Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- Körperbau: kräftig, muskulös, breiter Kopf, hängende Ohren und Lefzen
- Größe: groß; 70 bis 76 Zentimeter
- Gewicht: 77 bis 100 Kilogramm
- Fell und Farbe: laut Rassestandard: Apricot, gestromt oder falb (sandfarben), mit einer schwarzen Gesichtsmaske
- Charakter: furchtlos, ausgeglichen, ruhig, gutmütig, familiär, gemütlich
- Pflege: pflegeleicht; lose Haare regelmäßig auskämmen, Hautfalten sauber & trocken halten
- Gesundheit: Hüftdysplasie (HD), Gelenkdysplasie, Nierenerkrankungen, Magenverdrehungen, Hautkrankheiten, Augenerkrankungen, Herzerkrankungen, Knochenkrebs möglich
- Lebenserwartung: bis zu 12 Jahre
Der Mastiff und seine Herkunft
Bereits in der Antike beeindruckte der Molosser und wurde als imposanter Kriegs- und Wachhund eingesetzt, um den Feind in die Flucht zu schlagen. Diese Ursprungsform blieb lange Zeit unverändert, bis in England eine Reinzucht vorgenommen wurde. Auf diese Weise entstand die heutige Form des Hundes „Mastiff“, der größer und schwerer ist als sein Ahne Molosser.
1872 gründete sich der erste Englisch-Mastiff-Club und 1883 wurde zusätzlich der Old-Englisch-Mastiff-Club eröffnet. Ein deutliches Indiz dafür, dass der Mastiff in seiner heutigen Form noch nicht lange existiert. Erst im Jahr 2009 nahm man die endgültige und letztmalige Anpassung an den Rassestandard vor.
Welche Arten von Mastiffs gibt es?
Die Hunderasse Mastiff ist ein Oberbegriff für alle Rassen, die nachweislich auf den Molosser zurückgehen. Zu den 19 Mastiff-Arten gehören unter anderem der Englische-Mastiff, Spanischer-Mastiff, Bull-Mastiff und Tibet-Mastiff bzw. Tibet-Dogge. Alle Hunde des Typs „Mastiff“ unterliegen je nach Bundesland den Richtlinien für Listenhunde. Oftmals sind besonders große und starke Hunderassen von dieser Kategorisierung betroffen. Da Englisch-Mastiffs nachweislich in den römischen Arenen gegen Löwen, Tiger oder Bären kämpfen mussten, kann man ihnen eine enorme Kraft nicht absprechen. Dabei sagt die Rasse allein nicht das Geringste über das Wesen oder den Charakter des Hundes aus. Eine Abklärung aller Auflagen ist vor dem Kauf eines Mastiffs sinnvoll und notwendig.
Der Mastiff besitzt einen fürsorglichen Charakter und ein sanftes Wesen
Ein sanfter Riese mit einer ungeheuren Kraft. Er begegnet Menschen, Kindern und anderen Artgenossen in gutmütiger und gemütlicher Weise und lässt sich nicht schnell aus der Ruhe bringen.
Mit seiner Gelassenheit ist er ein guter und überaus sozialer Familienhund, der sich liebevoll um alle Familienmitglieder kümmert. Seine beeindruckend hohe Reizschwelle endet erst, wenn seine Familie bedroht wird. Genau diese Eigenschaft macht ihn zu einem hervorragenden Schutz- und Wachhund, der bereits durch seine Größe jeden Feind abschreckt.

Benötigt ein Mastiff eine besondere Erziehung?
Die Erziehung eines Mastiffs ist eine Herausforderung. Aufgrund des hohen Gewichts und seiner Größe ist es ein Leichtes für ihn, eine „Anweisung“ seines Lieblingsmenschen zu ignorieren. Anders ausgedrückt: Der Mastiff geht mit dir Gassi, weil er es möchte und nicht, weil er muss. Deshalb ist eine innige und vertrauensvolle Bindung mit einer konsequenten und liebevollen Erziehung unerlässlich, um Eigensinn oder aggressives Verhalten zu unterbinden. Mastiffs sind sicherlich keine Anfängerhunde, aber dennoch tolle und freundliche Begleiter.
Die richtige Haltung und Pflege für einen Mastiff
Die imposanten Vierbeiner lieben die Zeit mit ihrem Menschen und können davon einfach nicht genug bekommen. Am glücklichsten ist er, wenn er täglich einen ausgiebigen Spaziergang in der Natur machen und ansonsten zwischendurch in einem Garten umher stromern kann. Außerdem lernt der sanfte Koloss gerne neue Tricks.
Die Mastiff-Pflege ist recht unkompliziert und mit wenig Aufwand verbunden. Einmal pro Woche sollte das kurze, glatte Fell durchgebürstet werden. Bei der Fellpflege kann gleich ein kleiner Check-up von Falten, Augen, Ohren, Zähnen und Pfoten erfolgen. Besonders im Sommer, wenn die großen Hunde schwitzen, kann sich Feuchtigkeit in den Falten sammeln und dort zu Entzündungen führen.
Da Mastiffs mit einem Durchschnittsgewicht von 77-100 Kilogramm zu den schweren Hundearten zählen, sind Treppen für sie auf Dauer eher ungeeignet. Zwar gelten die Hunde als robust, neigen aber wegen ihrer Größe und des hohen Gewichts zu Hüft- und Gelenkdysplasien, Knochenkrebs und Herzerkrankungen. Auch der sensible Verdauungstrakt sollte im Blick behalten werden. Neben viel Wasser und einer ausgewogenen Ernährung mit gesunden Ölen und Fetten verträgt der Mastiff am besten mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Dadurch wird verhindert, dass eine Magendrehung durch zu hastiges Schlingen ausgelöst wird. Lass Deinem Mastiff nach dem Fressen also eine ausreichende Ruhephase, ehe Du ihn zu körperlichen Aktivitäten aufforderst.
Mastiffs und Bull-Mastiff kaufen
In Deutschland gibt es nur wenige Züchter, die auf diese Rasse spezialisiert sind. Für Welpen sind die Wartelisten entsprechend lang und der Preis hoch. Über den VDH findest Du verantwortungsvolle Züchter von Mastiffs und Bull-Mastiffs, aber auch das Tierheim kann ein guter Anlaufpunkt sein.



