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Katzenkrankheiten – Entzündungen im Katzenmaul

"Minka frisst seit einigen Tagen nicht mehr so gerne ihr Trockenfutter, und sie stinkt schlimm aus dem Maul." So oder ähnlich hört sich mancher Katzenbesitzer an, der in eine Tierarztpraxis kommt.

Warum riecht meine Katze unangenehm aus dem Maul?

Entzündungen in der Maulhöhle gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen der Katze. Häufig werden sie allerdings gar nicht entdeckt, weil die Katzen chronisch erkrankt sind. Das heißt, sie haben über einen langen Zeitraum ein permanent entzündetes Zahnfleisch und damit verbunden auch häufig Schmerzen. Da Katzen Schmerzen lange „wegstecken“ können, bemerken viele Besitzer die Probleme erst, wenn ihre Katze nicht mehr frisst.

Fast jeder kennt das Gefühl, wenn man ein Schleimhautbläschen im Mund oder sich auf Zunge bzw. Lippe gebissen hat: Die Schleimhautverletzungen sind unangenehm, aber spätestens, wenn man beim Essen nicht ganz genau aufpasst, kann es richtig schmerzhaft werden. Stellt man sich nun vor, dass viele Katzen an einer Stomatitis leiden, also an einer Entzündung der gesamten Maulschleimhaut, so ist es doch erstaunlich, dass diese Tiere überhaupt noch Nahrung zu sich nehmen.

Ursachen für Entzündungen im Katzenmaul

Es gibt unterschiedlichste Formen der Maulschleimhautentzündung, und sie haben ganz verschiedene Ursachen. Ein häufiger Grund für Erkrankungen im Maul ist, ähnlich wie beim Menschen, die Bildung von Zahnbelägen, in denen dann Bakterien eine ideale Lebensgrundlage finden. Es fängt ganz harmlos an: Nach dem Fressen bleibt ein bisschen Futter zwischen den Zähnen hängen. In der Maulhöhle der Katze leben natürlicherweise Bakterien und für die ist der Futterrest ein kleines Paradies. Zusammen mit dem Speichel der Katze und den Ausscheidungen der Bakterien bildet sich eine weißliche Schicht am Zahn: Zahnbelag oder Plaque. Wenn diese Schicht länger nicht entfernt wird, verkalkt sie und wird zum festen Zahnstein, der sich auch wesentlich schwieriger entfernen lässt.

Der Zahnstein schiebt sich nun zwischen den Zahn und das Zahnfleisch – genau wie beim Menschen auch. Jeder, der seinen Zahnarzt regelmäßig besucht, kennt die Therapie: Der Zahnstein muss per Ultraschall oder mit feinen Instrumenten entfernt werden, weil sich sonst das Zahnfleisch entzündet. Im schlimmsten Fall wird auch der Knochen, der den Zahn festhält, angegriffen: eine Parodontitis entsteht, und der Zahn ist in Gefahr.

Wir Menschen gehen regelmäßig zum Zahnarzt, sodass der Zahnstein regelmäßig entfernt wird – bei Katzen ist das nicht so selbstverständlich, außerdem würden sie natürlich nicht still halten, wenn ihnen der Zahnstein entfernt werden soll. Also sollte man bei Tieren, die zu starker Zahnsteinbildung neigen, regelmäßig die Zähne kontrollieren lassen. Und wenn die Beläge sich zu sehr ausgebreitet haben, muss das Katzengebiss gründlich unter Narkose gereinigt werden. In vielen Fällen müssen einzelne Zähne, die sich schon gelockert haben, gezogen werden.

Was kann man tun, damit es nicht so weit kommt?

Eine ganze Menge. Zum einen kann man seinem Kätzchen regelmäßig ins Maul schauen und die Zähne kontrollieren. Das lässt sich sicher nicht jeder Stubentiger gefallen, aber wenn man es jungen Katzen gleich beibringt, ist es später meistens kein Problem. Es ist sogar mit etwas Übung möglich, den Katzen mit einer speziellen Zahnpflege, die Zähne zu putzen! Das erfordert natürlich ein bisschen Durchsetzungsvermögen und Geduld. Wenn die Katze dabei versucht, ihr Frauchen oder Herrchen zu beißen, sollte man diesen Versuch lieber zum Wohle der eigenen Gesundheit aufgeben.

Trockenfutter bleibt weniger zwischen den Zähnen hängen und bildet nicht so einen schmierigen Film am Zahn wie Feuchtfutter, darum wird bei Katzen mit Zahnproblemen meist Trockenfutter empfohlen. Einen erwiesenen Zahnreinigungseffekt hat Trockenfutter aber nicht! Mittlerweile gibt es auch Kaustäbchen, extra für Katzen. Zudem nimmt die Katze durch Trockenfutter oft zu wenig Flüssigkeit auf – ein Gesundheitsrisiko für die Nieren der Katze. Bezüglich der Fütterung haben viele Halter positive Erfahrungen mit Barf gemacht – Biologisch artgerechter Rohfütterung – die auch für Katzen immer beliebter wird, ursprünglich aber vor allem von Hundehaltern praktiziert wurde.

Wichtig ist aber vor allem die regelmäßige Kontrolle durch einen Tierarzt, zum Beispiel bei der jährlichen Impfung. Und wenn der Zahnstein einmal da ist, hilft auch Putzen oder ein Zahnpflegefutter nicht mehr: dann muss der Tierarzt ran.

Chronische Gingivitis-Stomatitis

Eine weitere häufige Form von Zahnfleischentzündungen bei Katzen ist nicht ganz so leicht zu erklären. Es handelt sich um die sogenannte chronische Gingivitis-Stomatitis, die durch ein Zusammenspiel von Bakterien, Viren, Stress, Allergien und/oder anderen Erkrankungen entsteht. Bei diesen Tieren fällt vor allem das stark gerötete Zahnfleisch auf, obwohl in vielen Fällen die Zähne völlig sauber sind und Zahnstein nicht die Ursache sein kann. Es wird noch diskutiert, ob die Katzen mit dieser Erkrankung an einer geschwächten Immunabwehr leiden. Auf jeden Fall sollte beim Verdacht auf chronische Gingivitis-Stomatitis nicht nur das Maul untersucht werden, sondern die „ganze“ Katze, um andere Krankheiten auszuschließen.

Damit die Tiere wieder ungestört fressen können, sollten sie schmerz- und entzündungshemmende Mittel bekommen. Natürlich gilt auch hier: Zahnstein muss unter Narkose entfernt werden, wackelige Zähne müssen raus und den Krankheitserregern muss möglichst jede Rückzugsmöglichkeit genommen werden! In ganz schweren Fällen, bei denen die Erkrankung immer wieder auftritt und die Katze ständig unter starken Schmerzen leidet, können alle Zähne gezogen werden. Das klingt sehr dramatisch, führt aber in fast 90 % der Fälle zur Abheilung. Und wenn eine Katze wählen könnte, ob sie Zähne und Schmerzen oder lieber keine Zähne und keine Schmerzen hat, würde sie sicher nicht lange über diese Frage nachdenken. Zudem lernen die Tiere schnell auch ohne Zähne zu fressen.

Natürlich sollte man trotzdem zuerst alle anderen Behandlungsmöglichkeiten durchgehen und mit dem Tierarzt überlegen, wie man das Auftreten von Zahnfleischentzündungen verhindern kann. Vielleicht übt Ihr ja doch einmal das Zähneputzen mit Eurem Stubentiger?

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