Mops – Berühmt berüchtigter Begleithund

Über den Mops

Allgemeines

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde

Sektion 11: Kleine doggenartige Hunde

Größe: 6,3 bis 8,1 Kilogramm (Gewicht)

Farben: Schwarz, Silber, Hellfalbfarben mit schwarzer Maske

 

Haltungsempfehlung: Der Mops kann in der Wohnung gehalten werden. Er braucht jeden Tag ausreichend Auslauf, damit er gesund bleibt. Außerdem wünscht er sich viel Aufmerksamkeit von seinen Menschen – Zeit sollte bei Ihnen also vorhanden sein. Er ist sehr kinderlieb – also, gut für Familien geeignet. Für sehr aktive/sportliche Menschen, die mit ihrem Hund Agility o.ä. machen wollen, ist er eher nicht geeignet.

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Dieses Zitat von Loriot ist bezeichnend dafür, wie gefragt und begehrt der Mops einst war. Lieder, Gedichte und Geschichten wurden über ihn geschrieben, kaum ein Hund wurde so oft gemalt, wie der Mops, und um kaum eine Hunderasse ranken sich so viele Legenden und Heldensagen. So soll es angeblich ein Mops gewesen sein, der den Prinzen Wilhelm I. von Oranien vor spanischen Attentätern rettete, indem er ihn durch Bellen weckte.

Ob das tatsächlich der Wahrheit entspricht, lässt sich heute nicht mehr klären – ebenso wenig wie die tatsächliche Herkunft des Mopses. Man weiß zwar, dass er mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit aus China stammt und dort bereits vor über 2000 Jahren an der Seite der Kaiser saß – wie er aber dorthin kam oder wie man ihn nach Europa brachte, ist ungewiss.

Erst ab dem 15. Jahrhundert lassen sich immer mehr Nachweise für das Aufkommen der Hunderasse in Europa finden und fortan waren alle hohen Herrschaften im Bann des Mopses gefangen.

Jeder, der etwas auf sich hielt – und es sich leisten konnte – kaufte sich einen Mops, ließ sich mit ihm porträtieren, ihn modellieren oder sein Bildnis auf Porzellan malen. Sogar ein Mops-Orden wurde von Erzbischof Clemens August von Bayern gegründet – auch wenn dieser nicht, wie man denken möge, als Zuchtverband diente, sondern als Ersatz für die vom Papst verbotenen Freimaurerlogen.

Doch wie jeder Trend kam auch irgendwann der Mops ‚aus der Mode‘. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts soll Queen Victoria keinen Vertreter dieser Rasse mehr habe finden können.

Dies lag unter anderem an der falschen Haltung in den Biedermeierstübchen, wo der Mops nur mit Leckereien vollgestopft und nie bewegt wurde. Der einst muskulöse Hund, der seine Herren früher oft auf die Schlachtfelder begleitet haben soll, degenerierte zu einem faulen Abklatsch seiner selbst. Postwendend kam darauf die Antwort in Form von Wilhelm Buschs Spottversen, wo der Mops als dickes, dummes und faules Tier dargestellt wird.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der einst absolute Modehund – wie viele andere kleine Rassen – fast ausgestorben. Zumindest in Europa. Doch schließlich trugen Lord und Lady Willoughby und Mr. Morrison die Möpse aus der ganzen Welt zusammen, um so die Zucht wieder aufzunehmen und den Fortbestand der Rasse zu garantieren.

Seitdem jedoch ging der Trend – wahrscheinlich wegen einer falschen Interpretation des vorherigen Rassestandards – zu einer immer flacheren Nase und einem sehr quadratischen Gesicht. Die Folge: Atembeschwerden und gesundheitliche Probleme machen heutzutage vielen Möpsen zu schaffen. Der FCI-Standard wurde deshalb 2010 geändert und verurteilt nun Übertreibungen bezüglich des Nasenschwamms oder der Augen. Demnach versucht man in Hinsicht auf die Gesundheit der Tiere wieder zur ursprünglichen Optik des Mopses zu gelangen, als seine Nase noch weiter hervorstand.

