Wie zeigst Du Deinem Hund Deine Liebe? Vielleicht, indem Du ihm beherzt ein Küsschen auf die Schnauze drückst? Einige lassen sich von ihren Hunden auch einmal durchs Gesicht lecken. Fest steht: Mit diesen Arten der Liebesbekundung wärst Du nicht allein.
Eine Umfrage in den USA hat kürzlich sogar ergeben, dass 52 Prozent der befragten Hundebesitzer ihren Hund öfter küssen als ihren Partner. Und genau so viele lassen sich einer anderen Studie zufolge von den Tieren durchs Gesicht lecken… Kein Wunder eigentlich, immerhin sind Hunde für viele Herrchen und Frauchen ein Familienmitglied.
Aber ist das Ablecken gesund?
Hundemäuler sind Bakterienschleudern
Zunächst einmal eine Entwarnung: Ein kurzer Hundekuss ist wahrscheinlich eher ungefährlich. Dass Hundehalter nach so einem Schmatzer oder Geschlabber ernsthaft erkranken, passiert nur äußerst selten.
Trotzdem kannst Du Dir beim Kontakt mit der Hundezunge theoretisch Bakterien oder andere Krankheitserreger einfangen. Und immer wieder gibt es auch Schlagzeilen über extreme Fälle, in denen Menschen Körperteile verlieren oder sogar sterben, weil sie von ihrem Haustier abgeleckt wurden.
Meistens haben die Menschen in diesen Fällen bereits ein geschwächtes Immunsystem. Auch Alkoholiker oder Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen haben ein hohes Risiko für ernsthafte Erkrankungen.

Wenn Hundeküsse tödlich enden
Aber auch bei gesunden Hundehalter können Küssen ihrer Lieblinge in seltenen Fällen lebensbedrohlich enden. Dafür sorgt zum Beispiel das Bakterium Capnocytophaga canimorsus, das im Maul von Hunden und Katzen vorkommt. 2019 starb ein Mann in Deutschland infolge einer Infektion mit diesem Bakterium. Und einer Frau in Ohio mussten aufgrund einer Infektion die Beine amputiert werden.
In beiden Fällen geht man davon aus, dass sie das Bakterium beim Kontakt mit ihren Hunden aufgenommen hatten. Auch bei einem Hundebiss kann es übertragen werden.
Im schlimmsten Fall führt die bakterielle Infektion zu Blutvergiftung, Hirnhaut-, Knochenmarks-,Bauchfell-, Herzinnenhaut- oder Lungenentzündung – und die können tödlich enden. Der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge kommt Capnocytophaga canimorsus bei bis zu 74 Prozent aller Hunde vor.
Deshalb besteht fast immer, wenn Dein Hund Dich leckt, das Risiko, mit dem Bakterium in Kontakt zu kommen. Tierärztin Dr. Karen Becker zufolge verursacht das bei den allermeisten Fällen aber keinerlei Probleme.
Daneben können Hunde andere, ungefährlichere Bakterien auf uns übertragen. Zum Beispiel E.Coli, Salmonellen und Campylobacter, die alle Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, solltest Du die Zunge Deines Hundes nicht in die Nähe Deiner Augen, Nase, Deines Mundes oder offener Wunden lassen und Dir abgeleckte Hände waschen.
Krankheiten verhindern
Dass Hunde ihre Menschen gerne abschlecken – gerne auch mal im Gesicht –, ist übrigens einfach zu erklären: Für die Vierbeiner ist das eine Art Liebesbeweis, den sie auch untereinander an den Tag legen. Deshalb solltest Du Deinem Hund nicht komplett verbieten, Dich abzulecken. Biete ihm dafür aber am besten einfach Deine Hände an – und wasche diese danach gründlich mit Seife ab.



