„Das ist doch kein richtiger Hund“ – diesen Satz haben wohl die meisten Hundehalter mit einem kleinen Vierbeiner schon mal gehört und sich anschließend darüber geärgert. Natürlich sind auch Begleithunde „richtige Hunde“. Mit hundetypischen Bedürfnissen und keinesfalls Sofakissen, die nur herumgetragen werden können. Aber es ist eine Glaubensfrage: Die einen lieben Chihuahua und Co., die anderen können mit den Winzlingen gar nichts anfangen. Für alle Interessierten haben wir hier mehrere beliebte kleine Hunderassen aufgelistet.
Klein aber oho! In der Stadt begeistern auch kleine Vierbeiner
In der Großstadt haben die Zwergrassen durchaus ihre Vorteile und beweisen, dass sie mehr sind als „Fußhupen“ und „Wadenbeißer“. Kleine Hunde lassen sich in einer Stadtwohnung meist besser halten, da sie auch in einer Zwei-Zimmer-Wohnung nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Natürlich können bei genügend Auslauf auch Schäferhund und Bernhardiner in der Wohnung gehalten werden – praktikabel ist das bei einer kleinen Wohnung aber nur bedingt. Wer sich in einer engen Küche regelmäßig an einer Dogge vorbei drängeln muss, wird vermutlich bald auf der Suche nach einer größeren Wohnung sein. Hier punkten die kleinen Hunderassen.
Falls der Aufzug außer Betrieb oder gar nicht vorhanden ist, können selbst Kinder den Vierbeiner tragen und so Gelenkproblemen durch zu häufiges Treppensteigen vorbeugen. Auch das Reisen ist oft angenehmer: In Tragetaschen reisen kleine Hunde in den meisten öffentlichen Verkehrsmitteln kostenfrei und bei vielen Fluggesellschaften dürfen sie in einer geeigneten Transportbox auch im Fußraum mitfliegen.
Hundesport
Die meisten Begleithunde sind schneller ausgelastet als ihre größeren Verwandten. Auch kleine Hunde benötigen regelmäßig Bewegung und dürfen nicht nur herumgetragen werden. Allerdings müssen sie meist keine kilometerlangen Radtouren mitlaufen, um an ihre Grenzen zu stoßen. Daher eignen sie sich auch eher für Menschen, die ihrem Hund kein stundenlanges Sportprogramm bieten können. Zwei bis drei Stunden sollten die täglichen Spaziergänge aber auch mit kleinen Vierbeinern in Anspruch nehmen.
Natürlich gibt es deshalb auch einige Einschränkungen: So leistungsstark wie ein Border Collie ist ein Malteser nicht. Wer professionell Hundesport betreiben und regelmäßig zu Turnieren antreten möchte, ist mit einer größeren und arbeitstüchtigeren Rasse daher besser beraten. Recht klein und trotzdem leistungsstark ist mit 35 bis 37 Zentimetern Schulterhöhe zum Beispiel der Shetland Sheepdog (Sheltie), der allerdings nicht zu den Begleit-, sondern zu den Schäferhunden zählt und dementsprechend andere Ansprüche an seine Familie stellt.
Was erwartet Ihr von Eurem Hund?
Vor der Entscheidung für eine Rasse solltet Ihr Euch vor allem die Frage stellen, was für einen Hund Ihr eigentlich sucht. Einen Vierbeiner für die Familie? Einen Jagd- oder Hütehund? Ein Energiebündel für Obedience oder Agility? Oder doch eher einen Begleithund, der zwar Bewegung, Spiel und Hundesport nicht ablehnt, aber auch nicht zur Höchstleistung getrieben werden will? Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Rassen für Euch in Frage.
Es ist übrigens durchaus legitim sich verschiedene Rassen „live“ anzusehen und von Züchtern beraten zu lassen. Dafür bieten sich neben Zuchtstätten zum Beispiel auch Rassehundeschauen und Haustiermessen wie die Hund&Pferd an. Eine kleine Orientierung über die verschiedenen Rassen und ihre Eigenschaften findet Ihr in unserem Artikel „Welcher Hund passt zu mir?“
Chihuahua
Größe: im Standard nicht festgelegt
Gewicht: maximal 3 Kilogramm
Der Chihuahua ist der kleinste Rassehund der Welt und stammt ursprünglich aus Mexiko. Heute ist der kleine Vierbeiner weltweit bei Hundehaltern beliebt und überzeugt mit seiner geringen Größe ebenso wie mit seinem Charakter. Der Chihuahua ist ein gelehriger und intelligenter Hund.
