HomeRatgeberWarzen, Zecken, Knubbel, Beulen oder Knoten beim Hund: Vorsicht!

Warzen, Zecken, Knubbel, Beulen oder Knoten beim Hund: Vorsicht!

Die Haut Deines Hundes ist nicht immer glatt. Von Zeit zu Zeit kann es sein, dass sich kleine Beulen, Knötchen oder Ähnliches bilden. Doch was hat es damit auf sich? Besteht Grund zur Sorge? Deine Tierwelt erklärt, worauf Du achten solltest.

Du streichelst wie so häufig Deinen geliebten Vierbeiner. Doch plötzlich fühlst Du eine kleine Beule oder einen Knubbel beim Hund. Viele Tierhalter reagieren im ersten Moment verwirrt und die Sorge ist groß. Handelt es sich um einen Tumor? Doch nicht immer sprechen solche Auffälligkeiten direkt für das schlimmste Szenario. Daneben gibt es auch viele andere unbedenkliche Möglichkeiten, warum da auf einmal eine Beule ist, wo gestern noch nichts war.

Wir verraten, worum es sich handeln kann, wenn Du Beulen oder Knubbel beim Hund findest und wie Du Dich richtig verhältst.

Zusammenfassung
Hautknoten oder Knubbel können unterschiedliche Ursachen haben. Im schlimmsten Fall handelt es sich um Krebs, es können aber auch schlicht Hautwarzen, Grützbeutel, Zecken, ungefährliche Lipome oder Ähnliches sein. Entscheidend ist, dass Du die Erhebung genau untersuchst und anschließend – bei Unsicherheit – einen Tierarzt kontaktierst.

Was mache ich, wenn ich einen Knubbel oder eine Beule beim Hund finde?

Wenn Du etwas Seltsames bei Deinem Hund bemerkst, verfalle nicht direkt in Panik. Deine ersten Schritte sollten wie folgt aussehen:

  • Notiere Dir den Tag, an dem Du den Knubbel beim Hund festgestellt hast.
  • Erfasse die Größe der Hautwucherung beim Hund. Vergleiche ihn zum Beispiel mit Obst oder Nüssen, wie haselnussgroß.
  • Schreibe Dir auffällige Ereignisse auf. Ist Dein Vierbeiner durch Dornbüsche gelaufen oder hatte er vorher eine Zecke?
  • Vereinbare einen Termin beim Tierarzt.
  • Kontrolliere bis zur Untersuchung weiterhin regelmäßig die Stelle.
  • Gib Deinem Arzt alle gesammelten Informationen und lass die Beule beim Hund prüfen.

Was kann ein Knubbel beim Hund sein?

Du bist ungeduldig und möchtest gleich wissen, um was es sich bei einer Beule oder einem Knubbel bei Deinem Hund handeln kann? Diese neun Möglichkeiten bestehen:

  • Zecke
  • Brustwarzen
  • Entzündete Zecken- und Flohbisse
  • Allergische Reaktion
  • Hautwarzen
  • Spritzreaktionen nach Impfungen
  • Talgdrüsen (Grützbeutel)
  • Tumor
  • Lipom

Was bedeutet das nun genau?

Brustwarzen: Eine überraschend einfache Lösung

Wenn Du einen Knubbel oder Beulen beim Hund findest, überprüfe zuerst, ob es sich nicht um gut im Fell versteckte Brustwarzen handelt. Viele Besitzer sind erstaunt, dass auch männliche Tiere über Zitzen verfügen, denn nötig sind sie ja eigentlich nicht. Wenn die vermeintliche Zecke also im Bereich der Brustwarzen liegt, einfach mal schauen, ob Du auf der gegenüberliegenden Seite noch so einen Knubbel findest. Dann handelt es sich wohl um eine Brustwarze. Je nach Rasse kann Dein Vierbeiner zwischen sechs und zehn Zitzen haben.

Talgdrüse: lästig, aber ungefährlich

Wie bei uns Menschen produziert auch die Haut der Hunde Talg in Talgdrüsen. Solche Drüsen können sich entzünden und/oder zu viel Talg produzieren. Beim Menschen ergibt das einen Pickel, bei Hunden einen größeren und manchmal sogar schmerzhaft entzündeten Grützbeutel.

