Läufigkeit – oder auch Hitze – nennt man die fruchtbare Phase im Zyklus von Hündinnen. Sie tritt bei allen geschlechtsreifen Hündinnen, die nicht kastriert oder sterilisiert sind, auf. Für viele Besitzer ist die Zeit anstrengend: Rüden belagern die Hündin auf der Gassi-Runde, ihr Verhalten verändert sich – und über allem schwebt die Sorge vor einer ungewollten Schwangerschaft. Aber das muss nicht sein. Je besser Halter über die „heißen Tage“ ihres Schützlings informiert sind, desto stressfreier kann man sie gestalten. Diese neun Fakten helfen dabei.
1. Wie oft wird eine Hündin läufig?
Hunde bekommen wesentlich seltener ihre „Tage“ als Menschen – nämlich meist nur ein bis zwei Mal im Jahr.
2. Läufigkeit beim Hund setzt früher ein, als man denkt
Wenn Hunde einen Großteil ihres vollen „genetischen Zielgewichts“ erreicht haben, setzt die erste Läufigkeit ein, erklärt das Gesundheitszentrum für Kleintiere Lüdinghausen. Bei den meisten Hündinnen ist das zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat der Fall, es kann aber auch bis zu zwei Jahren dauern. Hündinnen kleiner Rassen werden in der Regel etwas früher zum ersten Mal läufig als große Rassen.
3. Kastration und Sterilisation sind nicht dasselbe
Bei vielen Menschen hält sich noch immer das Gerücht, dass Rüden kastriert und Hündinnen sterilisert werden – obwohl das gar nicht stimmt. Bei der Kastration werden Rüden die Hoden und Hündinnen die Eierstöcke entfernt. Die Hündin ist danach nicht nur vor ungewollter Schwangerschaft sicher, sie wird auch nicht mehr läufig.
Anders bei einer Sterilisation. Dabei werden nämlich nur die Eileiter durchtrennt (beziehungsweise die Samenleiter bei Rüden). Die Sexualhormone bleiben erhalten und die Hündin durchlebt weiterhin ihren normalen Zyklus.
4. Einige Hündinnen bluten kaum während der Läufigkeit
Keine Angst: Die Läufigkeit beim Hund konfrontiert Dich in der Regel nicht mit einem blutigen Massaker. Die meisten Hundehalter kommen gut damit zurecht, ihren Hündinnen in den ersten zwei Wochen der Läufigkeit ein Läufigkeitshöschen, also eine Art Windel, anzuziehen. In dieser Zeit tritt meist die Blutung auf. Auch eine Unterlage im Körbchen kann helfen, den Schlafplatz sauber zu halten.
Bei manchen Hündinnen bemerkt man aber sogar kaum, dass sie überhaupt bluten. Eines der Anzeichen für eine läufige Hündin ist unter anderem, dass sie häufiger ihre Genitalien leckt. Dadurch können viele Hündinnen sich selbst schon vom Blut sauber halten.

5. Die Hündin kann auch nach der Blutung schwanger werden
Übrigens ist die Gefahr einer Schwangerschaft nicht gebannt, sobald Deine Hündin nicht mehr blutet. Bei den meisten Hündinnen hält die Läufigkeit rund drei Wochen an. Davon ist die Hündin nur fünf bis sechs Tage deckbereit. Wann genau das der Fall ist, variiert aber von Tier zu Tier. Einige Hündinnen können schon während der Blutung schwanger werden, andere erst in den Tagen danach.
Deshalb sollte sich ein weiblicher Hund in der Läufigkeit für drei bis vier Wochen von unkastrierten Rüden fern halten, rät das Magazin „Dogster“.
6. Jeder Hund ist nach der Läufigkeit trächtig – meistens aber nur im Schein
Wenn eine Hündin nicht kastriert ist, wird sie einige Wochen nach der Läufigkeit scheinträchtig. Das ist vollkommen normal und hängt mit dem Hormonspiegel der Hündinnen zusammen. In vielen Fällen passiert die Scheinträchtigkeit, ohne dass Herrchen oder Frauchen davon etwas merken.
Allerdings können sich die Hormone auch auf die Psyche und das Verhalten der Vierbeiner auswirken. Dann neigt die Hündin zum Beispiel zum Nestbau, verschleppt ihr Spielzeug, wird extrem anhänglich oder auch aggressiv. „Ein Herz für Tiere“ zufolge solltest Du in diesem Fall einen Tierarzt aufsuchen um zu klären, wie Du am besten damit umgehen kannst und ob Deine Hündin zum Beispiel beruhigende Medikamente benötigt.
7. Kastration senkt das Risiko von bestimmten Krankheiten
Viele Hundehalter entscheiden sich dazu, ihre Hündin zu kastrieren. Dadurch besteht keine Gefahr mehr, dass die Hündin trächtig wird. Und: Durch die Entfernung der Geschlechtsorgane – am besten vor der zweiten Läufigkeit – sinkt auch das Risiko, an bestimmten Tumoren zu erkranken. Darunter Gesäugetumore, sowie Tumore an Gebärmutter, Scheide und Eierstöcken. Außerdem sinkt das Risiko für Pyometra, also eine eitrige Gebärmutterentzündung.
8. Kastration kann aber auch Nebenwirkungen haben
Viele Tierärzte empfehlen eine Kastration mittlerweile nicht mehr pauschal. Denn der Eingriff kann auch Nebenwirkungen haben. Für einige Tumore, etwa die am Herzen, haben kastrierte Hündinnen ein höheres Risiko als intakte. Auch das Risiko für Inkontinenz steigt.
Generell gilt aber natürlich: Besprich eine mögliche Kastration bei Deiner Hündin immer ausführlich mit einem Tierarzt. Die Experten können je nach den Lebensumständen Deines Vierbeiners individuelle Empfehlungen aussprechen.
9. Hunde kommen nicht in die Wechseljahre
Ander als bei uns Menschen kommen weibliche Hunde nicht in die Wechseljahre. Eine Hündin wird bis an ihr Lebensende läufig. Allerdings geben die Eierstöcke ihre Arbeit irgendwann allmählich auf, bei älteren Hündinnen sind die Läufigkeitssymptome deshalb irgendwann nicht mehr so ausgeprägt.
Trotzdem solltest Du unbedingt mit Deiner Hündin zum Tierarzt gehen, wenn die Läufigkeit bei ihr ausbleibt – egal ob jung oder alt. Dann steckt dahinter nämlich womöglich ein schwerwiegenderes Problem. Aufgrund hormonellen Ungleichgewichts können sich zum Beispiel Zysten bilden, die Gebärmutterschleimhaut entzündet sich und schlimmstenfalls kommt es zu einer Gebärmuttervereiterung.



