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Kinder und Tiere – Ein gutes Team?

Irgendwann kommt der Wunsch ganz bestimmt. Dann wollen Kinder ein eigenes Haustier – unbedingt und am besten sofort. Eltern kennen das. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Welche Tiere eignen sich für welche Kinder? „Tiere sind kein Spielzeug, sondern Lebewesen“: Das ist der wichtigste Satz, den Eltern bedenken sollten. Kein Tier will immer kuscheln und spielen. Eltern tragen die Verantwortung für das Tier und dafür, dass die Kinder es richtig behandeln.

Ein Haustier kann ein Kind in seiner Entwicklung positiv beeinflussen. So lernen die Kinder früh, Verantwortung zu übernehmen, stärken ihre Sozialkompetenz und werden oft auch aktiver. Frische Luft und Bewegung sind schließlich für viele Tiere ein Muss. Auch die Feinmotorik bei kleineren Kindern kann im Umgang mit einem Tier besser ausgebildet werden. In vielen Studien ist zudem nachgewiesen worden, dass Kinder in der Nähe von Tieren Stress abbauen und sich entspannen – nicht zuletzt deshalb gibt es auch viele medizinische Therapien, die auf eine tierische Begleitung setzen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Haustier?

Das entscheiden nicht die Kinder, sondern die Eltern. Denn bevor ein Tier gekauft wird, sollte die Familie genau prüfen, ob sie dieser Herausforderung gewachsen ist. Stimmen die Rahmenbedingungen – gibt es genug Platz und vor allem genug Zeit für das Tier im Familienalltag? Reicht das monatliche Einkommen, um anfallende Kosten für Tierarztbesuche, Versicherungen und Futter zu tragen? Ist die ganze Familie bereit, über viele Jahre die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen? Bei einem Hund können das schnell 15 Jahre und mehr werden – das bedeutet auch: Bei Wind und Wetter geht es frühmorgens vor die Tür. Vorausblickend sollten Eltern auch klären, wann und wie sie in den Urlaub fahren möchten: Gibt es künftig nur noch Urlaube mit dem Tier? Gibt es Verwandte oder Freunde, die betreuen können? Sind Tierpensionen in der Nähe eine Option?

Ab wann können sich Kinder um ein Tier kümmern?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten – es kommt auf das Kind und das Tier an. Generell ist ein Miteinander von Kleinkindern und Tieren kein Problem. Allerdings: Vor dem sechsten Geburtstag sollten Eltern ihre Kinder nicht allein mit dem Tier lassen – Fein- und Grobmotorik sind noch nicht genug ausgebildet. Sie könnten so, ohne es zu wollen, das Tier beim Spielen verletzen. Außerdem können kleine Kinder Gefahren nur schlecht einschätzen und würden nicht merken, wenn das Tier seine Ruhe braucht. Aber auch schon jüngere Kinder können in die Tierpflege mit einbezogen werden und Aufgaben übernehmen, wie die Trinkflasche aufzufüllen, den Futternapf zu füllen oder Streicheleinheiten zu geben. So lässt sich Schritt für Schritt Verantwortung übertragen.

Ein Mädchen übt mit einem Hund Tricks.
Foto: pexels.com/RODNAE Productions (Symbolfoto)

Welches Tier ist das richtige für mein Kind?

Ob Hund, Katze, Vogel, Nagetier oder Fisch: Eltern sollten sich vor dem Kauf genau informieren, welche Pflege die einzelnen Tiere brauchen und was an Arbeit auf die Familie zukommt. Zudem ist es hilfreich, vorab zu klären, ob eine Tierhaarallergie besteht. Bei Vögeln und Nagetieren sollte bedacht werden, dass diese nie allein gehalten werden. Hamster sind keine gute Idee für Kinder: Sie schlafen tagsüber und machen nachts Lärm. Das passt nicht zum Rhythmus kleiner Kinder. Meerschweinchen und Kaninchen eignen sich hingegen schon sehr früh für Kinder und benötigen im Vergleich zu Hund und Katze auch deutlich weniger Zeit und Platz.

Allerdings sollten Eltern genau aufpassen: Die Tiere sind Fluchttiere und oft sehr zart – zu stürmisch dürfen die Kinder ihre Liebe nicht zeigen. Katzen wiederum freuen sich über Streicheleinheiten – Kinder müssen aber akzeptieren, dass die Tiere eigenwillig sind und stets selbst entscheiden, wann sie Nähe zulassen. Ein Aquarium oder Terrarium sind für jüngere Kinder nicht das Richtige: Sie können nur wenig zur Pflege beitragen. Hunde wiederum werden nicht umsonst als bester Freund des Menschen bezeichnet. Schnell kann der Vierbeiner zum engsten Vertrauten der Kinder werden. Aber auch hier sollte vorher sicher gestellt werden, dass die Bedingungen für den Hund im Alltag stimmen.

Mädchen mit Kaninchen
Foto: pixabay.com/nastya_gepp (Symbolfoto)

Wie kann ich mein Kind vorbereiten?

Wer sich unsicher ist, ob sein Kind schon bereit ist, ein eigenes Haustier zu haben, sollte noch warten. Vielleicht lohnt sich ein Besuch auf dem Bauern- oder Reiterhof, um zu sehen, wie das Kind den Umgang mit Tieren erlebt. Auch der regelmäßige Besuch bei Freunden, die Hund, Katze, Kaninchen oder Vögel haben, kann ein guter Einstieg sein, um zu sehen, was es bedeutet, ein Haustier zu haben. Auch Tierheime freuen sich über Freiwillige, die mithelfen.

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