Das Osterfeuer gehört für viele an den Tagen rund um das Osterfest einfach dazu. Für Wildtiere birgt es allerdings große Gefahren. Das Problem: Häufig werden die Haufen schon Wochen vorher angelegt – genug Zeit für Mäuse, Kaninchen und Vögel sich einzunisten.
Der „Naturschutzbund“ (Nabu) warnt daher ausdrücklich davor Osterfeuer unüberlegt anzuzünden. Denn darin könnten sich zahlreiche Tiere verstecken.
So wird das Osterfeuer tierfreundlicher
Bereits seit dem 1. März gilt die offizielle Brutzeit für Vögel laut Bundesnaturschutzgesetz. Viele Vogelarten haben bereits mit dem Nestbau begonnen, manche brüten sogar schon. Ein großer Haufen voller Astwerk und Reisig stellt da gerne mal den perfekten Nistplatz dar. Und auch Mäuse und Kaninchen nehmen die großen, verwinkelten Haufen dankend als Versteck an.
Doch solche Haufen, die auf diese Weise von Tieren als Brut- und Wohnstätte angenommen worden sind, dürfen nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden, erklärt der „Nabu“. Daher sollten die Holz- und Reisighaufen erst kurz vor dem Osterfeuer aufgeschichtet werden, damit sich Tiere nicht schon vor dem Abbrennen darin niederlassen können. Hilfreich seien zum Beispiel engmaschige Zäune.
Und: „Zusammengetragenes Holz und Reisig ist für Wildtiere als Versteck umso unattraktiver, je lockerer das Material die ersten 30 bis 50 Zentimeter aufgeschichtet ist“, sagt Frederik Eggers, Naturschutzreferent beim „Nabu“ Niedersachsen.

Tierleben in Gefahr: „Nabu“ warnt vor Osterfeuer
Damit die Osterfeuer am Wochenende nicht zum Scheiterhaufen für diese Tiere werden, empfiehlt der „Nabu“ ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen: Die Haufen sollten vor dem Entzünden noch einmal vorsichtig umgeschichtet werden. Dafür müssten alle Äste erneut gelockert und durchgeschüttelt werden, um den Tieren zu zeigen, dass es an der Zeit ist, ein neues Versteck zu suchen.
Auch die Tierrechtsorganisation „Peta“ hat ein paar Tipps: Ein bisschen Lärm zu machen, um die Tiere herauszutreiben, reiche nicht. Äste, Reisig und Blätter sollten vor dem Anzünden einmal abgetragen und neu aufeinandergeschichtet werden. Anschließend muss auch der Boden sorgsam inspiziert werden, da nachtaktive Tiere tagsüber ruhen.
Igel rollen sich bei Gefahr zusammen und Bodenbrüter ducken sich, anstatt einfach wegzurennen. Bereits beim Einsammeln des Brennmaterials sollte darauf geachtet werden, keine Wildtiere in ihrem Winterschlaf zu stören, warnen die Tierschützer.
Was kannst Du persönlich tun, um den Tieren zu helfen? Da vielen Menschen nicht bewusst ist, wie Wildtiere unter lodernden Osterfeuern leiden, kläre Dein Umfeld darüber auf.



