- Katzen sind soziale Tiere. Wenn Du den Großteil Deiner Zeit nicht zu Hause verbringst, solltest Du wenn möglich mindestens zwei Katzen halten.
- Wenn Zeit und Platz für nur eine Katze reichen, schau Dich am besten im Tierheim um. Manche ältere Katzen sind die Einzelhaltung gewöhnt und vertragen sich nicht mit Artgenossen.
- Kitten solltest du niemals für die Einzelhaltung in der Wohnung adoptieren.
- Manche Katzen in Wohnungshaltung zeigen Verhaltensauffälligkeiten. Ist das der Fall, solltest Du auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen und Dich beraten lassen.
Wenn Du reine Wohnungskatzen halten möchtest und berufstätig oder privat viel unterwegs bist, solltest Du auf keinen Fall eine Einzelkatze halten. Selbst wenn bei Deiner Familie derzeit Deine eigenen Kinder noch im Haus sind, solltest Du daran denken, dass die Katze möglicherweise länger leben wird als die Kinder noch zu Hause sind.
Doch auch Freigängerkatzen, die Zuhause viel allein sind und unter Umständen nicht rein- und rauskönnen wie sie wollen, können sich als Einzelkatze langweilen. Auch hier ist eine Zweitkatze sinnvoll, um zu verhindern, dass die Mieze vereinsamt und sich nicht wohlfühlt.
Allerdings treten andererseits in Mehrkatzenhaushalten häufiger Verhaltensprobleme auf, wie in vielen Ratgebern über das Katzenverhalten nachzulesen ist. Die Entscheidung für oder gegen die Mehrkatzenhaltung sollte deshalb genau abgewogen und vor allem an den individuellen Charakteren der Katzen festgemacht werden.
Einzelkatze: Das sind die Pros und Cons
Katzen, die lange Jahre als Einzelgänger gelebt haben, lieben ihre Rückzugsmöglichkeiten und sind häufig gegenüber einer weiteren Katze nicht aufgeschlossen. Fällt die eigene Katze darunter, ist eine Vergesellschaftung nicht zu empfehlen, da die Katze mehr Stress als Freude daran haben wird und auch die hinzugeholte Mieze sicherlich unglücklich wäre.
Auch wenn Dein vierbeiniges Familienmitglied ein starkes Revier- oder Territorialverhalten zeigt oder beispielsweise Anzeichen für Futterneid zu erkennen sind, will die Mehrkatzenhaltung wohl überlegt sein. Hier musst Du schon eine Samtpfote finden, die charakterlich mit der vorhandenen Katze harmoniert.
Entsprechend sozialisiert sind übrigens alle Katzenrassen Artgenossen gegenüber aufgeschlossen. Wenn Du Dich also für eine Einzelhaltung Deiner Katze entscheidest, solltest Du Dich nach einem älteren Tier umsehen, das sich nicht mehr vergesellschaften lässt. Für Kätzchen ist diese Haltungsform nicht zu empfehlen; Kitten solltest Du immer mindestens zu zweit halten.
Das gilt auch für Kätzchen, die später Freigang bekommen sollen. Bis sie sich im neuen Zuhause eingewöhnt haben, vergehen auf jeden Fall einige Wochen. Katzen mit Freigang müssen außerdem vor dem Freigang kastriert werden, um keinen ungewollten Nachwuchs in die Welt zu setzen.

Mögliche Probleme bei der Haltung einer Einzelkatze
- Die Einzelkatze ist unterfordert und fängt in Deiner Abwesenheit an, die Wohnung zu zerlegen. Während Freigänger in der Natur viele Beschäftigungsmöglichkeiten finden, sind die Möglichkeiten der Wohnungskatze limitiert. Wenn sie den halben Tag allein und wartend verbringt, resultiert das schnell in vermeintlicher Zerstörungswut.
- Es ist nicht ungewöhnlich, dass verspielte Einzelkatzen auch ihre Menschen zum Spiel auffordern. In manchen Fällen verhalten sie sich dabei allerdings, als hätten sie es in Wahrheit mit einer großen Katze zu tun. Aber wir haben kein Fell, das uns vor Katzenkrallen oder –zähnen schützt. Die meisten Menschen sind deshalb nicht glücklich, wenn die Katze sie kratzend oder beißend zum Spiel auffordert. Vor allem dann nicht, wenn er es nachts oder in den frühen Morgenstunden tut. Eine Einzelkatze, die tagsüber acht Stunden alleine war, hat um diese Zeit allerdings viel nachzuholen. Auch wenn sie es nicht böse meint – für kleine Kinder kann dieses Verhalten zur Gefahr werden.
- Den Ausdruck „Protest pinkeln“ hat fast jeder Tierhalter schon mal gehört. Tatsächlich kann eine Einzelkatze, die den ganzen Tag alleine in der Wohnung verbringt, unsauber werden. Das hat aber keinesfalls etwas mit Protest zu tun, sondern deutet vielmehr daraufhin, dass die Katze leidet und sich unwohl fühlt. Unsere Samtpfoten sind von Natur aus extrem reinliche Tiere – Unsauberkeit sollte immer als ernstes Zeichen gewertet werden.
