HomeAllgemeinKönnen Hunde nur Schwarz und Weiß sehen?

Können Hunde nur Schwarz und Weiß sehen?

Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass Hunde ihre Welt nur in Schwarz und Weiß sehen können. Während Ihre Nase und ihr Geruchssinn besonders gut ausgeprägt sind, sagt man ihnen nach, dass Ihre Augen sehr viel weniger Hilfe leisten beim Aufspüren und Erkennen von Details. Tierpsychologen aus Amerika haben jetzt das Gegenteil bewiesen.

Schwarz weißer Hund
Foto: Pexels, pixabay.com

Sehschärfe ist nicht besonders gut

Die Sehkraft des Hundes hat Stärken und Schwächen: Etwas, das sich bewegt, kann ein Hund viel besser und schneller erkennen als etwas, das still steht. Dieser Fakt erklärt auch, warum Rehe beispielsweise auf einer Wiese in Schockstarre verfallen – sie hoffen, dass der Hund sie so nicht erkennt. Das klappt auch! Zellen im Auge wandeln das Licht in Nervenimpulse um und geben diese an das Gehirn weiter. Im Gehirn wird dann aus diesen Impulsen ein Bild umgewandelt. Hunde sehen in der Regel nicht besonders scharf und auch ihre räumliche Wahrnehmung ist nicht ausgeprägt. Mit ihren beiden Augen sehen sie einen 240 Grad-Winkel abdecken – aber nur 60 Grad davon überschneiden sich beide Blickfelder, was wiederum die räumliche Einordnung erschwert. Für Hunde ist das kein Problem – im Vergleich zum Menschen schneiden sie allerdings schlecht ab.

Das bunte Experiment

Die amerikanischen Forscher versteckten vor einem Hund jede Menge Fleisch- und Käsehäppchen, die in unterschiedlichen Farben beleuchtet wurden. Das Ergebnis stand nach kurzer Zeit fest: Auch die Welt der Hunde ist bunt! Allerdings können Hunde manche Farben, insbesondere Blautöne, weitaus besser erkennen als andere. Rot und Grün beispielsweise wirken auf einen Hund wie Gelb. Ihm fehlen die Rezeptoren für die grünen Wellenbereiche. Überhaupt verfügt die Hunde-Netzhaut nur über etwa 100.000 Zäpfchen. Sein Vorteil: Mehr Stäbchen in der Netzhaut ermöglichen ihm das Sehen auch bei nur wenig Licht.

So helft Ihr Eurem Hund im Alltag

Hunde sehen nicht schlecht, aber wenn man sich ein wenig auskennt, lässt sich der Alltag für ihn erleichtern. Ein roter Ball auf einer grünen Wiese zum Beispiel ist für einen Hund ein wahres Suchspiel – nehmt Ihr einen blauen Ball, hat Euer Vierbeiner viel mehr Spaß. Wer mit seinem Hund Agility macht, sollte wissen, dass der Hund die rot markierten Kontaktzonen nicht sieht, und wer ihn durch einen ein paar Meter entfernten Tunnel schicken möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Hund den erst richtig erkennt, wenn er unmittelbar davor steht. Wenn Ihr die Aufmerksamkeit Eures Hundes haben wollt, dann ruft ihn und bewegt Euch – in ein paar Metern Entfernung, wenn Ihr still steht, wird er Euch vielleicht gar nicht entdecken. Das ist keine Sturheit, sondern seinen Augen geschuldet. So oder so: Seine Nase funktioniert aber einwandfrei – verstecken ist also gar nicht so einfach.

 

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