels haart der Pyrenäen Hirtenhund stark. Die Krallen sollten bei Bedarf gestutzt werden.
- Gesundheit: robuste, gesunde Hunderasse, ohne bekannte Erbkrankheiten, allerdings besteht – wie bei allen großen Hunden – das Risiko für Hüftdysplasien
- Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre

Herkunft und Geschichte des Pyrenäenberghundes
Die Pyrenäen bilden eine natürliche Grenze zwischen Frankreich und Spanien. In dem weitläufigen, schroffen Gebirge waren Schafe eine entscheidende Lebensgrundlage für die Menschen. Die Herdenschutzhunde sind ein fester Bestandteil einer jeden Schafherde in der Bergwelt der Pyrenäen. Die Franzosen nennen den Pyrenäenberghund „Chien de Montagne des Pyrénées“, die Spanier bezeichnen ihn als „Mastin del Pirinero“. Die imposanten Vierbeiner schützen die Herden zuverlässig vor Wölfen, Bären, aber auch vor menschlichen Eindringlingen und Dieben.
Ist der Pyrenäenberghund ein Familienhund?
Durch sein freundliches Wesen eignet sich der Pyrenäenberghund wunderbar als Familienhund. Er ist kinderlieb und loyal. Außerdem zeichnet er sich durch einen intensiven Beschützerinstinkt aus: Seine Familie und sein Grundstück bewacht und beschützt er mit großem Engagement. Allerdings braucht er von Anfang an eine gute Sozialisierung und Erziehung. Er sollte möglichst schon im Welpenalter mit Kindern und anderen Haustieren, die zu seiner „Herde“ gehören, vertraut gemacht werden.
Da er als Hirtenhund auf sich allein gestellt arbeiten und eine Schafherde bewachen muss, handelt er sehr selbstständig. Für Dich als Hundehalter ist es wichtig, ihm gegenüber selbstsicher und mental stark aufzutreten, ihn gleichzeitig aber liebevoll zu erziehen. Oft wird Anfängern von dieser Rasse abgeraten. Mit der Unterstützung einer guten Hundeschule und der Bereitschaft, sich auf die Bedürfnisse des Pyrenäenberghundes einzulassen, kann es trotzdem gelingen.
Wie viel Auslauf braucht der Pyrenäenberghund?
Ein Vierbeiner dieser Hirtenhunderasse genießt lange Spaziergänge und Wanderungen, ist aber kein Hochleistungstier. Für Hundesport ist der Pyrenäenberghund beispielsweise nicht der richtige Partner. Hierbei spielen sein Gewicht und seine Größe eine Rolle: Fürs Springen ist der sanfte Riese nicht gemacht. Trotzdem sind tägliche Gassirunden ein Muss. Ein eigener Garten sollte zusätzlich vorhanden sein, sodass er sein Territorium regelmäßig ablaufen und kontrollieren kann.

Worauf muss bei der Haltung von Pyrenäenberghunden geachtet werden?
Der Pyrenäenberghund ist kein blinder Befehlsempfänger. Er braucht eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Sein menschlicher Partner sollte mental stark und bereit sein, sich mit den Anforderungen dieser besonderen Rasse auseinanderzusetzen.
Wichtig ist ein eigenes Territorium, das Pyrenäenberghund bewachen und beschützen darf. Aufgrund seiner Größe kommt eine Wohnungshaltung nicht infrage. Ein Haus mit Garten wäre ideal. Auf Spaziergängen und Wanderungen zeigt er sich ausdauernd. Dies kommt seiner Schutztätigkeit am nächsten. Allerdings braucht er auch seine Ruhephasen, die von anderen Familienmitgliedern respektiert werden sollten.
Wenn Du Dich für einen Hund dieser Rasse entscheidest, solltest Du Dir bewusst machen, dass einiges an Pflege nötig ist: Sein Fell neigt zu Verfilzungen. Das macht das tägliche Kämmen und Bürsten zur Pflicht. Da seine Krallen schnell wachsen, ist es nötig, diese bei Bedarf zu stutzen.
Gibt es beim Pyrenäenberghund rassetypische Krankheiten?
Typische Rassekrankheiten sind nicht bekannt. Wie bei allen größeren und schwereren Hunden besteht jedoch das Risiko einer Hüftdysplasie. Es ist ratsam, Welpen keine Treppen steigen zu lassen, um die Gelenke zu schonen.

Was macht das Wesen eines Pyrenäenberghundes besonders?
Als Beschützer ist er unschlagbar: Gegenüber seiner Familie zeigt er sich sanft, gutmütig, freundlich und loyal. Dazu besitzt er eine Engelsgeduld, ist anhänglich und verspielt. Fremden gegenüber ist er misstrauisch. Da diese Rasse darauf gezüchtet wurde, eigene Entscheidungen zu treffen, handelt er sehr selbstständig.
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