Du kannst bei einem Hund einen solchen Eiterpickel ausdrücken, wenn er nicht so schmerzhaft ist, aber manchmal füllt er sich wieder. Der Tierarzt kann bei solchen Symptomen die Wundhöhle spülen oder den Talgknoten des Hundes operativ entfernen. Das ist in den meisten Fällen nicht nötig. Im Zweifelsfall fragst Du lieber erst den Tierarzt, bevor Du an einem Knötchen herumdrückst!

Knubbel und Beulen beim Hund nach Impfungen

Nach einer Injektion beim Tierarzt kann es an der Einstichstelle zu einer Spritzenreaktion kommen. Bei einer Impfung beim Hund liegt das häufig an den Lösungsmitteln der Impfstoffe. Aber auch andere Spritzen machen ein Loch in die Haut, die man aufgrund des dichten Fells ja gar nicht richtig desinfizieren kann. Da auf der Haut immer Bakterien leben, können diese durch den Stichkanal der Spritze unter die Haut gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen.

Die meisten Spritzen- oder Impfreaktionen klingen nach wenigen Tagen wieder ab, manchmal dauert es aber länger. In so einem Fall solltest Du Deinen Hund noch einmal beim Tierarzt vorstellen. Dieser kann dann ausschließen, dass sich ein Abszess gebildet hat – also eine mit Eiter gefüllte Kapsel. Das kommt sehr selten vor, aber wenn, dann solltest Du sie behandeln lassen.

Allergische Reaktionen sind meistens harmlos

Genauso kann Dein Hund nach einer allergischen Reaktion Beulen bekommen, die ebenfalls ganz von selbst abklingen. Dies kann zum Beispiel nach einer Berührung mit einem Stoff erfolgen, etwa einer bestimmten Pflanze oder einem speziellen Material. Achte in solchen Fällen nur darauf, Kontakt mit diesem Stoff in Zukunft zu vermeiden.

Hunde-Warzen: selten ästhetisch – aber meist ungefährlich

Kleine Alterswarzen bilden sich vor allem bei älteren Hunden an allen möglichen Stellen. Das kann mitten auf der Stirn genauso wie am Innenschenkel oder unter dem Kinn sein. Meistens stört die Beule beim Hund Deinen Vierbeiner überhaupt nicht. Es ist letztlich ein Schönheitsfehler, den Du nicht behandeln musst.

Eine Ausnahme bilden allerdings Warzen, die sich entzünden oder an denen Dein Hund ständig kratzt. Solche Warzen sollten tierärztlich behandelt werden, da durch das Jucken und Kratzen eine größere Verletzung und Entzündung hervorgerufen werden kann.

Zecken, Flöhe und andere Parasiten verursachen Knubbel beim Hund

Welcher Hundebesitzer kennt diese unliebsamen Gäste nicht? Die kleinen Krabbeltiere sind zwar in der kalten Jahreszeit nicht so aktiv wie im Sommer oder Herbst, aber selbst dann sind sie noch aktiv – verstecken sich aber an geschützten Stellen. Haben sie sich einmal festgebissen, fühlst Du nur eine Beule beziehungsweise einen Knubbel beim langhaarigen Hund, der sich als Zecke herausstellt. Bei kurzhaarigen Tieren kannst Du hingegen die Zecke meist gut erkennen. Dann kannst Du Deinen Vierbeiner mithilfe einer spezieller Zeckenzange schnell und einfach von dem lästigen Parasiten befreien.

Zecke auf einem Papier
Foto: pixabay.com/Nature-Pix (Symbolfoto)

Vorsicht: Der Zeckenbiss kann beim Hund selbst auch zu einem großen Knubbel oder einer dicken Stelle anschwellen und ein hartes Hautknötchen bilden, das manchmal bis zu einem Zentimeter groß ist. Eine so starke Schwellung gibt es allerdings nur:

  • bei empfindlichen Hunden
  • wenn Du eine Zecke falsch entfernst hast und ein kleines Stück vom Kopf stecken geblieben ist
  • falls Bakterien in die Bisswunde gelangt sind

In diesen Fällen kann ein verkapselter Zeckenbiss beim Hund entstehen. Dann sollte sich ein Tierarzt die Sache einmal ansehen, damit keine typischen Zeckenkrankheiten wie Babesiose oder Borreliose beim Hund auf den Zeckenbiss folgen. Das Gleiche gilt für entzündete Flohbisse.

