Das Wichtigste in Kürze: Friert Dein Hund im Winter und braucht er Kleidung?
- Ob Dein Hund einen Mantel braucht, hängt unter anderem von der Kälteempfindlichkeit, der Felllänge, der Gesundheit und dem Alter ab.
- Du erkennst am Zittern, einer gekrümmten Körperhaltung und steifen Bewegungen, ob Dein Hund friert. Warnsignale für Unterkühlung beim Hund sind Lethargie und blasse Schleimhäute.
- Ein Hundemantel sollte gut sitzen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken und aus geeignetem Material bestehen.
- Bei Winterspaziergängen im Schnee und Eis ist der Schutz und die Pflege der Pfoten wichtig.
Brauchen Hunde im Winter einen Mantel?
Je nachdem, wie das Fell Deines Hundes beschaffen ist und wie empfindlich er ist, kann Dein Vierbeiner kurze Winterspaziergänge ohne Kleidung gut überstehen – oder auch nicht. Denn obwohl sie ihren Mantel in Form ihres Fells eigentlich immer bei sich haben, sind einige Hunde für Kälte einfach anfälliger als andere.
Ist Dein Hund gesund und hat ein dickes Fell? Dann sollte es für ihn kein Problem sein, für kurze Zeit im Winter einen Spaziergang mit Dir zu machen. Das erklärt ein Tierarzt gegenüber der britischen Tierarzt-Wohltätigkeitsorganisation „PDSA“. Dennoch ist es wichtig, darauf zu achten, dass sich Dein Hund bei Kälte, Schnee oder Nässe nicht längere Zeit auf dem kalten Boden aufhält und nach Spaziergängen im Regen gut abgetrocknet wird, um ein Auskühlen zu vermeiden. Trotzdem sollte im Winter kein Hund lange ohne Zugang zu einer geschützten, warmen Rückzugsmöglichkeit draußen sein. Da es in der kalten Jahreszeit zudem häufiger zu gesundheitlichen Problemen kommen kann, etwa durch Infekte, kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig mit Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oder dem Thema Tierkrankenversicherung auseinanderzusetzen.
„Grundsätzlich brauchen wir hier in unseren Breiten keine Hundemäntel. Der Hund ist von der Natur gut ausgestattet“, sagt auch Tierarzt Thomas Steidl. Er ist Vorsitzender des Kleintierausschusses der Bundestierärztekammer. „Wenn ich bei tiefen Temperaturen mit dem Hund unterwegs bin, dann ist es wichtig, dass ich mit dem Hund auch laufe“, ergänzt er. Die Bewegung hält den Hund warm.

Welche Hunde brauchen im Winter einen Mantel?
Hat Dein Hund sehr feines, stumpfes oder dünnes Fell, ist noch sehr jung, untergewichtig, alt oder krank? Dann ist ein Hundemantel meist eine gute Idee, rät auch die Bundestierärztekammer. Diese Vierbeiner brauchen Winterkleidung, weil sie die Kälte viel schneller spüren als ihre Artgenossen.
„Wenn der Hund Rückenprobleme hat, wäre ich immer dafür, den Hund eher wärmer zu halten, als zu kalt“, sagt Meike Stein. Sie ist Hundetrainerin und Inhaberin der Hundetagesstätte „Rheinrudel“ in Wesseling, wo sie bei jedem Wetter draußen mit den Hunden arbeitet. Auch sie sieht für gesunde Hunde keine Notwendigkeit, sie bei einem regulären Spaziergang ins Mäntelchen zu hüllen. „Allerdings bleibt man auch öfter mal stehen, unterhält sich mit anderen – und da muss man dann drauf achten“, sagt die Expertin.
So könne es sein, dass auch gesunde Hunde mit wenig Fell und Unterwolle einen Mantel brauchen, so Stein. Pullover seien auch eine gute Ergänzung, weil sie eng anliegen und nicht so stark die Bewegungsfreiheit einschränken. Aber auch das komme auf den Hund an.
Es gibt einige Rassen, die beim Gassigehen im Winter mehr Schutz brauchen :
- Greyhound oder andere Windhunde, die ursprünglich aus wärmeren Gefilden stammen.
