Wie gewöhne ich die Katze ans neue Zuhause?
Wer seine Katze eingewöhnen möchte, sollte sich viel Zeit nehmen und die Mieze Schritt für Schritt mit der Umgebung bekannt machen. Geduld und Ruhe haben oberste Priorität. Nur so kann die Katze Vertrauen aufbauen und sich ganz entspannt einleben. In den ersten gemeinsamen Tagen lernen sich Zwei- und Vierbeiner immer besser kennen. Dabei kann es natürlich auch zu Problemen kommen.
Wir haben Euch deshalb die fünf wichtigsten Fragen und Antworten für die ersten Tage mit der Mieze zusammengestellt.
Warum lässt sich meine Katze nicht anfassen?
Einigen Katzen fällt es besonders schwer, sich an ihr neues Umfeld zu gewöhnen. Das kann daran liegen, dass sie in ihren ersten Lebenswochen keine beziehungsweise schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben oder von Natur aus sehr schüchtern sind. Verhält sich Eure Katze auch mehrere Tage nach ihrem Einzug scheu und distanziert, müsst Ihr besonders behutsam vorgehen.
Tipp 1: Zurückhalten
Wer seiner Mieze zum Einzug ein Katzenzimmer eingerichtet hat, sollte die Katze dort regelmäßig besuchen, sie aber keinesfalls bedrängen. Sie fühlt sich sonst schnell beobachtet und zieht sich weiter zurück. Setzt Euch lieber gut sichtbar in eine Ecke des Zimmers und lest beispielsweise ein Buch. Viele Katzen werden neugierig, wenn sich der Mensch gar nicht für sie interessiert und versuchen seine Aufmerksamkeit zu erregen. Wagt sich die Mieze allmählich zu Euch vor, könnt Ihr sanft mit dem Vierbeiner sprechen. Vermeidet jedoch direkten Augenkontakt und starrt die Katze auf keinen Fall ständig an. Sie fühlt sich sonst schnell wieder unbehaglich und hält Euch im schlimmsten Fall sogar für angriffslustig.
Tipp 2: Spielzeug
Mit Spielangeboten könnt Ihr die Samtpfote noch weiter zu Euch locken. Eine Katzenangel bietet sich beispielsweise hervorragend an, um die letzten Meter Abstand zwischen Zwei- und Vierbeiner zu überbrücken. Dabei solltet Ihr Euch der Katze jedoch keinesfalls aufdrängen. Stupst Euch der Stubentiger das erste Mal mit seinem Köpfchen an oder reibt sich an Euren Beinen, ist das Eis in der Regel gebrochen und Ihr könnt versuchen, die Katze behutsam zu streicheln.
Aber Vorsicht: Nicht jeder Stubentiger freut sich über direkten Körperkontakt. Während besonders liebesbedürftige Miezen Streicheleinheiten offensiv einfordern, gibt es sehr schüchterne oder sogar traumatisierte Katzen, die sich niemals von ihrem Menschen anfassen lassen. Auch wenn es schwer fällt: Ihr müsst lernen, diesen Wunsch zu respektieren.
Warum frisst meine Katze nicht?
Ein Umzug ist für die meisten Katzen die reinste Tortur. Kein Wunder, dass bei all der Aufregung auch der Magen verrückt spielen kann. Wenn Eure Katze die Nahrungsaufnahme im neuen Zuhause verweigert, müsst Ihr deshalb nicht gleich in Panik verfallen: Gebt der Mieze stattdessen Zeit und Ruhe, sich an die unbekannte Umgebung zu gewöhnen und ihre Aufregung abzulegen. Manche Miezen lassen sich auch gerne mit einem besonderen Leckerbissen an ihr Futter heranführen.
Vorausgesetzt die Mieze trinkt regelmäßig, ist gut genährt und macht auch sonst einen munteren Eindruck, könnt Ihr bis zu zwei Tage warten, ehe Ihr einen Tierarzt konsultiert. Verweigern Jungtiere ihr Futter, empfiehlt es sich, den Arzt bereits nach maximal 24 Stunden zu Rate zu ziehen.
Warum meidet meine Katze das Katzenklo?
