- Kitten kommen blind und taub zur Welt, trinken die antikörperreiche Erstmilch der Mutter und schlafen in den ersten Wochen fast den ganzen Tag.
- Ab der dritten Woche beginnen sie, ihre Umgebung zu erkunden, und bekommen in der Regel die erste Wurmkur.
- Mit etwa fünf bis sechs Wochen spielen Kitten, lernen soziale Regeln und gewöhnen sich an Menschen, bevor in der achten Woche der erste Tierarztbesuch mit Impfungen ansteht.
- Ab der 12. Lebenswoche gelten Kitten als über den Berg und können sich im neuen Zuhause weiterentwickeln.
Die Entwicklung von Kitten in den ersten 8 Lebenswochen
Nach rund neun Wochen Trächtigkeit bringt die Katze im Schnitt zwei bis fünf Jungtiere pro Wurf zur Welt. Bis die Kitten über den Berg sind, haben die Babys der Katze einen spannenden Weg vor sich.
1. Lebenswoche des Kätzchens
Die Kätzchen wiegen bei der Geburt rund 100 g und haben noch geschlossene Augenlider. Sie können auch noch nicht richtig hören, weshalb sie sich bei der Suche nach den Zitzen ihrer Mutter allein auf den Geruchssinn verlassen.
Während der ersten drei Tage nach der Geburt bekommen die Kitten zur Entwicklung eine ganz spezielle Milch vom Muttertier. Sie ist etwas dünner als die normale Milch und als „Erstmilch“, „Vormilch“ oder auch „Kolostrum“ bekannt. Neben den Nährstoffen enthält sie mütterliche Antikörper, die die Kleinen vor Infektionen oder Krankheiten schützen.
Neugeborene Kätzchen schlafen fast ununterbrochen und wachen nur zum Saugen oder wenn die Mutter sie säubert auf – denn sie spüren bereits Berührungen.
Bei einigen anderen Dingen muss das Muttertier die Kitten in den ersten Lebenswochen hingegen unterstützen:
- Harn und Kot absetzen: Die Kätzchen können dies in den ersten Lebenswochen noch nicht allein. Daher massiert die Mutter den Bauch der Kleinen mit der Zunge, um sie dabei zu unterstützen.
- Temperaturregulation: Die Kitten können ihre Körpertemperatur bislang nicht allein regulieren. Bringt die Katze den Wurf bei Temperaturen von weniger als 27°C zur Welt, ohne ihn warm zu halten, können die Kitten sterben. Deshalb sind die Wärme der Mutter und des Nests/der Umgebung besonders wichtig für sehr junge Kitten.
2. Lebenswoche des Kätzchens
Viele Kitten öffnen in der zweiten Woche ihre Äuglein – bei manchen kann es jedoch noch bis zur dritten Lebenswoche dauern. Sobald die Lider offen sind, entdecken sie ihre Geschwister, Mutter und die direkte Umgebung des Katzennests. Für ihre Entwicklung sind die Kitten weiterhin auf die Nährstoffe der Muttermilch und auf die Wärme der Katze angewiesen.
Um den Milchfluss bei ihrer Mutter anzuregen, hat die Natur eine clevere Strategie: Die Kätzchen schnurren und massieren beim Saugen sanft die Zitzen, indem sie abwechselnd mit den Vorderpfötchen dagegendrücken. Du kannst das sogenannte „Treteln“ auch bei ausgewachsenen Katzen beobachten, wenn sie beispielsweise Streicheleinheiten genießen.
3. Lebenswoche des Kätzchens
Ab der dritten Woche können sich die Kitten für wenige Momente auf den Beinchen halten und unsicher das Nest erkunden. Hierbei haben sie den ersten aktiven Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern. Sie fangen teilweise an, sich umzuschauen und sich für ihre Umgebung oder die Katzensprache zu interessieren. Jedoch verbringen sie noch immer die meiste Zeit (etwa 90%) mit Schlafen.