- Molossoide Hunde, also massige und muskulöse Hunderassen wie Bulldoggen oder Mastiffs frieren bei niedrigen Temperaturen schnell.
- Minihunde wie Chihuahua brauchen unbedingt Kleidung im Winter. Aufgrund ihrer geringen Körpermasse können sie kaum Wärme speichern.
- Kleine Hunderassen mit kurzem Fell, die näher am kalten Boden sind. Dazu zählen zum Beispiel Dackel oder Yorkshire Terrier.
Ab wie viel Grad solltest Du Hunden im Winter einen Mantel anziehen?
Das kommt darauf an, wie schnell der Hund friert. Bei kälteempfindlichen Rassen brauchen Hunde bereits ab etwa 5°C eine Jacke. Ist einem Hund nicht zu schnell kalt, solltest du ihm erst ab etwa -5°C eine Jacke anziehen.
Trotzdem ist es gut, seinen Hund zu beobachten, sagt Stein. Hat der Welpe oder Hund keine Lust raus zu gehen, zeigt er generell Unwohlsein, zittert oder verkrampft? Dann könntest Du einen Mantel ausprobieren. Wenn der Hund sich aber auch mit Mantel nicht wohlfühlt, sollest Du das respektieren. Das ist ganz individuell. „Ich würde das eher vom Verhalten des Hundes und vom Aktivitätsgrad abhängig machen, als von der Gradzahl“, sagt sie.
Welche Vierbeiner brauchen keine Kleidung im Winter?
Rassen – wie Husky, Samojede oder Malamut – blühen bei Kälte förmlich auf. Sie sind kaltes Wetter gewohnt und genießen Winterspaziergänge vielleicht sogar mehr als die im Sommer. Achte trotzdem darauf, ob Dein winterbegeisterter Hund die Kälte gerade gut aushält. Wenn nicht: Ab nach Hause!
„Huskys haben die dicksten und wärmsten Winterjacken von sich aus am Körper“, sagt Hundetrainerin Stein. Gerade bei solchen urtypischen Rassen könnten Mäntel auch kontraproduktiv sein. „Das ist, als ob ich mich in Frischhaltefolie einwickle und dann joggen gehe“, scherzt sie. Auch den Hunden könne dann zu warm werden.
Kommen die Hunde aus dem Ausland, könne es auch sein, dass sie bereits andere Temperaturen gewöhnt sind. „Gerade die Hunde, bei denen auch Herdenschutzanteile drin sind, sind oft sehr robust“, sagt Stein. „Für viele dieser Hunde ist es auch eine Qual, drinnen zu sein. Die sagen dann: Heizung? Mantel? Oh Gott!“. Ihre Kunden berichten ihr, dass die Hunde dann freiwillig bei Kälte in den Garten gehen, um sich abzukühlen, so wie dieser Pyrenäenberghund in diesem Instagram-Reel.
Für Hunde, die permanent draußen leben, gibt es bestimmte Verordnungen, sagt Tierarzt Steidl. „Denen muss eine Hundehütte mit bestimmten Maßen zur Verfügung stehen. Die darf auch nur so groß sein, dass der Hund die sich selber aufwärmt“.
Passende Winterkleidung für Hunde finden
Wichtig ist, beim Kauf genau hinzuschauen. Wer seinem frierenden Hund zum Beispiel eine Jacke aus Wolle oder Baumwolle stricken will, tut dem Tier nichts Gutes. Denn diese Materialien sind nicht wasserabweisend – und daher bei Schnee, Regen und Kälte ungeeignet. Es kann sogar dazu führen, dass der Hund schneller friert.
Gute Winterbekleidung für Hunde zeichnet sich unter anderem durch folgende Aspekte aus:
- Material: Der Hundemantel besteht aus einem leichten, hautverträglichen und atmungsaktiven Material. Leichtes Futter hilft, dass der Hund nicht friert.
- Guter Sitz: Die Jacke scheuert nicht, schnürt kein Körperteil ein und schränkt die Bewegungsfreiheit nicht zu sehr ein. Braucht Dein Hund oder ein Welpe einen Mantel? Dann sollte er jedoch nicht zu locker sitzen. Ansonsten wärmt er nicht genug und der Hund kann damit an Sträuchern hängen bleiben.
