Die Zeit ist enorm wichtig: Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob es eine Magendrehung ist, dann wäre es falsch zu warten. Denn: Lieber einmal umsonst in die Klinik gefahren, als einmal zu spät gehandelt und der Hund stirbt, weil ihm nicht sofort geholfen wurde. Ein Röntgenbild zeigt schnell, ob es wirklich eine Magendrehung ist. Weil jede Minute zählt, wird in Kliniken auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen sofort operiert.
Achte auf die Symptome einer Magendrehung beim Hund
Es gibt einige Symptome, die Dir zeigen, ob es eine Magendrehung sein könnte:
- Unruhe
- gekrümmter Rücken
- hängender Kopf
- der Hund will, aber kann nicht erbrechen
- Würgen mit Schaum
- der Bauch wird aufgebläht und hart
- Hecheln
- Speicheln
- Schwäche
- Teilnahmslosigkeit
- blasse Mundschleimhaut
Wenn dem Hund nicht geholfen wird, legt er sich hin, der Kreislauf bricht zusammen und er stirbt. Halte ihn möglichst lange in Bewegung, lass ihn im Wechsel gehen, aufstehen, sitzen.
Magendrehung: Das passiert bei der Notoperation
Bei einer Magendrehung passiert im OP-Saal folgendes: Erst werden mit einem Nadelstich die Gase aus dem Magen befördert. Dann wird der Bauch geöffnet, damit der Magen wieder in die richtige Position gebracht werden kann. Der Mageninhalt wird abgepumpt und der Magen gesäubert. Ein Teil der Magenwand wird an der Bauchwand festgenäht, damit künftig keine weitere Magendrehung passieren kann.
Manchmal müssen auch Teile der Magenwand miteinander vernäht werden, wenn sie abgestorben sind. Auch die Milz kann schlimmstenfalls absterben und muss dann entfernt werden. Betroffen sein kann auch die Bauchspeicheldrüse.
Ohne OP stirbt Dein Hund an einer Magendrehung
Auch während und nach einer Notoperation besteht Lebensgefahr, wenn zum Beispiel zu viel Magenwand abgestorben ist oder die Narkose nicht überlebt wird. Ohne Operation hat der Vierbeiner allerdings gar keine Überlebens-Chance. Deshalb gibt es nur die Entscheidung, sofort in die Klinik zu fahren.
Meistens darf die Fellnase schon am Tag nach der Operation nach Hause und auch wieder fressen. Allerdings sollte das Futter in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt gegeben werden, damit der Magen nicht überfordert wird.
Tipps zur Vorbeugung einer Magendrehung
Lebensbedrohliche Notfälle sollten natürlich so weit wie möglich vermieden werden. Zwar kann eine Magendrehung sogar nüchtern auftreten, aber häufig passiert es kurze Zeit nach dem Fressen.

Mit diesen Tipps kannst Du ein wenig vorbeugen:
- Der Hund sollte nicht schlingen – helfen kann zum Beispiel ein Anti-Schlingnapf oder das Füttern kleinerer Portionen
- Nach dem Fressen sollte der Hund nicht toben, spielen, Sport treiben oder sich wälzen
- Vermeide Stress bei Deinem Hund
Der Magen kann auch vorsorglich an der Bauchwand angenäht werden. Allerdings solltest Du Dich mit dem Tierarzt beraten, ob diese Maßnahme wirklich nötig ist.
Ist Dein Hund besonders gefährdet?
Gefährdet sind mittlere und große Hunde, bei denen im tiefen Brustkorb viel Platz ist und sich darin der Magen drehen kann. Doggen, Bernhardiner, Rottweiler, Boxer, Schäferhunde und Dobermänner sind beispielsweise Rassen, die diesen Brustraum besitzen. Das Risiko einer Magendrehung entsteht bei mittelgroßen Hunden meistens ab etwa fünf Jahren, bei großen Rassen schon ab etwa drei Jahren.




