Blinde Hunde stehen im Alltag vor ganz anderen Hürden als Tiere mit funktionierendem Sehsinn. Es fällt ihnen schwer, sich sicher zu orientieren und Hindernisse rechtzeitig zu erkennen, wodurch es schnell zu Unfällen kommen kann. Erblindete Hunde sind auf Geräusche, Gerüche und Berührungen angewiesen, wobei sich sehende Vierbeiner auch auf Körpersprache und Blickkontakt mit Artgenossen verlassen können.
Um blinden Hunden den Alltag zu erleichtern, gibt es bereits Geschirre mit Anti-Kollisionsringen. Doch vier Studierende der Rice University im US-Bundesstaat Texas haben jetzt eine Weste entwickelt, die Abhilfe schaffen und deutlich mehr Sicherheit geben könnte als herkömmliche Hilfsmittel.
Ein Hund, eine Herausforderung, ein starkes Team
Wie die Besitzer von Hund Kunde aus Houston sich fühlten, als sie von dem fortgeschrittenen Glaukoms ihres geliebten Vierbeiners erfuhren, ist schwer nachzuempfinden. Kunde hat durch die Erkrankung sein Augenlicht verloren. Aus Sorge wandten sie sich an die „Oshman Engineering Design Kitchen (OEDK)“, die führenden Konstruktions- und Design-Werkstatt der Rice Universität.
Die Studierenden Adam Vuong, Cristiana De Sousa, Issy Tsai und Santiago Brent wollten eine Lösung finden und haben unter dem Namen „Kunde‘s Friends“ geplant, geforscht und entwickelt. Die vier bringen unter anderem Expertise in den Bereichen Elektrotechnik, Bioingenieurwissenschaften und Konstruktionstechnik mit.
Ziel war es, eine möglichst komfortable und leichte Weste zu entwickeln, die es Kunde ermöglicht, seine Umgebung wahrzunehmen. Dabei mussten neben der Wasserbeständigkeit auch die hohen Temperaturen in Texas beachtet werden.
Ein Prototyp, der Hund und Mensch bereichert
Das Team konzipierte eine Weste, die mit speziellen Kameras in Kopfnähe ausgestattet ist. Diese erfassen die Umgebung, reagieren auf nahe liegende Hindernisse und leiten die Informationen in Echtzeit an Resonanzmotoren weiter. Die dadurch entstehenden Vibrationen variieren je nach Entfernung und Lage der Hindernisse. So kann sich Kunde ohne die Hilfe seiner Menschen fortbewegen.
Zur Zeit hat das funktionale Kleidungsstück eine Reichweite von 8 Metern und eine Akkulaufzeit von 2 Stunden. Auch wenn die Arbeit an der Weste noch nicht abgeschlossen und Kunde in der Testphase ist, ist das Projekt jetzt schon ein Erfolg für beide Seiten.
Der Vierbeiner freut sich über die Möglichkeit wieder mehr Sicherheit und Orientierung im Alltag zu haben. Und für die Studierenden war und ist die Arbeit an dem Prototyp eine Bereicherung für ihren Wissensstand und ihr künftige Karriere.