Fitness-Ansprüche

Der Mops schläft zwar gerne viel und ist sehr kuschelbedürftig, trotzdem darf und muss sich jeder Hund bewegen. Das können die Vierbeiner, entgegen vieler Meinungen oder Vorurteilen, sehr gut – natürlich muss jedoch auf die Atmung der Tiere geachtet werden. Überzüchtete Möpse, die gesundheitliche Probleme dieshingehend haben, sollten nicht überfordert werden.

Ansonsten genießt das gesunde Tier aber lange Spaziergänge und auch an kleinen Balancierspielchen hat es Spaß. Springen, buddeln und mit Herrchen oder Frauchen toben – Möpse sind durchaus sehr aktiv, wenn man sie entsprechend fördert und motiviert. Zumindest sind sie nicht die faulen, verfressenen und übergewichtigen Hunde, die Wilhelm Busch beschrieben hat – dazu werden sie nur, wenn der Mensch es zulässt.

Rassespezifische Charakterzüge

Wen auch immer man nach den typischen Eigenschaften des Mopses fragt, eine der Antworten, die fast ständig kommt, ist: „Er hat viel Charme.“ Und tatsächlich ziehen einen die runden Augen dieser Vierbeiner schnell in den Bann. Wenn sie dann noch den Kopf schieflegen, ist so manches harte Herz erweicht. Aber, dass sie diese Wirkung erzielen können, wissen viele Möpse auch. Herrchen und Frauchen sollten deshalb streng mit ihren Vierbeinern bleiben, egal, wie viel sie betteln.

Ansonsten sind Möpse sehr umgänglich und vor allem anhänglich. Am liebsten würden sie ihren Menschen niemals von der Seite weichen und sie in jeder Lebenssituation begleiten. Viele Vertreter dieser Rasse versuchen auch genau das und nisten sich – wenn man es zulässt – sogar bei Herrchen und Frauchen im Bett ein.

Ist das Rudel dann mal nicht da, wird so manche Stunde lang gejault – ein Kläffer ist der Mops aber eigentlich nicht.

Der Mops braucht also viel Aufmerksamkeit – holt sie sich gegebenenfalls selber, indem er Sie so lange nervt, bis Sie nachgeben. Eine gewisse strenge Erziehung gehört also dazu, damit Ihr neues Familienmitglied eben nicht alles macht, was es gerade möchte. Natürlich sind Möpse aber sehr sensibel. Härte hat in der Erziehung nichts zu suchen – Sie sollten sich eben nur nicht immer von den Augen des Hundes erweichen lassen. Sonst hört er nie mehr damit auf.

Wer dann noch ein bisschen Geduld mitbringt und weiß, einen Hund zu motivieren, der kann dem Mops auch kleinere Kunststücke beibringen. Denn dumm sind die Tiere keinesfalls. Hier ist es nur ähnlich wie bei dem English Bulldog: Ein Mops wird nichts tun, was er für sinnlos hält.

Haltungsempfehlung

Der Mops kann ohne Schwierigkeiten in einer Wohnung gehalten werden. Selbstverständlich braucht er aber genügend Auslauf und auch mal einen Platz um sich zurückzuziehen. (Obgleich Möpse nur sehr selten freiwillig von ihren Menschen weggehen würden.)

Ansonsten eignet sich der Mops sehr gut für Familien, da er ein grundlegend freundliches Wesen hat (auch Fremden, anderen Tieren oder Kindern gegenüber) und er ist zudem ein guter Anfängerhund. Natürlich gilt es sich aber vorher gründlich – wie bei jeder Rasse – zu informieren.

Sehr wichtig ist es, beim Züchter darauf zu achten, dass es den Hunden gut geht. Also beispielsweise die Nase nicht extra stumpfer und die Augen nicht extra hervorstehender gezüchtet worden. Denn eben jene Vorgehensweise sorgt nur dafür, dass die Hunde gesundheitlich leiden.

Wer aber hierbei auf alles achtet, genug Zeit mitbringt, sich um den anhänglichen Mops zu kümmern und wer einen verschmusten, lieben und treuen Hund sucht, der findet in dieser Rasse wohl den perfekten Gefährten.

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