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Pferdekauf: Welches Pferd passt zu mir?

Der Traum vom eigenen Pferd

Für viele Pferdebegeisterte ist ein eigenes Pferd der absolute Traum. Sind alle wichtigen Fragen zur Haltung und Pflege geklärt, kann es endlich mit der Suche nach einem geeigneten Tier losgehen. Doch welches Pferd ist das Richtige? Und worauf muss man bei der Auswahl besonders achten?

Zunächst solltet Ihr Euch überlegen, wofür Ihr das Tier vorrangig nutzen möchtet. Dafür ist es hilfreich, eine Checkliste mit Qualifikationen und Eigenschaften des zukünftigen Traumpferds zusammenzustellen. Neben Euren Ansprüchen an das Pferd müsst Ihr auch Eure eigenen Reitkenntnisse realistisch einschätzen. Denn nur so könnt Ihr einen tierischen Begleiter finden, der langfristig zu Euch passt.

Welche Rasse passt zu mir?

Immer wieder tendieren Pferdebegeisterte dazu, sich beim Pferdekauf von vorneherein auf eine bestimmte Rasse festzulegen. Sinnvoll ist dies in den meisten Fällen jedoch nicht, da kein Pferd wie das andere ist und sich eine Rasse nicht zwingend mit bestimmten Wesenszügen in Verbindung bringen lässt. Viel wichtiger und eine gute Basis für eine langlebige Freundschaft zwischen Mensch und Pferd ist eine stimmige Chemie zwischen beiden Parteien.

Wer seine Suche dennoch etwas einschränken will und bereits eine genaue Vorstellung davon hat, in welchen Bereichen er Stute, Hengst oder Wallach einsetzen möchte, kann sich etwas detaillierter mit den unterschiedlichen Pferdetypen auseinandersetzen, denen die einzelnen Rassen untergeordnet sind. Eine Übersicht haben wir Euch in unserem Artikel „Pferdetypen: Das unterscheidet Warmblut, Vollblut und Kaltblut“ zusammengestellt.

Das Geschlecht des Pferdes spielt beim Pferdekauf eine untergeordnete Rolle

Das Geschlecht wird beim Pferdekauf häufig als wichtiges Auswahlkriterium herangezogen, darf aber keinesfalls überbewertet werden. Egal ob Stute, Hengst oder Wallach – jedes Pferd hat einen individuellen Charakter und damit verbundene Stärken und Schwächen.

Als Anfänger sollte man jedoch möglichst davon absehen, einen ausgewachsenen Hengst zu kaufen. Dieser zeichnet sich in der Regel durch ein sehr temperamentvolles Wesen aus und neigt manchmal zu gesteigerter Aggressivität. In vielen Fällen benötigt er deshalb eine konsequente jedoch liebevolle Erziehung und gehört in erfahrene Hände.

Auch Stuten können ihrem Reiter so manches Mal zu schaffen machen. Sie sind normalerweise zwar einfacher zu Händeln als Hengste, werden in Phasen der Rossigkeit jedoch hin und wieder „zickig“ und unberechenbar. Das Wort „Stutenbissigkeit“ kommt schließlich nicht von ungefähr.

Reitanfängern wird deshalb häufig ein Wallach empfohlen. Dieser ist bereits kastriert und soll deshalb besonders ruhig und angenehm im Umgang sein.

Größe und Gewicht von Pferd und Reiter sollten gut aufeinander abgestimmt sein

Während das Geschlecht beim Pferdekauf eine eher untergeordnete Rolle spielt, müssen Größe sowie Gewicht von Pferd und Reiter gut aufeinander abgestimmt sein. Damit eine Überbelastung der Knochen und Gelenke vermieden wird, sollte ein Pferd niemals mehr als 20 Prozent seines Eigengewichts tragen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass Reitergröße und Widerristhöhe ungefähr identisch sind. Natürlich kommt es dabei nicht auf jeden Zentimeter an. Ist das Gewicht des Reiters unproblematisch und harmonieren Mensch und Pferd ausgesprochen gut miteinander, ist auch ein etwas kleineres Stockmaß denkbar. Viel zu groß sollten Stute, Wallach oder Hengst jedoch nicht sein. Ansonsten kann es zu Problemen beim Aufsteigen, Satteln oder Putzen kommen.

