HomeRatgeberKatze des Nachbarn im Garten: Was ist erlaubt – und was nicht?

Katze des Nachbarn im Garten: Was ist erlaubt – und was nicht?

Deine Katze hat den Garten des Nachbarn für sich entdeckt, der stört sich jedoch am vierbeinigen Besuch? DeineTierwelt verrät Dir, wie die Rechtslage ist.

Katzen halten sich in der Regel nicht an Grundstücksgrenzen. Doch dürfen sie den Garten des Nachbarn betreten? „Es kommt darauf an“, sagt die Rechtsanwältin Melanie Katja Fritz. Ihre Kanzlei ist eine von wenigen in Deutschland, die sich ausschließlich mit dem Tierrecht und Pferderecht befassen.

Dem Deutschen Tierschutzbund zufolge muss ein Grundstückseigentümer dulden, dass die Katze seines Nachbarn seinen Garten betritt. Im Nachbarschaftsrecht gilt der Grundsatz der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme.

„Der überwiegende Teil der Rechtsprechung geht daher davon aus, dass das Halten jedenfalls nur einer oder zwei Katzen als Freigängerinnen insbesondere in einer grünen Wohngegend ortsüblich und ein normaler Bestandteil der privaten Lebensführung ist, sodass Nachbarn dies akzeptieren müssen“, erklärt Melanie Katja Fritz in diesem „Instagram“-Reel:

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Umstritten sei, ob Nachbarn auch vereinzelt Hinterlassenschaften wie Kot oder Erbrochenes auf dem eigenen Grundstück dulden müssen. Wenn sich die Hinterlassenschaften Deiner Mieze allerdings häufen oder sie nachweislich etwas im Garten des Nachbarn kaputtgemacht hat, ist es gut möglich, dass Dein Nachbar bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung Recht bekommt.

Die Duldungspflicht endet, wenn diese dem Nachbarn nicht mehr zugemutet werden kann. Gemäß Paragraf 833 BGB haftest Du als Tierhalter normalerweise für sämtliche Schäden, die Dein Haustier verursacht.

Der Einzelfall entscheidet

Auch bei mehr als ein bis zwei Katzen kann die Abwägung der Interessen zulasten des Katzenhalters ausfallen. „Dann können Unterlassungsansprüche und teilweise sogar Schadensersatzansprüche im Raum stehen“, warnt Melanie K. Fitz. Letztere könnten beispielsweise erhoben werden, wenn Gegenstände auf dem Grundstück zu Bruch gegangen sind oder Deine Samtpfote Kratzspuren auf Möbeln hinterlassen hat. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass nachgewiesen ist, wessen Tier für den Schaden verantwortlich ist.

Katze im Garten
Foto: pixabay.com/lequangutc89 (Symbolfoto)

Schlimmstenfalls müssten Katzenhalter ihre Miezen dann im Haus behalten oder, sofern möglich, ihren Garten ausbruchsicher gestalten, sagt die Rechtsexpertin. Am besten behältst Du Deine Mieze bei ihren Streifzügen im Auge und hinderst sie umgehend daran, sollte sie ihr Nickerchen auf dem Autodach Deines Nachbarn oder in dessen Gartenteich Jagd auf Fische machen wollen.

So hältst Du Nachbars Katze aus Deinem Garten fern

Wenn die Nachbarskatze ihr Geschäft in Deinem Beet verrichtet, gibt es ein paar Dinge, die Du dagegen tun kannst. Du kannst zum Beispiel ein Kompostgitter flach darauflegen. Oder Du streust Kaffee darüber. „Katzen bekommen beim Scharren den Kaffee an die Pfoten. Wenn sie sich dann sauber lecken, schmecken sie die für sie sehr unangenehmen Bitterstoffe“, berichtet Arlette Niederer vom Schweizer Tierschutz auf „tierwelt.ch“.

Allerdings könne es dauern, bis die Katze die Verbindung zwischen Beet und dem unangenehmen Geschmack herstellt. Eine weitere Option können Katzenschreck-Geräte sein, die mit Wasser arbeiten.

Wenn das nicht hilft und Dich die Fellnase Deines Nachbarn weiterhin stört, solltest Du Dir den Ratschlag von Melanie Katja Fritz zu Herzen nehmen und zunächst das Gespräch mit dem Besitzer suchen. So kannst Du wohlmöglich langwierige Rechtsstreitigkeiten vermeiden.

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