Der Maremmano sieht aus wie ein kuscheliger Eisbär. Das passt zu seiner Kälteunempfindlichkeit, denn sein Fell ist dicht und wetterfest. Kuschlig kann er auch sein, er ist aber in erster Linie ein Hirtenhund, der seine Herde mit Leib und Seele beschützt. Erfahre hier mehr über den würdevollen Maremmano abruzzese.
Steckbrief
- Herkunft: Italien
- Klassifikation: FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1. Schäferhunde
- Größe: Rüden: 65 bis 73 Zentimeter, Hündinnen: 60 bis 68 Zentimeter
- Gewicht: Rüden: 35 bis 45 Kilogramm, Hündinnen: 30 bis 40 Kilogramm
- Körperbau: schlank, athletisch, robust
- Fell und Farbe: langes, hartes Fell, weiß, elfenbein, blassorange, zitrone
- Charakter: intelligent, scheu, unabhängig
- Pflege: regelmäßiges Bürsten, jedoch nicht täglich notwendig
- Gesundheit: keine rassetypischen Erbkrankheiten, Hüftgelenkdysplasien möglich
- Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre
Herkunft und Entwicklung des Maremmano
Verfolgt man die Geschichte des Maremmano sehr weit zurück, werden seine Vorfahren wohl ganz ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammen und bei einer Völkerwanderung von Asien nach Europa gelangt oder von den Römern bei Kriegszügen aus Asien mitgebracht worden sein. Denn sicher ist, dass die Römer schon vor 2.000 Jahren Schäferhunde mit weißem Fell als Hütehunde für ihre Herden hielten. Der heutige Rassehund Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese, wie er in Italien heißt, entspringt jedoch einer Kreuzung aus verschiedenen Herdenschutzhunden aus den Regionen Toskana und Abruzzen und wurde am 13.03.1956 von der „FCI“ als offizielle Hunderasse ohne Arbeitsprüfung anerkannt.
Der italienische Hütehund Maremmano wurde gezielt von Züchtern gezüchtet, um die Schäfer in den Bergen beim Hüten der Schafherden zu unterstützen. Dieser Tätigkeit geht der Maremmano seit vielen Generationen und bis heute nach. Mittlerweile jedoch nicht mehr nur in Italien, sondern auch in der Schweiz, Spanien, England, Australien und den USA. In Deutschland ist er hingegen bisher selten anzutreffen. Der größte Anteil der Tiere ist immer noch in Italien zu finden.
Rassetypisches Aussehen
Der Maremmano ist ein sehr großer Hund und hat ein würdevolles, stolzes Auftreten. Er besitzt einen kräftig gebauten Körper und einen großen, kegelförmigen Kopf, der an einen Eisbären erinnert. Der Maremmano hat kleine Hängeohren, eine herabhängende lange Rute, die in Bewegung dann in Höhe der Rückenlinie getragen wird. Er ist generell sehr muskulös und athletisch gebaut, was unter dem langen, weißen Fell jedoch kaum sichtbar wird.
Sein langes, dichtes und glattes Fell besitzt eine kräftige Unterwolle, sodass er in den kalten und windigen Nächten in den Bergen nicht friert. Besonders am Hals besitzt er geradezu eine richtige Mähne. Dadurch kannst Du Deinen Maremmanno auch im Winter gut draußen lassen, denn sein dichtes Fell wird ihn stets warmhalten. Auch bei Regen trocknet sein Fell schnell nach. Dieses ist stets weiß, weswegen er von seinen Schafen manchmal gar nicht auseinanderzuhalten ist. Bei der Zucht von Maremmanos können aber auch Tiere mit elfenbeinfarbenem oder ins Zitronengelbe und Blassorange tendierendem Fell entstehen, was auch zum Rassestandard gehört.

Das Wesen des unabhängigen Hirtenhundes
Da der Maremmano über Jahrhunderte als Herdenschutzhund gehalten wurde und wird, ist sein Charakter mit dementsprechenden angeborenen Eigenschaften ausgestattet. Zum einen ist er bis zur Aufopferung treu und zuneigungsvoll seinem Herrchen und Frauchen gegenüber, zum anderen hat er gelernt unabhängig zu handeln. Dies ist in seiner Tätigkeit als Hirtenhund auch vonnöten, zum Beispiel wenn ein Schaf von einem wilden Tier angegriffen wird.
Der Maremmano wird dieses sowie seinen Besitzer bis auf den Tod verteidigen, weswegen er auch Bergsteigern gefährlich werden kann. Er ist also ein guter Wachhund und bereit, Hof und Heim zu beschützen. Der Maremmano hat nämlich einen ausgeprägten Verantwortungssinn. Unterwürfiges Verhalten und bedingungslosen Gehorsam kannst Du bei diesem sehr intelligenten Wesen nicht erwarten. Hier handelt es sich eher um eine ebenbürtige Beziehung zwischen Hund und Hundehalter. Trotz stark ausgeprägter Hierarchie zwischen den Vierbeinern derselben Rasse kommt der Maremmano mit Mitgliedern in seinem Menschen-Rudel gut zurecht und taugt als Familienhund. Kinder und Senioren, auch Katzen, wenn er sie von klein auf kennt, sind kein Problem für ihn. Er verhält sich in der Regel ruhig und gelassen und bisweilen auch verschmust.
Erziehung & Haltung: Für wen der Maremmano geeignet ist
besuchen. Deinen Maremmano musst Du dabei schon im frühen Alter streng und konsequent, aber ohne Zwang erziehen, denn auf letzteres reagiert er sehr empfindlich. Damit er mit Artgenossen zurechtkommt, solltest Du ihn auch frühzeitig mit diesen sozialisieren. Da er ein Arbeitshund ist, musst Du, wenn er nicht klassisch als Hirtenhund gehalten wird, für seine Auslastung sorgen. Einsamkeit und Langeweile machen diese Hunderasse psychisch sehr unausgeglichen. Der Maremanno ist zwar robust und kräftig, jedoch mäßig sportlich. Hundesportarten interessieren ihn weniger, auch das Führen am Fahrrad oder Joggen sind nicht sein Ding. Lieber erkundet er selbstständig sein Territorium.

Fellpflege und Gesundheit
Der Maremmano abruzzese ist für das Leben in rauer Natur gezüchtet und dementsprechend äußerst robust und mit langer Lebenserwartung gesegnet. Er ist, wenn er artgerecht gehalten wird, so gut wie nie krank und besitzt keine rassetypischen Erbkrankheiten. Möglich ist das Risiko einer Hüftgelenkdysplasie, wie sie bei vielen größeren Hunden wie dem Deutschen Schäferhund auch vorkommen kann. Seine Gesundheit ist stabil, aber natürlich sollte auch er regelmäßig zum Krallen schneiden, Drüsen ausdrücken, Blut- und Zahnkontrolle und Impfen. Ein regelmäßiger Check-up beim Tierarzt ist also sinnvoll und anzuraten.
Sein Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht allzu stark verfilzt, dies muss jedoch nicht täglich passieren, da sein langes Haar sehr wettertauglich ist.
Idealerweise setzt Du bei der Hundeernährung eher auf traditionelles Futter wie BARF. Es beinhaltet rohes Fleisch, Innereien und Knochen sowie Gemüse und Obst. Aber auch hochwertiges Trockenfutter kann für ihn geeignet sein. Die Nahrungsmenge muss an den täglichen Energieumsatz angepasst werden. Er neigt bei artgerechter Haltung nicht zu Übergewicht. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind empfehlenswert, damit Dein Maremmano nicht alles auf einmal hinunterschlingt und eine Magendrehung riskiert.



