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Kaufvertrag für Hunde – Alles, was Du wissen solltest

Du hast Dich entschieden, einem Hund ein liebevolles Zuhause zu schenken, und bist voller Vorfreude auf das süße Fellknäuel. Hundekorb, Leine, Futternäpfe und Spielzeug – alles steht schon bereit. Doch es gibt auch die nüchterne Seite eines Tierkaufs, die Du nicht vergessen darfst. Dazu zählen alle Formalien, unter anderem ein Kaufvertrag für Hunde. Warum dieser so wichtig ist und was Du beachten solltest, erfährst Du hier bei DeineTierwelt.

Warum ist ein Kaufvertrag für Hunde sinnvoll?

Ein schriftlicher Kaufvertrag für Hunde ist zunächst einmal eine Absicherung für Käufer und Verkäufer. Er legt fest, was Gegenstand des Verkaufs ist und welche Bedingungen gelten, und benennt etwaige Sondervereinbarungen. Durch diese Kaufverträge sind Missverständnisse weitestgehend ausgeschlossen und die Verkäufe sind rechtlich bindend.

Beim Kauf eines Hundes oder eines Welpen ist ein schriftlicher Kaufvertrag nicht verpflichtend. Seriöse Züchter bestehen allerdings meistens von sich aus darauf, alles vertraglich festzulegen, und besitzen daher Musterverträge. Sollte dies beim Verkäufer Deiner Wahl nicht der Fall sein, solltest Du vorschlagen, dass ein schriftlicher Kaufvertrag über den Hund formuliert wird. 

Informationen zum Zustand und zur Entwicklung des Hundes

Der Züchter bestätigt mit einem Vertrag, dass der Hund offensichtlich gesund an den zukünftigen Besitzer übergeben wird. Er hält darin fest, welche Impfungen der Welpe bisher erhalten hat, welche Grunduntersuchungen vom Tierarzt vorgenommen wurden, ob eine Kastration stattgefunden hat und ob der Hund einen Pass besitzt.

Außerdem kann der Verkäufer im Kaufvertrag vermerken, wozu der Welpe oder der ausgewachsene Hund geeignet ist beziehungsweise schon ausgebildet ist. Der Hundekaufvertrag bestätigt somit die grundsätzliche Eignung des Tieres oder bei einer bereits beendeten Ausbildung deren Abschluss und die dabei erlangten Fähigkeiten. Dies ist vor allem wichtig, wenn der Hund als Diensthund zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei Feuerwehr oder Polizei.

Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der Hund aus irgendeinem Grund nicht für den vorgesehenen Job geeignet ist, kann sich der Käufer auf den Vertrag berufen. Allerdings kann sich der Verkäufer durch zusätzliche Klauseln aus der Verantwortung ziehen. Daher sollte bei dienstlicher Verwendung alles Betreffende im Vertrag mit aufgenommen werden, um beide Seiten umfassend abzusichern. 

Im Kaufvertrag des Hundes kann ebenfalls festgehalten werden, ob dieser zu weiteren Zucht zugelassen werden darf. Außerdem sollten besondere Merkmale, zum Beispiel eine außergewöhnliche Fellfärbung sowie festgestellte Behinderungen oder Krankheiten im Vertrag notiert werden. 

Informationen zur weiteren Haltung des Hundes

Für Züchter ist es wichtig, dass es dem Hund im neuen Zuhause an nichts fehlt. Die neue Familie des Vierbeiners soll komplett auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen, ihn artgerecht halten und pflegen. Im Kaufvertrag für den Hundewelpen kann sich der Züchter insofern absichern, dass er den Vierbeiner zurückfordern kann, falls die neuen Lebensumstände nicht den vorher festgelegten Voraussetzungen entsprechen. Auch wenn im neuen Zuhause des Welpen unvorhergesehene Umstände eintreten, beispielsweise eine Trennung oder eine Allergie und es daher keine andere Möglichkeit gibt, als den Hund wegzugeben, kann im Hunde-Kaufvertrag das sogenannte Vorkaufsrecht vermerkt werden. Dieses besagt, dass der Züchter in solchen Fällen das Recht hat, den Hund an erster Stelle zurückzukaufen. Somit kann vermieden werden, dass der Hund von einer Familie zur nächsten gereicht wird und am Ende vielleicht sogar im Tierheim landet. Der Rückkaufpreis kann ebenfalls direkt im Kaufvertrag vereinbart werden. 

