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Entwarnung: Doch kein Puma am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt gesichtet?

Bitte nicht streicheln: Am Geiseltalsee in Braunsbedra (Sachsen-Anhalt) sollte Anfang der Woche vermutlich eine Raubkatze umher gestreift sein. Handelt es sich bei dem Tier im verwackelten Handyvideo wirklich um einen Puma? Der Landkreis warnte zunächst Bürgerinnen und Bürger zur Vorsicht – nicht in Wiesen und Wäldern aufhalten, Schutz in Häusern suchen. Inzwischen gibt der Bürgermeister aber Entwarnung...

In Braunsbedra herrschte diese Woche angespannte Stimmung: Eine Großkatze – möglicherweise ein Puma – sollte am Ufer des Geiseltalsees gesichtet worden sein. Das Tier sollte angeblich auf einem Video zu sehen sein, das seit Montag in den sozialen Netzwerken kursiert.

Der Landkreis Saalekreis reagierte prompt. Per Warn-App „Nina“ wurde die Bevölkerung am Montagabend gewarnt, das Tier nicht zu unterschätzen: „Nähern Sie sich keinesfalls dem Tier!“ und: „Vermeiden Sie es, sich in Wiesen und Wäldern aufzuhalten.“ Ein Hinweis, den viele im Berliner Raum noch gut in Erinnerung haben dürften – dort sorgte im Sommer 2023 eine vermeintliche Löwin für Aufsehen. Am Ende stellte sich heraus: Es war nur ein Wildschwein.

Die Behörden zeigten sich vorsichtig – nicht zuletzt wegen der jüngsten „Tier-Sichtungs-Fails“. Neben der Berliner Wildschwein-Löwin ging auch kürzlich ein Video aus Niedersachsen viral: In Vechta sollte angeblich ein Alligator in einem Regenrückhaltebecken gesichtet worden sein. Auch hier verbreitete sich das Video rasant – bis sich herausstellte: alles nur ein Fake, sogar der vermeintliche Alligator war eine Video-Montage.

Puma-Video: Fake News?

Ganz anders nun der Ton aus Sachsen-Anhalt. „Es ist kein Fake“, betonte Sabine Faulstich, Ordnungsdezernentin des Saalekreises, gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“ noch am Dienstag. Eine glaubhafte Quelle habe das Tier bereits am Freitag in der Nähe der Marina gesichtet – samt Video.

Experten sollen bestätigt haben: Ja, es handelt sich um eine Großkatze. Nur welche? „Zu 80 Prozent ist es ein Puma“, zitiert Faulstich laut der „Mitteldeutschen Zeitung“ die Experten. Auch Bürgermeister Steffen Schmitz (CDU) ging am Dienstag laut „t-online“ auch noch von einem Puma aus. Inzwischen hat sich seine Meinung aber geändert. Das Tier wolle man so schnell wie nur möglich einfangen, damit es keine Gefahr für die Bürger mehr darstellt. Anschließend wolle man es in einen Zoo bringen, so Schmitz weiter.

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Bürgermeister gibt Entwarnung: Doch kein Puma?

Bis zum Dienstagmittag ging man noch von einem Puma aus. Mittlerweile hat sich aber diese Annahme nicht bestätigen können. Denn der Landkreis Saalekreis teilte am Dienstag mit, dass im Laufe des Tages ein zweites Video einer Katze am Geiseltalsee bei ihm eingegangen sein. „Wir gehen davon aus, dass es sich um dasselbe Tier handelt. Aus der Perspektive des neuen Videos ist das zu sehende Tier kleiner als zunächst zwingend zu vermuten und durch die Experten bisher eingeschätzt wurde.“

Also doch kein Grund zur Sorge? In Rücksprache mit den Experten wolle der Landkreis das vorhandene Bildmaterial weiter prüfen. „Bis neue Erkenntnisse vorliegen, bleiben die Bereitschaften erhalten“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die groß angelegte Suche, die auf Grundlage der bis dahin vorliegenden Bilder und Expertenmeinungen zum Schutze der Bevölkerung notwendig und richtig war, wird jedoch nach dem neuen Kenntnisstand zurückgefahren.“

Gegenüber „RTL“ bestätigte Braunsbredas Bürgermeister Schmitz die Entwarnung: „Also es ist kein Puma in Braunsbedra, es wird sich sicherlich um eine Katze gehandelt haben. Welche Art ist nicht ganz klar, aber das spielt auch keine Rolle!“ 

Raubkatze in Sachsen-Anhalt? Kein Zoo und kein Besitzer

Hinzu kommt: In Braunsbedra gibt es keinen Zoo, aus dem der Puma hätte ausbrechen können. Auch ein entlaufener Privatzoo-Gast konnte bislang nicht ausgemacht werden. Weil es in Sachsen-Anhalt wie in weiteren Bundesländern aber erlaubt ist, privat ein exotisches Raubtier zu halten, fordern Tierschützende eine sogenannte Positivliste. Die soll genau festhalten, welche Tiere gehalten werden dürfen.

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Übrigens: Wir vertreten die Ansicht, das Wildtiere beziehungsweise Exoten keine Haustiere sind. Der Handel mit exotischen Tieren und geschützte Arten ist im Tiermarkt von DeineTierwelt deshalb verboten. Mehr dazu erfährst Du hier.

Die Herkunft des Tieres bleibt damit ebenso mysteriös wie die Frage, warum es sich ausgerechnet den Geiseltalsee ausgesucht hat – einen der größten künstlich angelegten Seen Deutschlands, entstanden aus einem ehemaligen Braunkohletagebau.

Laut einer zuständigen Dezernentin habe man die zu der Zeit noch vermutete Raubkatze auch noch an anderen Orten gesichtet – wie zum Beispiel in einem Ortsteil der Nachbarstadt Mücheln. Auch ein Kalb nahe des Geiseltasees sei gerissen worden, wie es der Landkreis noch zuvor laut „t-online“ mitgeteilt hatte.

Polizei und Behörden in Alarmbereitschaft

Die Polizei hatte das Gebiet am Dienstag großräumig überwacht und mit Drohnen und Wärmebildkameras der Feuerwehr aus der Luft abgesucht. Bereits am Montag hatte ein Polizeihubschrauber nach dem Tier sucht – ohne Erfolg.

Bürger wurden gebeten, Hinweise sofort unter der Notrufnummer 112 zu melden – und auf keinen Fall auf eigene Faust zur „Safari“ aufzubrechen. Das sollte inzwischen hinfällig sein. Ob die große Kleinkatze von einem Haushalt vermisst wird, ist noch unklar.

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