Eine gute Zeckenprophylaxe ist während der Zeckensaison das A und O. Beim Arzt oder in der Apotheke wirst Du dabei das ganze Jahr über fündig. Viele Hundebesitzer schwören auch auf Kokosöl als Alternative – allerdings ist dessen Wirksamkeit umstritten.

Genauere Informationen zu den kleinen Schädlingen bietet unsere Übersicht häufiger Hundekrankheiten durch Parasiten. Falls Dein Hund anfällig für Zeckenbisse und andere Hautkrankheiten ist, hilft es, eine Hundekrankenversicherung abzuschließen.

Tumore: gut- und bösartige Varianten

Wenn Tierbesitzer eine Beule, einen Knubbel oder einen Hautknoten beim Hund finden, ist die Angst groß: Was, wenn es sich um einen Tumor beim Hund handelt? Solche Geschwülste gehören zu den häufigsten Hautkrankheiten beim Hund. Zudem gibt es unendlich viele verschiedene Arten.

Dein Hund hat einen beweglichen Knubbel unter der Haut? Dann kann es sich sowohl um einen gutartigen als auch um einen bösartigen Tumor handeln. Dann spricht man auch von Krebs. Welche Hundekrankheit genau vorliegt, kann der Arzt anhand einer pathologischen Untersuchung feststellen.

Gesäuge- beziehungsweise Milchdrüsentumore

Diese bekannte Tumorart kommt besonders bei Hündinnen sehr häufig vor, ist aber auch bei Rüden nicht selten. Du erkennst solche Beulen und Knubbel beim Hund am besten, wenn Du den Bauch Deines Vierbeiners regelmäßig beim Streicheln sanft abtastest.

Weißer kleiner Hund beim Streicheln
Foto: pixabay.com/Free-Photos (Symbolfoto)

Die meisten Tiere empfinden diese Untersuchung als angenehm, also keine Sorge. Wichtig ist, dass man von vorne in Höhe der Ellbogen bis zu den Innenschenkeln untersucht. Wenn Du dort ein Knötchen findest, solltest Du genau hinsehen. Handelt es sich nur um die Brustwarze oder liegt die Beule unter der Haut?

Ein Gesäugetumor kann dabei verschiedenste Ausmaße haben:

  • in Form von vielen kleinen stecknadelkopfgroßen Knötchen, die dicht beieinander liegen
  • als einzelne haselnussgroße weiche Knubbel
  • als riesige Geschwulste, wenn sie nicht entfernt werden und man sie wachsen lässt

Diese Tumore können weich, hart, verschieblich oder fest mit der Haut verwachsen und unabhängig von ihrer Erscheinungsform gutartig oder bösartig sein.

Gut zu wissen:
Die Verteilung gut- und bösartiger Tumoren am Gesäuge beträgt etwa 50:50. Du weißt erst sicher, worum es sich handelt, wenn Dein Arzt den Tumor entfernt und pathologisch untersucht hat. Da die bösartigen Vertreter dazu neigen, Tochtergeschwulste (Metastasen) zum Beispiel in Knochen und Lunge zu bilden, sind sie hochgefährlich.

Lipom: der gutartige Bruder des Tumors

Wenn Dein Hund eine Beule an der Seite hat, kann es sich auch um das weit weniger gefährliche Lipom handeln. Dieser Begriff bezeichnet einfache Fettgewebs-Tumoren beziehungsweise eine Fettbeule beim Hund, die sich fast überall bilden können und manchmal sehr groß werden. Sie sind überwiegend:

  • weich
  • langsam wachsend
  • bei älteren Hunden zu finden

Die Bildung einer Fettgeschwulst kommt bei manchen Hunden häufiger vor. Diese Schwellungen muss ein Tierarzt meist nur dann entfernen, wenn sie an ungünstigen Stellen gewachsen sind und das Tier stören. Das kann zum Beispiel unter dem Ellbogen sein, wo sie das Laufen behindern. In diesem Fall ist eine Operation sinnvoll.

Normalerweise muss ein Lipom beim Hund nicht entfernt werden, allerdings solltest Du sichergehen, dass es wirklich nur ein gutartiges Hautgeschwür ist. Mithilfe einer Biopsie ist das schnell möglich. Der Tierarzt entnimmt dazu mit der Spritze nur ein paar Zellen, die pathologisch untersucht werden. So kannst Du auf Nummer sicher gehen.

Wichtig
Dieser Ratgeber stellt keine tierärztliche Beratung dar. Bei Fragen oder Unsicherheiten sprich unbedingt mit Deinem Tierarzt.

