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Die Mauser bei Wellensittichen

Wellensittiche sind bekannt für ihr farbenfrohes Federkleid. Doch jeder Vogelhalter kennt die Zeit, in der die Federn nur so aus dem Käfig rieseln. Denn auch die kleinen Papageien aus Australien müssen ihr hübsches Gefieder regelmäßig erneuern. Wir verraten Euch, was es mit der Mauser bei Wellensittichen auf sich hat und was Ihr in dieser Zeit beachten könnt.

Drei Wellensittiche zum Artikel Mauser bei Wellensittichen

Was ist die Mauser?

Wellensittiche verlieren über das ganze Jahr verteilt Federn. Daher ist es keine Seltenheit, dass Ihr vor dem Käfig kleine Flaumfedern und vereinzelt auch größere Federn findet. Dieser tägliche Abwurf ist jedoch nicht als Mauser zu bezeichnen. Lediglich der gesteigerte Verlust von Federn beschreibt die Mauser Eurer Piepmätze. Das Wort Mauser stammt vom lateinischen „Mutare“ und bedeutet „wechseln“. Gemeint ist damit das Abwerfen der alten, aber auch die Entstehung von neuen und funktionsfähigen Federn. Dieser Vorgang ist bei unseren gefiederten Freunden hormonell gesteuert. Die Hormonproduktion ist wiederum abhängig von einigen äußeren Einflüssen. Temperatur, Nahrung und die Länge der Tage sind einige davon. Da die Schwungfedern nicht alle gleichzeitig ausfallen, bleiben Wellensittiche und andere Ziervögel während der Mauser in der Regel flugfähig.

Was steckt hinter der Mauser und wie lange dauert sie?

Die Federn unserer gefiederten Freunde nutzen sich mit der Zeit ab und müssen deshalb regelmäßig erneuert werden. Lichteinwirkungen können die aus Keratin bestehenden Vogelhaare ausbleichen. Aber auch mechanische Beanspruchungen sowie Staub und Schmutz führen zur Abnutzungen. Abgenutzte Federn können nicht regenerieren werden, sodass sich bei einem Nichtaustauschen des Federkleides eine Flugunfähigkeit ergeben würde. Ein Grund dafür ist beispielsweise, dass die abgenutzten Schwungfedern nicht mehr für ausreichend Auftrieb im Flug sorgen.

Die Häufigkeit und Dauer der Mauser bei Wellensittichen hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Grob kann allerdings von zwei bis vier Mauservorgängen im Jahr ausgegangen werden, die weniger stark oder stark ausgeprägt sein können. Durch Gesundheitsstatus, Alter und Hormonstatus kann auch ein vermindertes oder gesteigertes Mausern erfolgen, ohne krankhaft zu sein. Die Dauer beläuft sich auf circa 7 bis 12 Tage, angefangen vom Ausfallen der alten Federn bis hin zum Neuwachsen der neuen. Beachten solltet Ihr, dass Wellensittiche niemals vollständig Mausern. Deshalb ist es schwierig zu sagen wie lange es wirklich dauert. Ein Zeichen für das Ende des Mauserns könnt Ihr an „Stoppeln“ am Köpfchen erkennen.

Blau-weißer Wellensittich putzt sich

Was ist bei der Mauser bei Wellensittichen zu beachten und wie könnt Ihr Euren Vogel unterstützen?

Im Regelfall erscheint ein gesunder Wellensittich während der Mauser müder als normalerweise. Das Mausern ist mit einer heftigen Erkältung zu vergleichen. Während dieser Zeit ist das Immunsystem geschwächt. Verhaltensveränderung sind die Folge. Es ist keine Seltenheit, dass Euer Piepmatz weniger lebhaft ist und weniger singt. Auch die Aktivität wird deutlich eingeschränkt. Einige Wellensittiche kommen während der Mauser nur selten oder gar nicht aus ihrem Käfig.

Ihr solltet Eurem Liebling Ruhe gönnen, um Erkrankungen zu vermeiden. Wichtig ist es außerdem die Nahrungszufuhr anzupassen. Es sollte auf abwechslungsreiche Ernährung geachtet und an fetthaltigem Futter gespart werden, damit Eure Wellensittiche nicht verfetten. Grundsätzlich solltet Ihr die Finger von sogenannten „Mauserhelfern“ aus der Tierhandlung lassen. Diese helfen Euren Vögeln nicht weiter. Unterstützen könnt Ihr sie hingegen zum Beispiel mit Kieselerde, Salatgurke oder Korvimin. Denn diese Produkte enthalten Kieselsäure, die das Wachstum der Federn fördert.

Wann zum Tierarzt?

Bei der Schreck– und der Stockmauser – zwei besondere Formen der Mauserns – solltet Ihr mit Eurem Liebling einen Tierarzt aufsuchen. Die Schreckmauser ist ein Abwehrmechanismus, der bei Angst oder Schock ausgelöst wird. Euer Wellensittich wirft hierbei seine Schwanzfedern ab. In der Natur dient es ihm als Schutz vor Fressfeinden, die beim Zubeißen nur seine Federn erbeuten. Diese Schreckmauser kann allerdings auch im Alltag auftreten. Deshalb solltet Ihr darauf achten Euren Sittich nicht zu erschrecken – eine knallende Tür kann hier schon ausreichen.

Bei der Stockmauser kommt es nach dem Abwurf der alten Federn zu Verzögerungen beim Wachstum der neuen Federn. Die Mauser verlängert sich hierdurch deutlich. Mögliche Ursachen dafür sind weitestgehend ungeklärt. Denkbar wären unter anderem Temperaturschwankungen oder unzureichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien. In einem solchen Fall ist die Gabe von Medikamenten notwendig. Diese bekommt Ihr bei einem Tierarzt.

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