Beim Pferdekauf wird häufig nicht nur auf den Ausbildungsstand, das Alter und die Größe des potenziellen Traumpferdes geachtet. Zudem legen sich viele Reitbegeisterte bereits im Vorfeld auf eine ganz bestimmte Rasse fest. Sinnvoll ist dies in den meisten Fällen jedoch nicht. Schließlich ist kein Pferd wie das andere und jedes Tier zeichnet sich durch einen individuellen Charakter aus.
Wer seine Suche vorab dennoch etwas einschränken möchte und weiß, in welchen Disziplinen er reiten will, kann sich etwas detaillierter mit den unterschiedlichen Pferdetypen auseinandersetzen: Weltweit gibt es über 200 Pferderassen, die den Kategorien Kaltblut, Warmblut, Vollblut, Halbblut und Pony untergeordnet sind. Wir haben Euch die besonderen Eigenschaften der fünf Pferdetypen in einer Übersicht zusammengestellt.

Das Vollblut – ein anmutiger Aristokrat
Vollblüter zählen zu den Aristokraten unter den Pferden und besitzen einen langen und anmutig schlanken Körperbau. In ihrer Abstammung gehen alle Vollblüter auf das Araberpferd zurück. Sie zeichnen sich durch Schnelligkeit, Wendigkeit und Ausdauer aus. Im Pferdesport gelten Vollblutrassen wie das Englische Vollblut oder der Anglo-Araber daher als ideale Rennpferde.
Das Kaltblut – ein sanftmütiger Riese
Der massigste und schwerste Pferdetyp ist das Kaltblut. Obwohl Rassen wie das Shire Horse oder der Bretoner eine durchaus imposante Erscheinung sind, sollte man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Denn: Kaltblüter gelten als außerordentlich angenehme Gesellen und zeichnen sich meist durch ein sanftes und ruhiges Gemüt aus. Darüber hinaus werden die kräftigen Pferde als Arbeitstiere geschätzt und kommen noch heute in der Forstwirtschaft zum Einsatz. Obwohl Kaltblüter weder wendig noch besonders leichtfüßig sind, gelten sie als gute Freizeitpferde und haben zudem ihren Platz beim Westernreiten gefunden.
Das Warmblut – ein vielseitiger Sportler
Die meisten Warmblüter haben ihren Ursprung im Kaltblut. Sie sind jedoch deutlich leichter und wendiger als ihre Vorfahren, da sie mit Vollblutrassen, etwa dem Englischen Vollblut oder dem Araber, veredelt wurden. Warmblüter zeichnen sich in der Regel durch eine große Sportbegeisterung aus. Ob als Spring-, Dressur- oder Freizeitpferd – die aktiven Tiere sind vielfältig einsetzbar. Auch im Westernreiten machen sie eine gute Figur und sind der bevorzugte Pferdetyp, wenn es ums therapeutische Reiten oder Voltigieren geht.
Das Halbblut – ein temperamentvolles Energiebündel
Wie der Name bereits vermuten lässt, hat man es beim Halbblut mit einer Kreuzung aus einem Vollblut sowie einem anderen Pferdetypen zu tun. Der Vollblutanteil muss dabei mindestens 50 Prozent betragen. Jedoch werden auch Tiere mit einem höheren Vollblutanteil von bis zu über 90 Prozent zu den Halbblütern gezählt.
Halbblüter besitzen häufig ein ausgeprägtes Temperament, galoppieren gerne und verfügen über viel Ausdauer. Sie werden deshalb gerne im Vielseitigkeitssport eingesetzt. Da man dem Halbblut nachsagt, dass es aufgrund seines feurigen Gemüts etwas schwieriger zu reiten sei, ist es unter Freizeitreitern etwas seltener anzutreffen.
Das Pony – ein robuster Begleiter
Der Begriff Pony stammt aus dem Englischen und bedeutet „kleines Pferd“. Zugegeben mit einem Stockmaß von bis zu 148 Zentimetern zählen Ponys nicht gerade zu den größten Pferden. Nichtsdestotrotz ist nicht jedes kleine Pferd ein Pony. Die meisten Ponyarten stammen vom sogenannten Urpony ab und zeichnen sich durch ein robustes Wesen aus. Zudem gelten Ponys als aufgeweckte, ausdrucksstarke und fröhliche Gesellen. Dennoch eignen sie sich, entgegen einer weitverbreiteten Annahme, eher weniger für Kinder (zumindest wenn sie nicht explizit dafür ausgebildet sind). Einerseits sind Ponys zwar sehr intelligent und lassen sich eine Menge beibringen, anderseits zeigen sie ihrem Reiter jedoch auch gerne, wenn ihnen etwas nicht passt, und geben sich stur.
Einsetzen lässt sich ein Pony in fast allen Bereichen der Reiterei. Sowohl am Springen als auch der Dressur haben viele Rassevertreter Spaß. Eine große Karriere im Springsport bleibt den meisten Ponys aufgrund ihrer Größe jedoch meistens verwehrt.
Welcher Pferdetyp passt zu mir?
Wer sich ein eigenes Pferd kaufen möchte, sollte sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, in welchen Bereichen er mit Stute, Hengst oder Wallach arbeiten möchte. Auch die eigenen Reitkenntnisse dürfen auf der Suche nach einem geeigneten tierischen Begleiter keinesfalls außer Acht gelassen werden. Egal wie anmutig und elegant ein Vollblut ist, als Reitanfänger muss man sich genau überlegen, ob die Anschaffung eines von Natur aus eher temperamentvollen Pferds Sinn macht.
Beim Pferdekauf sollten die unterschiedlichen Typen letzendlich jedoch nur als Orientierung dienen. Schließlich ist kein Tier wie das andere und jedes Pferd zeichnet sich durch ein ganz besonderes Wesen aus.
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