- Katzen sind soziale Tiere und werden durch die Einzelhaltung regelrecht depressiv. Sie hören auf zu spielen, bewegen sich weniger und schlafen mehr als für die Miezen eigentlich üblich ist. Über längeren Zeitraum kann die verminderte Aktivität der Katze auch zu Übergewicht führen.
Bedenke, dass ein verändertes Verhalten auch immer gesundheitliche Ursachen haben kann. Stelle eine unsaubere oder lethargische Katze also unbedingt beim Tierarzt vor. Die Katzen-Krankenversicherung von Cleos Welt deckt unter anderem Kosten für Routine- und Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Behandlungen bei Krankheit oder Verletzung sowie notwendige Medikamente ab.
Mehrkatzenhaltung: Was spricht dafür, was dagegen?
Möchtest Du mehrere Katzen halten, solltest Du Dir bei der Anschaffung gleich für ein Katzenpaar entscheiden oder zwei gesellige Katzen zusammenführen. Das entspricht einer artgerechten Katzenhaltung. Die Entscheidung, welche zwei Katzen Du nimmst, ist jedoch nicht leicht. Denn auch bei Katzen muss die Chemie stimmen. Am besten und einfachsten ist es, zwei Wurfgeschwister oder bereits miteinander verträgliche Katzen (zum Beispiel häufig im Tierheim zu finden) zu nehmen.
Möchtest Du hingegen zwei einander fremde Katzen vergesellschaften, solltest Du sicher sein, dass beide Tiere sozial und anderen Katzen gegenüber aufgeschlossen sind. In der Regel wird empfohlen, dass sich die Samtpfoten charakterlich ähneln sollten, damit sie eine gemeinsame Basis haben. Außerdem empfiehlt sich jeweils ein sicherer Rückzugsort für jeden Deiner Vierbeiner.
Auch der Altersunterschied sollte nicht zu groß sein. Ein aufgewecktes Kätzchen geht einer Seniorenkatze nicht nur schnell auf die Nerven, sondern findet in ihr auch keinen passenden Spielpartner. Natürlich sind Katzen Individuen und nur weil sie Katze A mögen, heißt das nicht, dass Katze B auch akzeptiert wird; Freundschaften sollte man auch Hauskatzen nicht aufzwingen.
Möchtest Du mehr als zwei Katzen halten, gibt es Faustregeln, wie viele Katzen in einer Wohnung leben können. Die beste ist aus unserer Sicht: Maximal eine Katze pro Zimmer (nur Zimmer, wo die Katzen Zutritt haben, zählen als solche). So haben die Katzen die Möglichkeit, sich von den anderen zurückzuziehen. Das ist wichtig, weil einige Katzen ein starkes Revierverhalten an den Tag legen.
Grundvoraussetzung für die Mehrkatzenhaltung in der Wohnung ist natürlich, dass Du auch Zeit für jede Katze hast und alle Bedürfnisse erfüllt werden: zum Beispiel, dass die Grundausstattung für jede Katze einmal (Näpfe, Katzentoiletten, Schlafgelegenheiten etc.) vorhanden ist.

Mögliche Probleme bei der Mehrkatzenhaltung
- Wenn Du zum Beispiel ein Pärchen aus Katze und Kater anschaffst, solltest Du die Stubentiger rechtzeitig kastrieren lassen, bevor es zu ungewolltem Nachwuchs kommt. Die Tierheime sind leider voll von Katzen, deren Besitzer den richtigen Zeitpunkt für die Kastration verpasst und versehentlich einen Wurf „produziert“ haben. Besonders bei verwandten Tieren wäre dieser Nachwuchs unter Umständen auch von Inzucht und entsprechend genetischen Fehlern oder Gesundheitsfolgen betroffen. Das ist auch aus Sicht des Tierschutzes ein Problem.
- Der Kontakt zu Artgenossen macht Deinen Katzen nicht immer uneingeschränkt Spaß. Manche Katzen mögen sich einfach nicht. Häufig wird, gerade in der Wohnungshaltung, eine – nicht offen – unterdrückt und leidet darunter (beispielsweise, wenn eine die andere ständig anstarrt, wenn sie die Katzentoilette benutzen möchte). Wenn sich die Katzen auch nach längerer Eingewöhnung überhaupt nicht mögen, solltest Du überlegen, ob eine von ihnen bei neuen Besitzern nicht glücklicher wäre. Auf Dauer wird dieses sogenannte Katzenmobbing für das Opfer zur Qual und kann sogar dazu führen, dass die Mieze nicht mehr richtig frisst, häufiger krank wird oder Verhaltensstörungen entwickelt.
- Unreinheit im Mehrkatzenhaushalt deutet fast immer auf ein Problem im Sozialverhalten zwischen den Katzen hin. Das kann auch schlichtweg der Fall sein, wenn es nach Meinung der Katzen zu viele Miezen in einem Revier sind. Selbstverständlich können auch andere Gründe vorliegen und zuerst sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden!