9 Kommentare

  1. Meine ältere Kaninchendame hatte auch einen Knubbel an der Zitze,der laut des Tieraztes nur eine „harmlose“Zyste sei.Aber einen Monat später konnte ich an der Schulter einen weiteren Knubbel in Haselnussgröße erfühlen und heute habe ich einen weiteren an der anderen Schulter gefunden.Ich fahre auch in den nächsten paar Tagen zum TA.

  2. Mein Hund hat einen knubbel am Bauch der 2 cm durchmesser hat ,dieser Knoten hat er seit 5 Jahren ,heute hab ich fest gestellt das da noch 4 kleine dazu gekommen sind diese sind sehr klein und in der nähe der Zitzen was könnte das sein?

    • Hallo, bitte unbedingt mit dem Hund zum Tierarzt gehen! Knoten sollten auf jeden Fall immer abgeklärt werden. Je früher desto besser, damit im Ernstfall schnell mit der Behandlung begonnen werden kann. Liebe Grüße, Hanna

  3. finde solche seiten hilfreich ich denke es kann einiges sein ..der knoten ist fest wie talk könnte auch sen das er beim rein oder raus springen aus dem auto einen schlag bekommen hat auf due hintern kurzen rippen ..schmerzen hat er aber keine und auch sonst nix

    • Hallo Manfred, am besten vorsichtshalber zum Tierazt gehen und den Knubbel abklären lassen. So kannst Du auf Nummer sicher gehen. Wird der Knubbel größer solltest Du auf jeden Fall hingehen, damit sich der Tierarzt das mal genauer anschaut. Liebe Grüße! Hanna

  4. Unser Rüde 3 Jahre hat an der Pfote einen Knubbel fell wächst auch keines mehr, jetzt ist es angeschwollen was könnte es denn sein?

  5. Hi; mein Hund, 5 Jahre alt hat einen festsitzenden Knubbel oberhalb der linken Schulter, er hat sich ganz doll heute im Wald gesudelt, kann es davon kommen? Wenn ich darauf drücke, er zeigt keine Reaktion, keine Spritze, keine Impfung vor kurzem bekommen!
    Liebe Grüße
    Yvette Grzymala

    • Hallo Yvette, um wirklich sicherzugehen solltest Du Deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Aus der Entfernung ist es nahezu unmöglich, sicher zu sagen, was es ist. Knubbel müssen nicht immer etwas schlimmes sein, da der Knubbel allerdings festsitzend ist, solltest Du ihn lieber abklären lassen und auf jeden Fall im Auge behalten, ob er sich beispielsweise in der Größe verändert. Liebe Grüße, Hanna

  6. Guten Tag
    Meine Hundedame (Chihuahua 7 Jahre alt) hat mysteriöse Knubbel, vor gut 6 Monaten stellte ich bei ihr eine rotes, erbsengroßes Geschwulst am Rand des Ohres fest (außen!) und ich bin zum Tierarzt, wo eine Biopsie gemacht wurde, eine Woche darauf kamen drei weitere am Rücken und einer am anderen Ohr hinzu. Es handelt sich um nicht gefüllte, sehr rote und haarlose Geschwulste, die auch an Größe zugenommen haben, wobei ich sagen muss, dass sie nicht wie Pickel Kugelförmig sind, sondern etwas flacher. Der Befund sagte das es wohl kein Krebs sei, dass aber Eiweiß im Gewebe eingelagert sei, was wohl nicht normal ist. Daraufhin wurden 2 der 3 Knubbel am Rücken operativ entfernt und eingeschickt. Ergebnis: Es ist kein Krebs aber man weiß nicht was es ist! Wir haben mit einer Cortison Salbe behandelt. Der dritte Knubbel am Rücken ist nach einiger Zeit weggegangen. Der am Ohr ist aber immernoch vorhanden. Manchmal ist er angeschwollen und/oder tiefrot, manchmal ist er flach und fast Hautfarben. Heute habe ich nach 6 Monaten am Rücken nahe der Op-Narben wieder einen kleinen Knubbel entdeckt. Ich weiß nicht ob es nur ein ganz normaler Pickel ist, oder ob es wieder so ein Knubbel ist. Aber natürlich mache ich mir Sorgen.

    Vielleicht weiß jemand Rat. Vielen Dank schonmal
    MfG

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