Kaufvertrag für Hunde – Alles auf einen Blick

In einem Hundekaufvertrag sollten die folgenden Punkte standardmäßig immer notiert werden: 

  • Ort und Datum
  • Name und Adresse des Züchters 
  • Verbandszugehörigkeit des Züchters, falls vorhanden
  • Name und Adresse des Käufers
  • Rasse, Name und Wurfdatum des Hundes
  • Stammbaum des Hundes, falls vorhanden
  • Impfpapiere 
  • Bestätigungen der bereits erfolgten tierärztlichen Untersuchungen
  • Identifikation des Hundes durch Chip oder Tätowierung
  • Gesundheitszustand des Hundes
  • Kaufpreis 

Wie oben bereits erklärt, können Käufer oder Verkäufer auf zusätzliche Klauseln bestehen und diese vertraglich verankern:

  • Vorkaufsrecht für den Züchter inklusive Rückkaufpreis
  • Eignungen des Hundes (zur Zucht, Ausbildung oder Training)
  • Haltungsbedingungen beim neuen Besitzer
  • Sonstige Bestimmungen

Wichtig ist, dass beide Parteien den Vertrag zusammen durchgehen und Unklarheiten besprechen sowie fehlende Klauseln ergänzen. Denn letztendlich ist es jedem Verkäufer selbst überlassen, was alles im Kaufvertrag für den Hund steht. Deshalb ist es als Käufer auch völlig legitim, schon bei einem früheren Treffen mit dem Züchter nach dem Hunde-Kaufvertrag zu fragen und diesen zur vorherigen Durchsicht mitzunehmen. Schließlich möchte jeder guten Gewissens den Kaufvertrag unterschreiben können. 

Dackelwelpe auf dem Arm einer Frau
Foto: pixabay.com/congerdesign (Symbolfoto)

Achtung: Solltest Du auf Deine Nachfrage zu einem Kaufvertrag für den Welpen auf Ablehnung stoßen, ist dies oftmals ein Zeichen dafür, dass es sich bei diesem Züchter um keinen seriösen Verkäufer handelt. Dann solltest Du den Kauf nochmals überdenken. 

Der Hund steht immer an erster Stelle

Der Kaufvertrag über den Hund dient zwar zur Absicherung für Käufer und Verkäufer. Allerdings darf dabei nie vergessen werden, dass es sich beim Verkaufsgegenstand um ein Lebewesen handelt. Keine Vertragsklausel schützt davor, dass der ausgewählte Züchter und der Welpe vielleicht gar nicht zu Dir passen. Daher ist es wichtig, dass Du die Zucht und den Hund kennenlernst.

Mache mehrere Termine aus, sieh Dir alles an und besprich alles direkt, was Dir auf dem Herzen liegt. Meistens stimmt gleich beim ersten Aufeinandertreffen die Chemie mit dem Züchter und seinen Hunden – oder eben nicht. Verlasse Dich hier ruhig auf Dein Gefühl, denn wie sagt man so schön: „So wie der Hund, so das Herrchen“.

Wenn Du Dir sicher bist, dass Du die Zucht gefunden hast, die am besten zu Dir und Deinen Wünschen passt, kannst Du mit gutem Gewissen Deinen neuen Hund kaufen – natürlich nur mit einem einwandfreien Kaufvertrag für Hunde. 

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* Die Nutzung unseres Mustervertrags ist kein Ersatz für rechtliche Beratung.

 

1 Kommentar

  1. Wir haben so einen Kauf- und Schutzvertrag auch für unsere BKH Kitten gemacht. In der Meinung, dass wir damit an alle Eventualitäten gedacht haben für unsere Schützlinge, die uns ans Herz gewachsen sind. Alle Tiere, nicht nur Hunde sollten mit solchen Verträgen geschützt sein. Leider hat ein Paar bewiesen, dass schlechten Menschen immer etwas einfällt, um sich nicht an geschlossene Verträge zu halten. Als wir trotz Vereinbarung keine Fotos von dem Kater mehr bekommen hatte, kamen
    ständig Ausreden warum sie gerade keine schicken konnten und später dann wurde behauptet, dass der Rassekater bereits vor mehreren Monaten bei einem Zwischenstopp auf Nachhauseweg vom Tierarzt, aus der Tasche entwischt und aus der offenen Autotür weggerannt sei.
    Sehr unwahrscheinlich, bei einem zutraulichen anhänglicher reinen Wohnungskater. Wie will man da rechtlich auf die Herausgabe des Tieres pochen, wenn es angeblich nicht mehr in deren Besitz ist?!
    Wir haben auch ein Vorkaufsrecht aber das bringt uns jetzt auch nichts.
    Wir sind uns sicher, dass dieses Paar aus Calw den BKH Kater Calimero einfach unerlaubt weiterverkauft haben. Aber wie kann man das beweisen?

    Es wäre schön, wenn hier auch stehen würde, wie man rechtlich bei der Einhaltung von solchen Verträgen vorgehen kann.
    Verträge sind gut aber dieser Fall zeigt, dass man als Züchter das Beste für seine Tiere haben möchte aber eine hundertprozentige Absicherung gibt es selbst mit Vertrag nicht. Wir hoffen, dass der wundervolle BKH Kater Calimero von uns lebt, es ihm hoffentlich gut geht und er jetzt in einer verantwortungsvollen und lieben Familie auf Lebenszeit ist. Gott schütze Dich.

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