So entstanden die heutigen Münsterländer-Hunde
Wie der Name der Tiere bereits verrät, kommt der Kleine Münsterländer ehemals aus dem Münsterland. Dort war er um 1870 bei Jägern sehr beliebt. Er stammt von den langhaarigen Wachtelhunden ab und hatte die Aufgabe, Geflügel aufzuspüren und es seinem Begleiter aufzuzeigen. Die Tiere hatten enorme Spursicherheit und konnten zudem apportieren – perfekt für die Jagd. Die Reinzucht der Kleinen Münsterländer begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Aus alten Vogelhunden züchtete der deutsche Förster Edmund Löns zwischen 1902 und 1907 die Rasse und nannte die kleinen, flinken Vierbeiner „Heidewachtel“. Denn sie wurden vor allem in der Heide eingesetzt. Parallel dazu entwickelte sich eine zweite Hunderasse – die sogenannten Großer Münsterländer.
Bis heute sind die Kleinen Münsterländer als vielseitige Jagdhunde sehr beliebt und kommen in fast jedem Gelände zum Einsatz. Besonders verbreitet sind sie in Frankreich, Schweden und Norwegen. Doch auch als Familienhunde werden die treuen Begleiter immer gefragter.
Diese Rassemerkmale zeichnen die Vierbeiner aus
Bei dem Kleinen Münsterländer handelt es sich um einen kräftigen, mittelgroßen Hund, der einen harmonischen Körperbau hat. Mit seiner aufrechten Haltung und der flach getragenen Rute wirkt er stattlich. Das Fell der Tiere ist glänzend und glatt oder leicht gewellt. An der Rute befindet sich eine ausgeprägte Fahne, die jedoch die Körperumrisse nicht verdeckt. Die Farbe der Kleinen Münsterländer ist variabel: Von braun-weiß bis hin zu braun-schimmel mit braunen Abzeichen ist alles möglich. Auch eine Blesse und lohfarbene Abzeichen sind erlaubt.

Der Kopf und der Gesichtsausdruck der Jagdhunde sind charakterprägend. Der Oberkopf verfügt über einen wenig ausgeprägten aber doch deutlich erkennbaren Stop und ist flach oder leicht gewölbt. Der kräftige Fang verfügt über kurze, braune Lefzen und einen langen, geraden Nasenrücken. Die Augen der Kleinen Münsterländer sind mittelgroß. Diese sollten weder zu tief liegen noch hervortreten. Der Hals und Nacken der Tiere sind muskulös und harmonieren mit dem Gesamterscheinungsbild. Die Profilline der Hunde ist leicht abfallend mit einem ausgeprägten Widerrist.
Kleiner Münsterländer Steckbrief
Rassezugehörigkeit:
- FCI Gruppe 7: Vorstehhunde
- Sektion 1: Kontinentale Vorstehhunde
Funktion: Jagdhunde
Größe:
- Hündinnen 50 – 54 cm
- Rüden 52 – 56 cm
Fell und Färbung:
- Glänzendes, mittellanges Haar
- Glatt oder leicht gewellt
- Färbung des Kleinen Münsterländers: braun-weiß oder braun-schimmel mit braunen Abzeichen; auch Blesse oder lohfarbene Abzeichen möglich
Gewicht: 17 – 25 kg
Wesen und Charakter
Die Tiere sind durch und durch Jagdhunde – das sollte jedem Halter bewusst sein. Grundsätzlich sind die Kleinen Münsterländer familien- und kinderfreundlich. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass sie automatisch die perfekten Familienhunde sind. Vielmehr sind sie nützliche Helfer bei der Jagd und brauchen einen erfahrenen Führer. Nur unter diesen Umständen eignen sie sich als Familienhunde. Denn die Kleinen Münsterländer haben aufgrund ihres Charakters einen starken Willen und Drang zur Arbeit – egal ob bei der Jagd oder als Ersatz bei Hundesportarten wie Agility . Das bedeutet, dass die Vierbeiner nicht für Anfänger geeignet sind. Vielmehr benötigen sie jemanden, der intensiv mit ihnen arbeiten möchte.

Eine fachkundige, liebevolle und konsequente Erziehung ist bereits bei Kleinen Münsterländer Welpen unerlässlich. Denn die hohe Intelligenz und ihre ausgeprägte Leistungsbereitschaft sollten von klein auf in die richtigen Bahnen geleitet werden. Andernfalls wird es nicht möglich sein, mit den treuen Begleitern ohne Leine Gassi zu gehen.
Aktivitäten mit dem intelligenten Hund
Fest steht, Kleine Münsterländer müssen gefördert werden, damit sie ausgeglichen sind. Die größte Freude haben die Tiere bei der Jagd. Zudem eignen sie sich perfekt für alle Hundesportarten – von Agility bis Dummy-Training. Wichtig ist zudem ausreichend Bewegung: Ausgiebige Spaziergänge und geistige Beschäftigung sind ein Muss, damit die Vierbeiner glücklich sind.
Die agilen Hunde lassen sich fürs Wandern, Joggen oder Radfahren begeistern und sind treue Begleiter in der Natur. Sie lieben Wasser, schwimmen gerne und toben sich in Seen aus. Deshalb eignen sie sich mit der entsprechenden Ausbildung ideal als Rettungshunde. Als Wachhunde können sie hingegen nicht eingesetzt werden, da sie Fremden gegenüber sehr freundlich auftreten.
So bleibt der Kleine Münsterländer fit
Grundsätzlich sind die Tiere sehr pflegeleicht. Lediglich das Fell sollte ein bis zwei Mal pro Woche gebürstet werden, damit es schön glänzt, nicht verfilzt und von Schmutz befreit wird. Seine Haare schützen ihn optimal vor Dornen, Regen und Kälte. Ab und an ist es nötig, diese zu trimmen.
Umstritten ist jedoch, ob auch das Fell zwischen den Zehen und an den Ohren geschnitten werden muss. Da Kleine Münsterländer vital und robust sind, sind sie in der Regel kaum anfällig für Krankheiten. Bei guter Pflege können sie problemlos zwischen 12 und 14 Jahren alt werden.

Essentiell für die Gesundheit der Tiere ist jedoch ausreichend Bewegung. Denn an Ausdauer sowie Temperament verlieren die agilen Vierbeiner im Laufe ihres Lebens kaum. Bekommen sie jedoch zu wenig Bewegung oder langweilen sie sich, so reagieren die Jagdhunde darauf besonders empfindlich. Dann neigen sie dazu, krank zu werden, oder reagieren mit Fehlverhalten. Zudem kann es sehr selten zu Augenkrankheiten oder Hüftgelenksdysplasie kommen.
Aufgrund seines ausgeprägten Bewegungsdrangs eignet sich der Kleine Münsterländer nicht zu Haltung in kleinen Wohnungen in der Stadt. Vielmehr bevorzugt er es, im Freien herumtollen und spielen zu können. Deshalb ist eine größere Wohnung mit Garten am Stadtrand oder auf dem Land besser geeignet. Dort kann er sich so richtig austoben. Denn der Vierbeiner liebt es, in der Natur zu sein und immer wieder Neues zu entdecken. So fühlt er sich rundum wohl.