Junge Pferde sind für Reitanfänger in der Regel ungeeignet

Egal, ob Ihr ein Pferd fürs Dressur- oder Westernreiten sucht – als Anfänger empfiehlt es sich, ein gut ausgebildetes Tier mit viel Reiterfahrung zu kaufen. Von häufig eher ungestümen Jungtieren sollte man besser die Finger lassen. Auch namenhafte Blutlinien oder ein ausgeprägtes Sprungtalent sind zunächst zweitrangig. Achtet hingegen auf einen ausgeglichenen und gutmütigen Charakter des Tieres. Es sollte in allen Situationen ruhig und gelassen reagieren und sich weder durch die äußere Umwelt noch von Fehlern eines unerfahrenen Reiters verunsichern lassen. Natürlich darf die Gelassenheit des Pferdes niemals in Gleichgültigkeit umschlagen. Denn nichts ist schlimmer als ein Pferd, das mitten im Reitunterricht die Lust verliert und samt eines hilflosen Reiters im Sattel zu grasen beginnt.

Obwohl regelmäßiges Training und eine gute Erziehung sehr wichtig sind, lässt sich nicht jedes Tier zum Anfängerpferd ausbilden. Eine besondere genetische Veranlagung sollte das Pferd bereits von sich aus mitbringen. Aus diesem Grund ist es gar nicht so einfach ein passendes Anfängerpferd zu finden und der Preis des Tieres ist meistens dementsprechend hoch.

Zu Beginn Eurer Reitkarriere solltet Ihr Euch deshalb gut überlegen, ob die Anschaffung eines eigenen Tieres Sinn macht. Häufig ist es besser, seine Fähigkeiten und Kenntnisse im Umgang mit Pferden zunächst in Form einer Reitbeteiligung auf die Probe zu stellen und sich erst im Anschluss auf die Suche nach einem geeigneten Pferd zu machen.

Pferde für Fortgeschrittene

Wenn Ihr hingegen schon viele Jahre auf dem Pferderücken verbracht und Erfahrung in der Pferdeerziehung gesammelt habt, könnt Ihr Euch beim Pferdekauf auch nach jungen Tieren zwischen drei und vier Jahren umsehen. So habt Ihr die Möglichkeit einen wichtigen Beitrag zur Erziehung des Pferdes zu leisten und es nach Euren eigenen Vorstellungen auszubilden. Vor dem Kauf eines Jungpferdes solltet Ihr Euch jedoch darüber im Klaren sein, dass die Ausbildung des Pferdes viel Zeit in Anspruch nimmt. So kann es bis zu zwei Jahren dauern, ehe das Tier überhaupt mit den wichtigsten Grundlagen vertraut ist.

Darüber hinaus gibt es auch immer wieder Pferdeliebhaber, die sich für die Aufzucht eines Fohlens interessieren. Die Anschaffung eines derart jungen Tieres ist jedoch nicht risikofrei: Wer sich das Fohlen von zwei renommierten Springpferden kauft, kann beispielsweise noch lange nicht sicher sein, dass sich auch das Jungtier als Naturtalent im Pferdesport entpuppt. Schließlich ist die Entwicklung eines Fohlens schwer vorhersehbar und man muss mindestens drei Jahre in die Ausbildung investieren, ehe sich herausstellt, ob das Tier überhaupt für den Reitsport geeignet ist.

Pferdekauf: Nehmt Euch Zeit und habt Geduld

Egal wie ausführlich Ihr Euch mit den unterschiedlichen Pferdetypen auseinandergesetzt und wie vorbildlich Ihr Eure Checkliste für den Pferdekauf vorbereitet habt: Das absolute Traumpferd findet man nicht von heute auf morgen. Nehmt Euch deshalb viel Zeit und hört Euch in Ruhe bei Züchtern und Pferdehändlern um.

Um sicher zu sein, dass die Chemie zwischen Pferd und Reiter stimmt, solltet Ihr alle Kandidaten, die in die engere Auswahl kommen, Probe reiten und Euch erst im Anschluss für ein bestimmtes Pferd entscheiden.

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