Manchmal bleibt uns Menschen die Stimme weg oder wird heiser – zum Beispiel, wenn wir erkältet sind. Große Sorge machen wir Zweibeiner uns dann aber meistens nicht. Anders sieht das bei unseren Hunden und Katzen aus. Stellst Du bei ihnen einen Veränderung im Bellen oder Miauen fest, kann eine gefährlichere Ursache dahinter stecken.
Denn: „Anders als bei uns sind Erkältungen und Grippen nicht der Hauptgrund für Veränderungen oder Verlust der Stimme bei Haustieren“, erklärt Tierarzt Ken Tudor auf der Seite „PetMD“. Stattdessen gebe es vor allem zwei Arten von Ursachen: mechanische oder neurologische Beeinträchtigungen.
Tier miaut oder bellt nicht mehr: Das kann dahinter stecken
Wie bei uns Menschen erzeugen die Tiere Töne, indem sie Vibrationen in ihren Stimmbändern oder -falten erzeugen. Sie sind Teil des Kehlkopfes, der am Beginn der Luftröhre liegt. Werden plötzlich keine Töne mehr erzeugt oder klingen diese komisch, kann das zum einen daran liegen, dass etwas den Kehlkopf so blockiert, dass die Stimmbänder nicht mehr vibrieren können.

Blockaden können unter anderem aus folgenden Gründen entstehen:
- Abszesse oder Schwellungen, zum Beispiel durch Katzenkämpfe oder verschluckte Nadeln oder spitze Knochen
- Schwere Verletzungen, die ebenfalls zu Schwellungen führen
- Tumore in oder um Kehlkopf oder Luftröhre
Ursachen für Stimmverlust oft gefährlich
Zum anderen kann es Probleme bei der Übertragung der Nervenimpulse geben, die die Vibration aus dem Hirn steuern. Werden die Nerven zu den Stimmbändern nicht oder nur noch wenig stimuliert, können die folgenden Ursachen dahinter stecken:
- Rassebedingte Stimmbandlähmung, beispielsweise bei Dalmatiner, Rottweiler oder weißem Deutschen Schäferhund
- Tumore und Krebs an den Nerven
- Infektionen wie starke Brustinfektionen, die durch Schwellungen die Nervenbahnen blockieren können
- Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden kann die Nervenfunktion beeinflussen
- Muskelerkrankungen
Deshalb gilt: Sobald Dein Hund anders bellt oder Deine Katze nicht mehr miaut, solltest Du mit Deinem Tier zum Tierarzt. Die meisten Ursachen sind zum Glück gut behandelbar. Und selbst wenn der Auslöser nicht heilbar sein sollte: Durch rechtzeitige Behandlung kann das Tier meist trotzdem länger eine hohe Lebensqualität genießen.
Bellen und Miauen wichtige Kommunikation
Wer selbst ein Katze hat, weiß: Die Laute der Miezen können ganz schön vielfältig sein. Zwischen Schnurren und Miauen gibt es nämlich eine ganze Bandbreite an Tönen, die Katzen produzieren können. Zum Beispiel trillern oder zwitschern sie, jaulen oder fauchen. Für die Samtpfoten sind das – neben der Körpersprache – wichtige Kommunikationsmittel zu Menschen, Artgenossen oder anderen Tieren.
Im Stimmapparat der Katzen gibt es übrigens eine Besonderheit: Durch eine zusätzliche Membran können sie schnurren, auch während sie atmen. Normalerweise verschließen die Stimmfalten nämlich die Luftröhre zur Lauterzeugung. Deshalb können wir Menschen – aber auch Hunde – nicht atmen, während wir sprechen – oder bellen. Für Katzen gilt das bei allen anderen Lauten übrigens auch.

Auch dass ein Hund bellt, ist Teil seiner normalen Kommunikation. Nicht nur gegenüber Menschen, auch mit ihren Artgenossen kommunizieren die Vierbeiner so. Für uns Zweibeiner ist das vielleicht manchmal nervig. Und übermäßiges Bellen sollte und kann Hunden abtrainiert werden.
Achte zum Beispiel darauf, wann und in welchem Kontext Dein Hund bellt. Vielleicht ist er gelangweilt, oder reagiert lauthals auf Stress. Versuche außerdem, das Bellen nicht ungewollt zu belohnen, indem Du Deinem Tier Aufmerksamkeit schenkst oder versuchst, es mit Leckerlis abzulenken.