- Eignung: Gerade bei Rüden solltest Du darauf achten, dass Dein Hund nicht unweigerlich gegen den Mantel pinkelt.
Wenn Dein Vierbeiner nach seiner Winterkleidung schnappt, darauf herumbeißt oder kratzt, zeigt er damit, dass diese scheinbar nicht richtig sitzt und ihn stört.
Wie erkennst Du Frieren und Unterkühlung beim Hund?
Frieren und Unterkühlung beim Hund erkennst Du unter anderem an folgendem Verhalten und Anzeichen:
- Der Hund zittert
- Er macht sich klein oder zieht den Schwanz ein
- Er krümmt sich oder verkrampft
- Der Gang ist langsam und steif
- Der Vierbeiner winselt und sucht nach Wärme
- Er wirkt apathisch oder desorientiert
In dem Fall solltest Du ihn so schnell wie möglich ins Warme bringen – egal, ob er Winterkleidung trägt oder nicht. Und:
- Ziehe nasse Hundekleidung unbedingt aus.
- Halte Deinen Vierbeiner in Bewegung, damit er sich wieder aufwärmt.
- Habe am besten ein Handtuch dabei, um Deine Fellnase etwas abzutrocknen.
- Kontaktiere einen Tierarzt, wenn der Puls des Hundes sinkt, Bewusstlosigkeit droht und er sich nicht mehr bewegt.
Bedenke jedoch die Umstände. „Zittern muss nicht immer ein Zeichen von Kälte sein“, sagt Tierarzt Steidl. Bestimmte Rassen, oft auch Terrier, neigten auch bei Zimmertemperatur zum Zittern. Das könne auch ein Zeichen von Aufregung sein und muss nicht bedeuten, dass Dein Hund friert.
Hundespaziergang bei Kälte: 5 Tipps für Hundehalter

Draußen ist es im Winter kalt und dunkel, Streusalz sowie Split schaden sanften Hundepfoten und Wildtiere können eine unterschätzte Gefahr sein.
Verschiedene Tierschutzorganisationen geben daher Tipps, was Du beim Gassigehen im Winter beachten solltest. So bringst Du Deinen Hund sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit – mit oder ohne Winterkleidung.
Tipp 1: Häufiger Gassigehen, aber kürzere Strecken
Kein Wunder, dass die Lust auf ausgedehnte Aufenthalte im Freien bei dem ungemütlichen Wetter sinkt – auch bei Deinem Hund.
Damit Dein Hund nicht friert, solltest Du deshalb eher kürzere Spaziergänge machen. Idealerweise gehst Du dann über den Tag verteilt öfter Gassi, rät der Deutsche Tierschutzbund.
Tipp 2: Auf Sichtbarkeit achten
Morgens wird es später hell und abends früher dunkel. Für Hundehalter und ihre Vierbeiner ist es deshalb wichtig, dass Autofahrer und andere Teilnehmer im Straßenverkehr sie gut sehen – besonders, wenn Dein Hund eine dunkle Fellfarbe hat.
Aktion Tier rät deshalb, Reflektoren an der Kleidung anzubringen. Bei Hunden ist ein reflektierendes oder blinkendes Halsband beziehungsweise Geschirr sinnvoll. Friert Dein Hund, ist ein Hundemantel mit Reflektoren optimal.
Tipp 3: Schnee und Eis meiden
Klar, Du musst auch Gassigehen, wenn Schnee liegt. Achte dann aber darauf, dass Dein Vierbeiner nichts (oder nicht zu viel) von der weißen Pracht frisst (Schneefressen kann zu Durchfall und Erbrechen führen). Um Eisflächen solltest Du dagegen einen Bogen machen: Dein Hund läuft nämlich nicht nur Gefahr, einzubrechen – er kann dort auch leichter ausrutschen und sich verletzen.
Tipp 4: Vorsicht vor Wildtieren beim Gassigehen im Wald
Rehe, Füchse und andere Wildtiere sind besonders zur Dämmerung aktiv. Je kürzer die Tage werden, desto eher kollidiert das mit der Gassigeh-Zeit. Besonders in Waldnähe triffst Du deshalb im Herbst und Winter wahrscheinlich öfter auf Wildtiere als im Rest des Jahres.