Egal ob Eure Mieze die neue Toilette von Beginn an meidet oder erst nach einigen Wochen unrein wird: Um körperliche Ursachen wie Harngries oder Nieren- und Blasenentzündungen auszuschließen, ist ein Gang zum Tierarzt Pflicht. Die meisten Miezen sind Meister im Verstecken von Krankheitssymptomen. Als Laie bekommt man daher nicht immer mit, wenn es der Katze schlecht geht.
Gibt der Tierarzt Entwarnung, kann das Problem an der Katzentoilette selbst liegen. Wird diese zu selten gereinigt oder fühlt sich die Mieze eingeengt, muss eben der Wohnungsteppich fürs kleine oder große Geschäft herhalten.
Einigen Katzen missfällt zudem das Katzenstreu oder die Positionierung der Katzentoilette. In diesem Fall hilft eigentlich nur ausprobieren: Stellt das Katzenklo vorübergehend an einen anderen Ort und beobachtet, wie Eure Mieze reagiert. Gleiches gilt in puncto Katzenstreu: Auch hier solltet Ihr der Katze eine Alternative bieten. Die Auswahl an unterschiedlichen Streuvarianten ist riesig, sodass sicher auch für Eure Mieze das Richtige dabei ist.
Verteilt Eure Katze kleine Mengen an Urin in der Wohnung, muss dies allerdings nicht zwingend mit Unsauberkeit zu tun haben. Geschlechtsreife und läufige Katzen nutzen ihren Urin, um wichtige Wegstellen oder das eigene Revier zu markieren. Abgewöhnen lässt sich diese Eigenart nicht und kann lediglich durch eine Kastration verhindert werden.
Hilfe, meine Katze zerkratzt die Möbel: Was kann ich tun?
Krallenwetzen ist für Eure Katze das Natürlichste auf der Welt und absolut notwendig. Zum einen hält sie ihre Krallen auf diese Weise scharf und sauber, zum anderen markiert sie ihr Revier.
Leider schärfen Katzen ihre Krallen nicht immer da, wo wir Menschen es gerne hätten. Tapeten, Sessel oder der neue Stuhl aus Rattan sind oft deutlich interessanter als der eigene Kratzbaum.
Damit Eure Samtpfote die Wohnzimmermöbel so gut es geht verschont, solltet Ihr ihr möglichst viele Kratzmöglichkeiten anbieten. Ein Kratzbaum ist für jeden Katzenhaushalt Pflicht. Wie häufig Eure Samtpfote den Baum nutzt, hängt jedoch stark von seiner Qualität und Ausstattung ab. Besitzt der Baum nur wenige Flächen, an denen sich die Mieze ausgiebig strecken und kratzen kann, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich lieber an der Tapete austobt.
Hat die Mieze keine Lust auf ihren Kratzbaum, kann dies möglicherweise auch am falschen Standort liegen. Beobachtet Eure Katze deshalb genau und positioniert den Kratzbaum dort, wo sie sich am liebsten aufhält. Mit Kratzbrettern oder -matten könnt Ihr Eurer Katze zudem eine zusätzliche Alternative zur Tapete oder den Möbeln bieten.
Häufig deutet eine übermäßige Kratzbegeisterung auch darauf hin, dass sich die Mieze langweilt. Gerade Stubentigern ohne Freigang solltet Ihr deshalb einen möglichst abwechslungsreichen Alltag bieten und Euch Zeit für regelmäßige Streichel- und Kuscheleinheiten nehmen. Wer berufstätig ist, kann sich auch nach einem Artgenossen für seinen Vierbeiner umsehen (sofern diese Katzenrasse Gesellschaft zulässt). Denn zu zweit ist man bekanntlich weniger allein.
Der Katze Freigang gewähren, ja oder nein?
Von Tag zu Tag wird Eure Katze zutraulicher und findet sich immer besser im neuen Zuhause zurecht. Manchmal ertappt man eine Mieze jedoch dabei, wie sie es sich vor der Tür bequem macht und auf eine Gelegenheit zur Flucht wartet. Doch solltet Ihr die Katze wirklich rauslassen?
Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ob er seiner Katze Freilauf gewährt oder nicht. Wenn Ihr in einer ruhigen Umgebung wohnt und Euch eine gesunde Katze ins Haus geholt habt, steht einem Ausflug ins Freie prinzipiell nichts im Wege. Für die meisten Miezen gibt es nichts Schöneres als durch Gärten zu streunen, auf Mäusejagd zu gehen oder einfach nur entspannt in der Sonne zu faulenzen. Katzen mit uneingeschränktem Zugang nach draußen sind meistens ausgeglichener als reine Stubentiger und stellen weniger Unsinn an. Viele Freigänger kommen auch gut damit klar, wenn ihr Mensch täglich für einige Stunden außer Haus ist. Wer seine Katze nach draußen lässt, sollte sich aber auch über die Gefahren im Klaren sein. Die meisten Miezen beschränken ihre Ausflüge nicht nur auf den heimischen Garten, sondern toben ausgelassen in der Nachbarschaft herum. Unkastrierte Katzen geraten häufig in Revierkämpfe, können sich dabei verletzen und mit gefährlichen Krankheitserregern wie FIV (Feline Immundefizienz-Virus, umgangssprachlich: Katzenaids) anstecken. Zudem gibt es immer wieder Hunde- und Katzenhasser, die Giftköder auslegen und unschuldige Tier dadurch töten. Genauso kann die Mieze aber auch an Frostschutzmittel oder im nachbarschen Pool sterben.
Allen Risiken zum Trotz solltet Ihr Euch vor Augen halten, dass Katzen in der Natur zu Hause sind. Die meisten Gefahren können die Miezen daher sehr gut einschätzen und geschickt umgehen. Außerdem bereichert Freigang das Leben Eurer Samtpfote ungemein: Nirgendwo sonst bekommt Eure Katze so viel Abwechslung geboten und kann sich uneingeschränkt austoben.
Wer in einer katzenfreundlichen Umgebung lebt, sollte durchaus in Erwägung ziehen, die Samtpfote nach draußen zu lassen. Hierbei ist es wichtig, die Mieze Schritt für Schritt an die neue Umgebung zu gewöhnen. Hat die Katze ihr neues Zuhause akzeptiert, könnt Ihr ihr ein Laufgeschirr mit Leine besorgen und jeden Tag für einige Minuten an die frische Luft gehen. Achtet darauf, die Katze nicht zu überfordern. Wird sie zunehmend unruhig, ist es besser die Mieze in die Wohnung zu bringen und erst später einen neuen Versuch zu starten.
Vor dem ersten Freigang solltet Ihr die Katze zudem kastrieren und chippen lassen. So erhält sie eine individuelle Erkennungsnummer und kann beim Tasso e.V. und/oder dem Deutschen Haustierregister eingetragen werden. Auf diese Weise kann Eure Katze Euch sofort zugeordnet werden, sollte sie einmal weglaufen und als Fundtier aufgegriffen werden. Selbstverständlich sollte die Mieze geimpft sein, wenn sie das Haus verlässt.
Katze eingewöhnen: Aller Anfang ist schwer
In den ersten gemeinsamen Tagen ist es gar nicht so einfach, alle Zeichen der Katze richtig zu verstehen. Macht Euch jedoch keine Sorgen: Je länger Uhr mit dem Stubentiger zusammenwohnt, desto leichter fällt es Euch, seine Verhaltensweisen zu deuten. Wichtig ist, dass Ihr Euch regelmäßig mit der Mieze beschäftigt und sie auf diese Weise immer besser kennenlernt. Schließlich ist jede Katze anders: Während die eine Samtpfote regelmäßig in den Hungerstreik tritt, wenn ihr etwas nicht passt, ist Futterverweigerung bei der anderen ein ernsthaftes Zeichen für eine Erkrankung.
Noch mehr spannende Informationen und Tipps zu den ersten Tagen und Wochen mit Katze findet Ihr in unserer Reihe Eine Katze zieht ein.




Hey ein wirklich sehr hilfreicher Beitrag und optisch schöner Blog der wirklichen Mehrwert bietet, weiter so!
Wer zu dem vielleicht noch Interesse hat, kann auch sehr gern einmal auf unserem Blog vorbeischauen, dort haben wir das ganze noch etwas weitergefasst und zeigen die wie du deiner Katze den Kratzbaum noch attraktiver machst 🙂 (Das ganze findest du hier http://alles-rund-um-die-katz.de/wissenswertes/katze-an-den-kratzbaum-gewoehnen/ )
LG von den Kratzbaumtestern
Hallo! Ich habe eine Frage.. Wo bzw. Wie übernachtet die neue Katze? Vorallem bei kleinen Katzen. Kann man sie einfach in dem separaten Zimmer alleine lassen?