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Katzen beim Tierarzt: Die häufigsten Krankheiten und Verletzungen

Katzen sind Meister darin, Unwohlsein zu verstecken. Sie machen oft einfach weiter und wollen sich bloß nichts anmerken lassen, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Eine Tiermedizinische Fachangestellte erzählt, welche Krankheiten häufig auftreten und auf welche potentiellen Verletzungen Du bei Deiner Katze achten musst.

Katzen sind Meister darin, Unwohlsein zu verstecken. Sie machen oft einfach weiter und wollen sich bloß nichts anmerken lassen, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Eine Tiermedizinische Fachangestellte erzählt, welche Krankheiten häufig auftreten und auf welche potentiellen Verletzungen Du bei Deiner Katze achten musst.

In der Praxis sehe ich genau das immer wieder: Katzen, die erst vorgestellt werden, wenn sie schon deutlich krank sind. Nicht, weil ihre Menschen nicht besorgt wären, sondern weil Katzen ihre Schmerzen gut tarnen. Und weil viele Halter den Tierarztbesuch lieber noch ein bisschen hinausschieben, um ihrer Katze (und sich selbst) den Stress zu ersparen.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Meine Lilly – sonst eine der Ersten am Napf – ließ sich eines Morgens einfach nicht blicken. Stattdessen fand ich sie schließlich in ihrer kleinen Kuschelecke im Schrank und schaute mich einfach nur an. Für sie völlig untypisch. Also hieß es, direkt ab in die Praxis: Fieber, über 40 °C! Vermutlich ein Infekt. Die Tage zuvor habe ich Lilly überhaupt nichts angemerkt, sie verhielt sich wie immer. Nicht zum Frühstück zu erscheinen, passte allerdings gar nicht zu ihr und ließ mich direkt stutzig werden.

Wenn sich etwas „komisch anfühlt“ oder Deine Katze sich ungewöhnlich verhält, lohnt es sich immer, dem nachzugehen. Du kennst Deine Katze schließlich am besten und spürst oft zuerst, wenn etwas nicht stimmt.

Schwarze Katze liegt auf dem Bett
Foto: pexels.com/Ivett (Symbolfoto)

Warum Katzen „leise“ leiden

Katzen verbergen Schwäche instinktiv. Als Jäger und Beutetiere haben sie gelernt, dass es einfach sicherer ist, sich nichts anmerken zu lassen. Schmerzen zeigen sie meist nur subtil: beispielsweise durch Rückzug, verminderte Aktivität oder eine veränderte Körperhaltung. Eine hilfreiche Orientierung bietet die sogenannte „Feline Grimace Scale“, mit der man anhand eines auf Studien basierten Bewertungsschemas akute Schmerzen bei der Katze besser einschätzen kann.

Besonders häufige Krankheitsbilder in der Kleintierpraxis

Zahnerkrankungen

Zahnresorptionen, Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis gehören zu den häufigsten Befunden bei Katzen. Typisch sind z.B. verändertes (Fress-) Verhalten, vermehrtes Speicheln oder auch Rückzug. Für Katzenhalter bleiben Zahnprobleme allerdings oft lange Zeit unbemerkt, da die Katzen häufig noch lange Zeit sehr gut fressen.

Praxis-Tipp: Regelmäßige „Mäulchenkontrollen“ Zuhause lohnen sich (und schon Kitten frühzeitig daran zu gewöhnen)!

Weiße Katze mit Zahnproblemen
Foto: pexels.com/Anna Toth (Symbolfoto)

Chronische Nierenerkrankung

Vor allem ältere Katzen sind betroffen. Erste Anzeichen: vermehrter Durst, häufiges Urinieren, sowie Gewichtsverlust.

Praxis-Tipp: Ab etwa 7-8 Jahren sind jährliche Blut- und Urinkontrollen sinnvoll. Die frühe Erkennung macht den Unterschied!

Harnwegserkrankungen / FLUTD

Häufiges, schmerzhaftes Urinieren, sowie nur kleine Pfützen mit Blut im Urin sind ernstzunehmende Alarmsignale. Besonders gefährlich wird es, wenn gar kein Urin mehr abgesetzt wird – das ist IMMER ein Notfall!

Praxis-Tipp: Eine gute Wasseraufnahme (auch durch Feuchtfutter) und eine stressarme Umgebung (Blasenentzündungen sind bei der Katze häufig stressinduziert) senken das Risiko deutlich.

Kampfverletzungen & Abszesse

Typisch bei Freigängern: kleine Bisswunden, die sich zu schmerzhaften Abszessen entwickeln. Meist treten sie im Frühling oder Herbst vermehrt auf, wenn Revierkämpfe zunehmen.

Praxis-Tipp: Auch kleine Blessuren lieber einmal mehr anschauen lassen. Unter dem Fell versteckt sich oft mehr, als man denkt.

Magen-Darm-Probleme & Inappetenz

Erbrechen, Durchfall, wenig Appetit. Auch das sind häufige Gründe für einen Tierarztbesuch. Die Ursachen reichen von Infekten bis zu chronischen Entzündungen oder Futtermittelunverträglichkeiten.

Praxis-Tipp: Frisst Deine Katze länger als 24 – 48 Stunden nicht, sollte sie unbedingt untersucht werden!

Katzen: häufige Krankheiten
Foto: pexels.com/Freestocks (Symbolfoto)

Gut zu wissen

  • Katzen verbergen ihre Schmerzen. Achte daher auch auf kleine Verhaltensänderungen.
    Lieber einmal zu viel als zu spät zum Tierarzt!
  • Beobachte nicht nur das Fressverhalten, sondern auch die Stimmung, Aktivität und Körperhaltung.
  • Wer seine Katze gut kennt, bemerkt oft schon kleine Veränderungen, die erste Anzeichen auf eine Krankheit sein können.

Viele Erkrankungen lassen sich frühzeitig erkennen, wenn man auf die feinen „Katzensignale“ achtet. Und manchmal ist das Bauchgefühl der beste Ratgeber.

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