Bedenke, dass die Kleinen mit der Muttermilch Wurmlarven aufnehmen können. Tierärzte empfehlen daher ab der dritten Woche, die Katzenmutter und ihren Nachwuchs mit einem Entwurmungspräparat zu behandeln.
4. Lebenswoche des Kätzchens
Zu dieser Zeit ist die Entwicklung der Kitten bereits etwas weiter fortgeschritten:
- Das Milchgebiss ist in der Regel komplett und die Kitten können erste, kleine Mengen weicher Katzennahrung sowie Flüssigkeit zu sich nehmen.
- Die Sinne sind entwickelt und die Kitten fangen an, auf kurzen Strecken ihre Umgebung zu erkunden und neugierig alles zu inspizieren.
- Die Kleinen können nun selbstständig Ausscheidungen absetzen.
Die 4. Lebenswoche ist der perfekte Zeitpunkt, ein Katzenklo mit niedrigem Eingang (damit die Kätzchen reinkommen) in der Nähe des Korbs aufzustellen. Durch Nachahmung lernen die Kätzchen dann langsam, die Katzentoilette zu benutzen.
5. Lebenswoche des Kätzchens
Ab der fünften Kitten-Lebenswoche fangen die Kleinen an, sich auch selbstständig zu putzen und mit ihren Geschwistern zu spielen. In dieser neugierigen Phase nehmen sie besonders begierig neue Eindrücke auf. Gewöhne sie daher langsam und behutsam an alle Alltagsgeräusche und Situationen.
Die Mutter säugt die Kleinen inzwischen immer weniger. Für eine gesunde Entwicklung müssen die Kitten knapp ein Drittel ihres Nährstoffbedarfs über weiches Kittenfutter aufnehmen. Es ist außerdem an der Zeit für die zweite Entwurmung.
6. Lebenswoche des Kätzchens
Ab der sechsten Woche befinden sich die Kitten in der ersten Sozialisationsphase. Nutze diese Zeit, um sie sicher und langsam an möglichst viele Eindrücke zu gewöhnen.
Dazu gehört auch, die Kleinen auf mögliche Untersuchungen beim Tierarzt vorzubereiten:
- Mäulchen sanft öffnen
- Augen kontrollieren
- Transportbox kennenlernen
- Ohren vorsichtig anschauen
- u. a.
Auch einen kleinen (überwachten) Spaziergang auf dem gesicherten Balkon oder den Kontakt zu anderen Tieren und Menschen kannst Du in dieser Zeit erproben.
7. Lebenswoche des Kätzchens
In Woche sieben musst Du die dritte Wurmkur durchführen. Denn in der kommenden Woche steht die erste Impfung an, wofür die Kitten wurmfrei sein müssen.
Da die Kleinen immer munterer und spiellustiger werden, solltest Du ihnen genügend gesicherten Platz schaffen. Die Bewegung tut den Kätzchen und ihrer Entwicklung gut. Sie trainiert ihre Koordination, unterstützt die Muskelbildung und somit das gesunde Wachstum.
8. Lebenswoche des Kätzchens
Nach der achten Lebenswoche sind die Kätzchen meist vollständig entwöhnt. Nun ist es an der Zeit für den ersten Tierarztbesuch, die erste Untersuchung und die Impfungen. Dabei können beim Tierarzt schnell unerwartete Kosten entstehen. Mit den Tierversicherungen von Cleos Welt sicherst Du Dich – je nach gewähltem Tarif – gegen definierte tierärztliche Behandlungen und Operationen ab.
Damit die Kleinen aber noch viel von der Mutter lernen und die Grundimmunisierungen gut überstehen, sollten sie zunächst noch nicht mit einer neuen Umgebung konfrontiert werden. Vor der 12. Lebenswoche sollte man die Kätzchen deshalb nicht abgeben. Erst dann gelten Kitten als über den Berg, denn sie sind nun stubenrein, sozialisiert und haben die kritischen Phasen hinter sich.

