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Müssen Hunde bei Kälte Winterkleidung tragen?

Die Kältewelle hat weite Teile Deutschlands aktuell fest im Griff. Bei teils zweistelligen Minusgraden hilft nur: dick einpacken. Aber gilt das auch für unsere Vierbeiner? Müssen Hunde sich mit Winterkleidung gegen die Kälte wappnen, oder reicht ihnen ihr Fell? Hier gibt‘s die Antwort!

Je nachdem, wie das Fell Deines Hundes beschaffen und wie empfindlich er ist, kann Dein Vierbeiner kurze Winterspaziergänge ohne Kleidung gut überstehen – oder auch nicht. Denn obwohl sie ihren Mantel in Form ihres Fells eigentlich immer bei sich haben, sind einige Hunde für Kälte einfach anfälliger als andere.

Ist Dein Hund gesund und hat ein dickes Fell? Dann sollte es für ihn kein Problem sein, für kurze Zeit im Winter einen Spaziergang mit Dir zu machen. Das erklärt ein Tierarzt gegenüber der britischen Tierarzt-Wohltätigkeitsorganisation „PDSA“. Trotzdem sollte im Winter kein Hund lange ohne Zugang zu einer Hütte und Wärme draußen gelassen werden.

„Grundsätzlich brauchen wir hier in unseren Breiten keine Hundemäntel. Der Hund ist von der Natur gut ausgestattet“, sagt auch Tierarzt Thomas Steidl. Er ist Vorsitzender des Kleintierausschusses der Bundestierärztekammer. „Wenn ich bei tiefen Temperaturen mit dem Hund unterwegs bin, dann ist es wichtig, dass ich mit dem Hund auch laufe“, ergänzt er. Die Bewegung halte den Hund warm.

Bei einigen Hunden ist Winterkleidung sinnvoll

Hat Dein Hund allerdings sehr feines oder dünnes Fell, ist noch sehr jung, untergewichtig, alt oder krank, ist ein Hundemantel meist eine gute Idee, rät auch die Bundestierärztekammer. Diese Hunde brauchen Winterkleidung, weil sie die Kälte viel schneller spüren als ihre Artgenossen.

Achte außerdem darauf, dass Du mit Deinem dünnfelligen Hund bei Kälte nur kurze Spaziergänge unternimmst. Das gilt zum Beispiel für die Hunderasse Greyhound oder andere Windhunde, die ursprünglich aus wärmeren Gefilden stammen. Auch molossoide Hunde, also massige und muskulöse Hunderassen wie Bulldoggen oder Mastiffs frieren bei niedrigen Temperaturen schnell.

Hund hat einen Mantel an.
Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

„Wenn der Hund Rückenprobleme hat, wäre ich immer dafür, den Hund eher wärmer zu halten, als zu kalt“, sagt Meike Stein. Sie ist Hundetrainerin und Inhaberin der Hundetagesstätte „Rheinrudel“ in Wesseling, wo sie bei jedem Wetter draußen mit den Hunden arbeitet. Auch sie sieht für gesunde Hunde keine Notwendigkeit, sie bei einem regulären Spaziergang ins Mäntelchen zu hüllen. „Allerdings bleibt man auch öfter mal stehen, unterhält sich mit anderen – und da muss man dann drauf achten“, sagt die Expertin.

So könne es sein, dass auch gesunde Hunde mit wenig Fell und Unterwolle einen Mantel brauchen, so Stein. Pullover seien auch eine gute Ergänzung, weil sie eng anliegen und nicht so stark die Bewegungsfreiheit einschränken. Aber auch das komme auf den Hund an.

Hund mit rotem Wintermantel
Foto: unsplash.com/Jake Green (Symbolfoto)

Andere Rassen – wie Husky, Samojede oder Malamut – können bei Kälte hingegen förmlich aufblühen. Sie sind kaltes Wetter gewohnt und genießen Winterspaziergänge vielleicht sogar mehr als die im Sommer. Achte trotzdem darauf, ob Dein winterbegeisterter Hund die Kälte gerade gut aushält. Wenn nicht: Ab nach Hause!

