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Blasenentzündungen bei Katzen

Einige Ursachen für Blasenentzündungen bei Katzen

Auch unsere Stubentiger leiden manchmal an Blasenentzündungen. Wer schon einmal eine Blasenentzündung hatte, weiß, wie schmerzhaft das sein kann…

Die Ursachen sind – wie bei uns auch – häufig Bakterien, die über die Harnröhre in die Blase gelangen können. Die Bakterien nisten sich an der empfindlichen Schleimhaut der Blase ein und reizen diese dadurch: Schmerzen entstehen. Wird die Schleimhaut genug gereizt, kommt es sogar zu Blutungen.

Eine weitere häufige Ursache für Blasenentzündungen bei Katzen sind Harnsteine oder deren Vorläufer, winzige, aber spitze Kristalle. Diese entstehen, wenn bestimmte Mineralstoffe im Urin in einer sogenannten „übersättigten Lösung“ ausfallen. Das Prinzip kann man sich vorstellen wie bei normalem Salz in Wasser: Man kann eine bestimmte Menge Salz in einem Wasserglas lösen, aber irgendwann wird es zu viel. Die Lösung ist gesättigt und das restliche Salz bleibt am Boden des Glases liegen.

Natürlich spielen dafür die Futterzusammensetzung, der pH-Wert des Urins und noch einige andere Faktoren eine Rolle – bei einigen Katzen tritt das Problem aber immer wieder auf. Die winzigen Kristalle lagern sich übrigens irgendwann zu kleinen Harnsteinen zusammen: das nennt man dann Harngries. Es können aber auch richtig große Harnsteine entstehen, die man meist nur noch durch eine Operation entfernen kann.

Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?

Blut im Urin – bzw. im Katzenklo – ist für die Katzenbesitzer ein deutliches Zeichen für eine Blasenentzündung. Die Blutung kann natürlich auch schon irgendwo auf dem Weg des Urins von der Niere bis zur Blase oder aber auf dem Weg von der Blase bis zum Harnröhrenausgang auftreten, aber typisch ist eigentlich die Blase selbst.

Ein anderes typisches Symptom ist das häufige Absetzen kleiner Urinmengen. Die Katzen oder Kater gehen viel öfter als sonst auf das Katzenklo, scharren manchmal auch sehr lange herum, und wenn man anschließend guckt und meint, man müsse wahrscheinlich das gesamte Streu wechseln, findet man nur wenige Tröpfchen vor.

Wenn es besonders weh tut, schreien die Katzen manchmal sogar auf dem Katzenklo. Jetzt ist es höchste Zeit, einzuschreiten, um das Tier nicht unnötig zu quälen!

Was kann ich für meine Katze tun?

Da die Blasenentzündung sehr schmerzhaft ist, sollte man sofort den Tierarzt aufsuchen und die Erkrankung behandeln lassen, sobald man erste Symptome bemerkt. Die Behandlung ist natürlich abhängig davon, welche Ursache vorliegt. Um das herauszufinden, kann man seinem Tierarzt helfen, indem man eine Urinoprobe mitbringt. Dazu macht man als erstes das Katzenklo einmal ganz gründlich sauber. Beim Tierarzt gibt es häufig spezielles Katzenstreu, welches die Flüssigkeit nicht aufsaugt.

Eine einfache mikroskopische Untersuchung kann dann schon winzige Kristalle ans Tageslicht bringen, die vor allem bei Katern häufig für die Probleme verantwortlich sind. Diese Kristalle sind spitz und bohren sich in die Schleimhäute – dadurch kann es auch zu Blutungen kommen. Harnsteine sollten unbedingt behandelt werden, bevor sie größer werden und womöglich nur noch durch eine Operation entfernt werden können.

Die Harnstein-Probleme werden in manchen Fällen verschlimmert, weil sich zusätzlich Bakterien in der geschädigten Blasenwand einnisten.

Ob nun Harnkristalle vorhanden sind oder nicht, ein Antibiotikum wird die Katze in den meisten Fällen brauchen. Aber: Nicht jedes Antibiotikum ist gegen jeden Keim wirksam und leider steht ja nicht außen auf der Katze drauf, welcher Keim drin steckt. Um das genau herauszufinden, kann man ein sogenanntes Antibiogramm erstellen lassen – genau: mit der schon angesprochenen Urinprobe!

Fazit: Wenn Ihr gleich eine Urinprobe Eurer Katze mit zum Tierarzt bringt, kann schneller festgestellt werden, welche Therapie die Richtige ist. Der Katze wird so schnellstmöglich geholfen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Natürlich müssen Bakterien mit dem passenden Antibiotikum behandelt werden. Das Antibiotikum kann die Bildung von Harngries nicht stoppen, es dämpft nur die Folgen etwas ab, indem es Bakterien abtötet – insofern kann auch unter Tabletteneingabe wieder Harngries auftreten. Die Entstehung von Harngries kann und sollte man versuchen zu verhindern, indem man bestimmte Futtermittel gibt, die unter anderem den Harn-pH-Wert verändern. Diese Futtermittel gibt es nur beim Tierarzt.

Im schlimmsten Fall hilft nur noch eine Operation. Harnsteine können aus der Blase entfernt oder beim Kater gleichzeitig mit einer Penisamputation die Harnröhre erweitert werden. Diese verengt sich vor dem Penis, weshalb der Harngries dort besonders häufig „hängen bleibt“ und nicht nur große Schmerzen verursacht, sondern auch eine Harnstauung. Der Eingriff klingt erstmal brutal, doch er ist für manche Kater häufig die letzte Chance auf ein schmerzfreies Leben – die Kater haben glücklicherweise kein psychisches Problem nach dieser Operation. Sie sind sicherlich nur froh, wenn es endlich nicht mehr wehtut.

Am besten lässt man es natürlich nicht so weit kommen! Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung also bitte gleich zum Tierarzt gehen. Eure Katze oder Euer Kater werden es Euch danken!

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