Entwicklung des Kätzchens in den folgenden Monaten
Ab der 12. Lebenswoche können die Kleinen dann in ein neues Zuhause umziehen und sich dort weiter austoben. Doch damit ist die Entwicklung der Kitten noch nicht vorbei.
- Ab Monat 3: Die Kätzchen lernen das Klettern zu lieben und fangen an, ihre Krallen zu wetzen (vorzugsweise am Kratzbaum). Sie springen voller Energie durch die Wohnung. Außerdem festigen sich Nervenbindungen und die Muskulatur entwickelt sich. Dadurch werden die tapsigen Bewegungen immer genauer.
- Ab Monat 5: Die Kitten verlieren schließlich ihre Milchzähne und beginnen, ihr Revier kenntlich zu machen.
- Monat 6–8: Kater und Katzen werden im Schnitt zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat geschlechtsreif, jedoch ist die körperliche Entwicklung erst mehrere Monate später vollendet. Mit der Geschlechtsreife werden körperliche Unterschiede deutlich. Kater werden meist größer als Katzen, bekommen einen stärkeren Hals und dickere „Katerbacken“.
Wenn Du die Tiere nicht kastrierst, zeigen sich ein paar Unterschiede im Verhalten. Potente Kater verhalten sich territorialer und markieren ihr Revier z. T. auch im Haus mit Urin. Sie neigen zum Streunen und bleiben manchmal bei der Suche nach einer rolligen Katze Tage bis Wochen fern von ihren Besitzern. Das Revier eines unkastrierten Katers ist etwa dreimal so groß wie das einer Katze. Freigänger solltest Du jedoch immer kastrieren, um ungeplantem Nachwuchs vorzubeugen.
Mit etwa anderthalb Jahren zeigen sich viele Katzen weniger verspielt als zu Kitten-Zeiten, wobei es hier jedoch erhebliche rassebedingte und individuelle Unterschiede gibt.
FAQ: Die häufigsten Fragen rund um die Entwicklung von Kitten
Ab wann sind Kitten über den Berg?
Ein Katzenkind gilt etwa ab der 12. Lebenswoche als über den Berg. Dann hat es wichtige Entwicklungsphasen durchlaufen, ist sozialisiert, stubenrein und bereit für ein neues Zuhause.
Wie verläuft die Entwicklung von Kitten in den ersten Wochen?
In den ersten Wochen sind Kitten blind und schlafen fast den ganzen Tag, während sie über die Muttermilch wichtige Nährstoffe und Antikörper erhalten. Während ihrer Entwicklung öffnen Kitten etwa mit drei Wochen die Augen, stehen erstmals auf ihren Beinchen und erkunden vorsichtig das Nest.
Ab etwa der vierten Woche probieren sie erstes weiches Katzenfutter und lernen durch Nachahmung ihrer Mutter, die Katzentoilette zu benutzen. Um die achte Woche folgt meist der erste Tierarztbesuch mit Untersuchung und Impfungen.
Wann öffnen Kitten die Augen und beginnen zu laufen?
Katzenwelpen öffnen meist ab der zweiten oder dritten Lebenswoche langsam die Augen. Kurz darauf stehen sie erstmals auf ihren Beinchen und beginnen, unsicher ihre Umgebung zu erkunden.
Welche Risiken bestehen in den ersten Lebenswochen?
In den ersten Lebenswochen ist ein Katzen-Baby besonders empfindlich: Es kann seine Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren und ist stark auf die Wärme und Pflege der Mutter angewiesen. Fehlt diese Unterstützung oder wird es zu kalt, kann das für das junge Tier schnell lebensgefährlich werden.
Woran erkenne ich, dass sich ein Kitten gesund entwickelt?
Eine gesunde Entwicklung von Kitten nach der Geburt erkennst Du daran, dass sie regelmäßig trinken, zunehmen, neugierig ihre Umgebung erkunden und mit Geschwistern spielen. In der Sozialisierungsphase werden die Kleinen immer selbstständiger und entwickeln sich Schritt für Schritt zu neugierigen Jungkatzen.