Lasse Deine Fellnase bei Waldspaziergängen daher angeleint, selbst wenn das an Deinem Wohnort keine Pflicht ist. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen müssen Hunde sowieso im Wald an die Leine. Das schützt die Tiere und Deinen Vierbeiner gleichermaßen.
Tipp 5: Pfoten beim Gassigehen im Winter schützen
Neben der Kälte und Nässe stört Hunde bei Schneewetter vor allem das Streu auf Straßen und Gehwegen. Während wir Menschen dank unserer dicken Winterschuhe den Splitt und das Salz gar nicht spüren, kommen Hunde mit ihren empfindlichen Pfoten damit in direkten Kontakt.
Das ist besonders schmerzhaft, weil die Pfoten von Hunden von unzähligen, schmerzempfindlichen Nerven durchzogen werden. Gassigeh-Schuhe oder -Socken sollten im Winter trotzdem nur bei tierärztlicher Anordnung zum Einsatz kommen, so der Deutsche Tierschutzbund. Denn nicht immer ist das sofort nötig. Das kannst Du in jedem Fall tun:
- Halte das Fell zwischen den Zehen kurz, damit sich dazwischen keine Schnee- und Eisklumpen festsetzen.
- Reibe vor dem Gassigehen die Pfoten mit etwas Melkfett oder Vaseline ein.
- Auf längeren Spaziergängen durch den Schnee kannst Du die Pfoten regelmäßig kontrollieren und Eisklumpen schon unterwegs entfernen.
- Untersuche nach dem Spaziergang die Pfoten genau, entferne Splitt und spüle Salz mit warmem Wasser ab.
Fazit: Es kommt auf den Hund an, ob er Winterkleidung braucht
Nicht jeder Hund friert im Winter, wenn wir uns in unsere dicken Jacken schmeißen. Ob und ab wann der Hund einen Mantel braucht oder tragen kann, hängt von seiner Größe, Fellstruktur, seinem Alter und der Gesundheit ab. Achte darauf, ob Deinem Hund kalt ist und ob eine Unterkühlung droht.
Benötigt Dein Hund einen Mantel, achte auf die richtige Größe, denn die Jacken gibt es in verschiedenen Ausführungen und häufig in Sondergrößen. Mit ein wenig Vorbereitung und Pflege kann auch ein Spaziergang bei niedrigen Temperaturen euch beiden viel Freude bereiten.
FAQ: Die häufigsten Fragen rund ums Gassigehen im Winter und frieren beim Hund
Ab welchen Temperaturen frieren Hunde?
Kurzfellige und kälteempfindliche Hunde können bereits bei Temperaturen zwischen 5°C und 7°C frieren. Hunde mit dichterem Haarkleid fangen häufig bei -5 °C an zu frieren. Es gibt jedoch auch Hunderassen (z.B. Huskys), die niedrige Temperaturen lieben.
Ab wie vielen Grad braucht ein Hund also einen Mantel? Dann, wenn er friert. Dies hängt auch von seinem Alter, seiner Gesundheit und seiner Rasse ab.
Wie merke ich, dass dem Hund zu kalt ist?
Zittern, eine gekrümmte Körperhaltung, das Einziehen des Schwanzes und langsamere, steife Bewegungen können darauf hindeuten, dass Dein Hund friert.
Soll ich einen Hund zudecken?
Ja, wenn dem Hund kalt ist und er sich schwer alleine warm halten kann, kannst Du ihn mit einer atmungsaktiven Decke zudecken.
Wie kalt dürfen Hunde schlafen?
Der Schlafplatz des Hundes sollte sich an einem warmen Ort ohne Zugluft befinden. Zwischen 18 °C und 22 °C sind optimal, robustere Rassen mögen es auch etwas kühler. Unter 10 °C sollte die Temperatur jedoch nicht sinken.
Wann ist es zu kalt zum Gassigehen?
Hundehalter sollten nie ganz aufs Gassigehen verzichten, sondern die Runden klein halten, wenn der Hund friert. Dies gilt insbesondere bei extremen Minusgraden oder Eisregen.
Sind Hunde im Winter weniger aktiv?
Viele Hunde bewegen sich im Winter etwas weniger und haben keine Lust auf Spaziergänge bei Minusgraden. Die Bewegung ist dennoch sehr wichtig für ihre Gesundheit.