- Wenn bei einem Katzenpärchen oder im Mehrkatzenhaushalt eine der Katzen verstirbt, solltest Du erst eine Weile abwarten, bevor Du einen Ersatzpartner hinzu holst. Es kommt darauf an, ob die vorhandene Katze wirklich trauert oder nach einer Weile nicht aufblüht und sich herausstellt, dass sie alleine viel glücklicher ist.
Ob Einzelkatze oder Mehrkatzenhaltung ist eine Entscheidung, die Du individuell treffen musst. Kitten solltest Du immer mindestens zu zweit halten. Nur erwachsene Katzen, die sich nicht mehr mit Artgenossen vergesellschaften lassen, eignen sich für die Einzelhaltung. – Und das auch nur, wenn Du viel Zeit zu Hause verbringst und die Katze entsprechend beschäftigst oder sie Freigang bekommt.
FAQ
Wann ist eine Einzelkatze sinnvoll?
Eine Katze sollte nur dann einzeln gehalten werden, wenn sie bereits als Einzelgänger sozialisiert ist und sich nicht mit ihren Artgenossen versteht. Außerdem solltest Du genug Zeit mit Deinem Vierbeiner zu Hause verbringen.
Warum sollten Kitten nicht allein gehalten werden?
Katzen sind extrem soziale Tiere und vor allem in der Jugend noch sehr verspielt. Egal, wie viel Mühe wir Menschen uns geben: Die besten Gefährten für Katzen sind andere Katzen. Eine Einzelhaltung von Kitten kann zu Verhaltensauffälligkeiten und Depressionen führen.
Was tun, wenn sich zwei Katzen nicht verstehen?
Wenn sich zwei Katzen im Mehrkatzenhaushalt nicht verstehen, kannst Du versuchen, dem Problem mit ausreichend Rückzugsraum für beide Katzen entgegenzuwirken. Wenn das nicht hilft, hol Dir Rat bei Deinem Tierarzt. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine der beiden Katzen an einen anderen Besitzer weiterzugeben.




Man soll nicht mehr Katzen halten, als Hände zum streicheln da sind.
Hallo an alle 🙂
Ich habe eine wichtige Frage. Kann mir Jemand sagen, wie es ausschaut, wenn ich bereits eine Katze habe und ich mir zwei Katzen, die sich schon kennen, mit ins Haus nehme?
Frage mich ob es eher gut oder eher nicht gut ist. Denn ich stelle mir die Frage, ob die Wahrscheinlichkeit groß ist das unsere Katze von den zwei neuen Katzen gemobt wird weil die sich ja schon kennen.
Es wäre toll wenn Jemand eine kleine Ahnung hat.
Danke im Vorraus 🙂
Hallo Laura,
das ist schwierig zu beantworten, da jede Katze anders ist. So kann es bei einigen klappen, bei anderen wiederum nicht. Gewöhne sie am besten langsam aneinander und bleibe vor allem in der Anfangszeit immer dabei, wenn die Katzen zusammen sind, um – im Ernstfall – sofort eingreifen zu können. In unserem Forum bekommst Du sicherlich noch mehr Tipps und vielleicht hat da schon jemand diese Erfahrung gemacht 🙂 https://forum.deine-tierwelt.de/
Liebe Grüße und alles Gute für Euch!
Hanna
Totaler Schwachsinn dass man immer 2 Katzen halten soll. Katzen sind in der Regel Einzelgänger und treffen nur gelegentlich auf andere Katzen. Ich habe noch nie ein Katzenrudel gesehen.
Wenn einem wie hier weiß gemacht werden soll dass man sich eine 2. Katze zulegen sollte damit der andere nicht allein ist, ist das nur ein Grund um bisher nicht vermittelte Katzen an den Mann/Frau zu bekommen.
Ich habe selber einen Kater der alleine lebt (natürlich mit mir), und ich finde dass er ganz gut damit klar kommt. Auch ist in der Nachbarschaft ebenfalls eine weitere Katze die allein bei ihren Besitzern lebt, und wenn mein kleiner mal raus kann, sucht er ihre Nähe auf zum spielen. Doch hängt er nun nicht die ganze Zeit an Ihrem Schwanzzipfel.
Also unterlasst langsam die bescheuerte Auffassung dass eine Katze immer in Gesellschaft leben muss.
Hallo Sven, danke für Deinen Beitrag! In dem Artikel werden mögliche Probleme sowohl von Einzel- als auch Mehrkatzenhaltung aufgezeigt und nicht explizit zur Mehrkatzenhaltung aufgerufen. Natürlich ist jede Katze ein Individuum und man kann nicht pauschal sagen „auf jeden Fall mehrere Katzen halten“. Liebe Grüße, Hanna
Gestern ist mein geliebter kleiner Kater auf der Straße angefahren worden und verstarb noch vor Ort. Ich hatte ein Geschwisterpärchen aus Sardinien adoptiert. Beide waren aus dem Tierschutz. Mein anderer Kater trauert schon sehr , so denke ich. Ist es sinnvoll nach einer gewissen Zeit einen zweiten Kater wieder ins Haus zu holen?
LG Conny