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Könnten Hunde eigentlich ohne den Menschen überleben?

Wir füttern sie, gehen mit ihnen Gassi, pflegen sie und spielen mit ihnen: Ein Leben ohne Hund können sich viele von uns nicht mehr vorstellen. Und andersherum? Könnten Hunde ohne die Versorgung von uns Menschen überhaupt noch überleben? DeineTierwelt beantwortet Dir diese Frage.

Egal ob sie bei einer Familie im Haus wohnen, auf der Straße leben oder verwildert sind – Hunde leben in einer Welt, die von Menschen dominiert wird. In Jahrtausenden haben sie sich daran gewöhnt, ihr Leben an den Menschen anzupassen. Doch auch, wenn Fossilienfunde darauf hindeuten, dass Hunde schon in der Eiszeit domestiziert wurden: Es gab für die Tiere auch ein Leben vor uns Menschen.

Deshalb gibt es auch keine klare Antwort auf die Frage, ob Hunde auch ohne uns zurecht kämen. Trotzdem haben sich verschiedene Experten bereits mit dem Thema beschäftigt.

Einer von ihnen ist Mark Bekoff. Der ehemalige Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie schreibt in „Psychology Today“, dass das spannende Gedankenspiel nicht nur negativ für die Hunde ausgehen würde.

Immerhin leben Schätzungen zufolge rund 80 Prozent der Hunde auf unserem Planeten nicht mit Menschen zusammen. Wissenschaftler, die etwa Straßenhunde in Indien beobachteten, stellten fest, dass diese kaum körperliche Anzeichen von Stress zeigten. Mark Bekoff ist überzeugt, dass auch Hunde, die zeitlebens bei Menschen verbracht haben, gut ohne uns zurecht kämen.

Hunde wären ohne Menschen freier – aber auch mehr Gefahren ausgesetzt

Aber würde ihnen auch etwas fehlen? Klar, sie hätten mehr Freiheiten als in „Gefangenschaft“. Trotzdem würden in der Wildnis andere Herausforderungen auf sie warten. Sie müssten sich zum Bespiel selbst verteidigen – je nach Größe, Alter, Geschlecht und anderen Faktoren könnten sie dann zu einfacher Beute werden. Es gäbe auch keine leichten Essensquellen mehr – aber seien wir mal ehrlich: Jeder, dessen Hund schon einmal Kot oder Erbrochenes verspeist hat, weiß, dass die Fellnasen wahre Allesfresser sind.

Allerdings wäre medizinische Versorgung durch Tierärzte und oder Hundekörbchen, die Hunden einen sicheren Schlafplatz bieten, ohne Menschen unmöglich. Gleichzeitig gäbe es aber auch keine Qualzuchten mehr. Keine künstliche Auswahl von Eigenschaften, die Menschen bevorzugen.

Hunde würden nicht mehr gelobt werden. Aber sie würden auch nicht an der Leine gezerrt werden. Nicht angeschrien, wenn sie zu ruppig mit anderen Hunden spielen oder ausgiebig an etwas schnüffeln wollen.

Dir schwirrt der Kopf? Kein Wunder, dieses Gedankenspiel könnte man quasi ewig fortführen.

Die Vierbeiner passen sich an ihre neuen Lebensumstände an

Hand aufs Herz: Vermutlich würden sich die meisten Hunde ziemlich schnell an eine Welt ohne Menschen anpassen. Anstatt menschliches Verhalten zu verstehen und darauf zu reagieren, würden sie sich andere Fähigkeiten antrainieren. „Den meisten Hunden würde es nichts ausmachen, keine Menschen um sich zu haben“, ist das knallharte Fazit von Tierärztin Dr. Joanna Pendergrass.

Es sei zum Beispiel auch wahrscheinlich, dass es zu Kreuzungen zwischen Hunden und anderen Tierarten kommt, etwa Kojoten und Wölfen. Dadurch könnten Rassen entstehen, die noch besser fürs Überleben in der Wildnis gewappnet sind.

Zum Glück sind all das aber nur Hypothesen – es ist schließlich eher unwahrscheinlich, dass Hunde in naher Zukunft in einer Welt ohne Menschen leben.

Zumindest hoffen wir das inständig.

 

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