„Huskys haben die dicksten und wärmsten Winterjacken von sich aus am Körper“, sagt Hundetrainerin Stein. Gerade bei solchen urtypischen Rassen könnten Mäntel auch kontraproduktiv sein. „Das ist, als ob ich mich in Frischhaltefolie einwickle und dann joggen gehe“, scherzt sie. Auch den Hunden könne dann zu warm werden.

Kommen die Hunde aus dem Ausland, könne es auch sein, dass sie bereits andere Temperaturen gewöhnt sind. „Gerade die Hunde, bei denen auch Herdenschutzanteile drin sind, sind oft sehr robust“, sagt Stein. „Für viele dieser Hunde ist es auch eine Qual, drinnen zu sein. Die sagen dann: Heizung? Mantel? Oh Gott!“. Ihre Kunden berichten ihr, dass die Hunde dann freiwillig bei Kälte in den Garten gehen, um sich abzukühlen, so wie dieser Pyrenäenberghund in diesem Instagram-Reel.

Für Hunde, die permanent draußen gehalten werden, gibt es bestimmte Verordnungen, sagt Tierarzt Steidl. „Denen muss eine Hundehütte mit bestimmten Maßen zur Verfügung stehen. Die darf auch nur so groß sein, dass der Hund die sich selber aufwärmt“.

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Wichtig sei aber, beim Kauf genau hinzuschauen. Wer seinem Hund zum Beispiel eine Jacke aus Wolle oder Baumwolle stricken will, tut dem Tier nichts Gutes. Denn diese Materialien sind nicht wasserabweisend – und daher bei Schnee, Regen und Kälte ungeeignet.

Passende Winterkleidung für Hunde finden

Ein guter Hundemantel sollte aus einem leichten, hautverträglichen und atmungsaktiven Material bestehen. Er darf außerdem nicht scheuern und kein Körperteil einschnüren oder die Bewegungsfreiheit zu sehr einschränken. Ein guter Sitz ist wichtig. Denn auch zu lockere Winterkleidung für Hunde ist nicht gut: Sie kann nicht genug wärmen oder der Hund riskiert, damit an Gegenständen oder Sträuchern hängen bleiben.

Gerade bei Rüden solltest Du darauf achten, dass Dein Hund nicht unweigerlich gegen den Mantel pinkelt. Wenn Dein Vierbeiner nach seiner Winterkleidung schnappt, darauf herum beißt oder kratzt, zeigt er damit, dass diese scheinbar nicht richtig sitzt und ihn stört.

Husky steht im Schnee.
Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Zittert Dein Hund? Das ist ein Zeichen dafür, dass ihm kalt ist. In dem Fall solltest Du Deinen Vierbeiner so schnell wie möglich ins Warme bringen – egal, ob er Winterkleidung trägt oder nicht. Und: Nasse Hundekleidung unbedingt ausziehen. Halte Deinen Vierbeiner in Bewegung, damit er sich wieder aufwärmt. Habe am besten auch ein Handtuch dabei, um Deine Fellnase etwas abzutrocknen.

Zittern heißt nicht immer kalter Hund

„Zittern muss nicht immer ein Zeichen von Kälte sein“, sagt Tierarzt Steidl. Bestimmte Rassen, oft auch Terrier, neigten oft zum Zittern, auch bei Zimmertemperatur. Das könne auch ein Zeichen von Aufregung sein.

Trotzdem ist es gut, seinen Hund zu beobachten, sagt Stein. Wenn der Hund generell Unwohlsein zeigt, wenn er verkrampft, ungern raus geht und eben auch zittert, könntest Du einen Mantel ausprobieren. Wenn der Hund sich aber auch mit Mantel nicht wohlfühlt, solle man das auch respektieren. Das sei ganz individuell. „Ich würde das eher vom Verhalten des Hundes und vom Aktivitätsgrad abhängig machen, als von der Gradzahl“, sagt sie.

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