Er kann durchaus Freude an Hundesportarten wie Dogdance oder Agility haben (manche Hundesportvereine bieten sogenanntes „Mini-Agility“ an), ist aber nicht unbedingt ein Hund für den Wettkampfsport. Trotzdem braucht der Chihuahua regelmäßige Bewegung und muss auch geistig ausgelastet werden.
Die kleinen Vierbeiner, von Chihuahua-Haltern oft nur „Chis“ genannt, können in der Hundeschule genauso Kommandos lernen wie die großen. Wer einen kleinen Familienhund sucht, sollte beim Chihuahua darauf achten, dass die Kinder bereits über genügend Feinmotorik verfügen, wenn sie mit ihm spielen.
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Der Malteser
Größe: 21 bis 25 Zentimeter (Rüden); 20 bis 23 Zentimeter (Hündinnen)
Gewicht: 3 bis 4 Kilogramm
Regelmäßige Spaziergänge schätzt der Malteser und auch längere Wanderungen macht er problemlos mit. Ein Leistungssportler ist der Zwerg aber nicht.
Menschen die bereits vor der Anschaffung eines Hundes von Turnieren und Pokalen träumen, sollten sich eher nach einer anderen Rasse umsehen.
Wie alle Hunde braucht auch der Malteser eine fundierte Erziehung. Sonst kann der freundliche Vierbeiner schnell zum aufmüpfigen Kläffer mutieren. Lernt er von Anfang an, welches Verhalten von ihm erwartet wird, ist er ein treuer und anhänglicher Begleiter.
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Der Papillon
Gewicht: bis 2,5 Kilogramm
Der Papillon ist die stehohrige Variante des kontinentalen Zwergspaniels. Er ist ein aktiver und bewegungsfreudiger Begleithund. Manchmal macht sich die Verwandtschaft mit dem für die Jagd gezüchteten Spaniel bemerkbar.
Weil er außerdem lernfreudig ist, lässt sich der Papillon meist gut zu Such- und Apportierspielen animieren. Eine sogenannte Hundeangel kann man mit ihm ebenfalls ausprobieren. Weniger geeignet ist er für den ausgiebigen Hundesport.
Auch lange Radtouren macht der Zwerg mit seinen Beinchen nicht mit. Laufen, spielen und toben will aber auch der Papillon. Auch Schmusestunden sollten beim teils recht kuschelbedürftigen Papillon nicht fehlen.
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Der Zwergspitz
Gewicht: im Standard nicht festgelegt
Der Zwergspitz wird auch Pomeranian genannt und sieht auf den ersten Blick meist wie ein plüschiger Teddybär aus. Trotz seines niedlichen Aussehens mit den dunklen Knopfaugen ist der Zwergspitz kein Kuscheltier, sondern ein echter Hund im Kleinformat.
Spitze gelten als bellfreudig und Fremden gegenüber misstrauisch – echte Wachhunde eben. Mit einer guten Erziehung lässt sich dieses Verhalten aber gut in den Griff bekommen. Allerdings haben die meisten Zwergspitze eine selbstbewusste Persönlichkeit, die schon etwas Feingefühl erfordert.
Beim Kuscheln können Frauchen oder Herrchen sich prima um die Fellpflege des Winzlings kümmern. Der Zwergspitz ist ein intelligenter und verspielter Hund, der Spaziergänge schätzt, aber für den Hundesport eher ungeeignet ist – Zwergspitze gelten leider oft als nicht besonders robust und neigen in manchen Fällen zu Knieproblemen.
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Pekingese
Größe: Schulterhöhe ist im Standard nicht festgelegt
Gewicht: Rüden max. 5 Kilogramm; Hündinnen max. 5,4 Kilogramm
Der Pekingese ist ein selbstbewusster und eigenwilliger Begleithund, der sehr anhänglich und verschmust sein kann. Er bindet sich stark an seine Bezugsperson und weicht ihr nur ungern von der Seite. Er ist mit ausgiebigen Spaziergängen in der Regel gut ausgelastet.
Leider ist er durch die oftmals noch sehr kurze Nase nur eingeschränkt belastbar und sollte daher auch keinen Hundesport machen. Kommandos zu lernen stellt für den intelligenten Vierbeiner aber kein Problem dar. Der Pekingese kann sich auch in der Familie wohlfühlen, eignet sich aber aufgrund seiner Anhänglichkeit vor allem für Einzelpersonen, die viel Zeit für ihn haben.
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