Für Beatrice und Albert ist der Verlust ihres Katers Streifli ein nicht endender Albtraum. Das Tier ertrank im Februar 2021 im Pool ihres Nachbarn. Die Schuld für den Tod der Samtpfote sahen die Halter klar beim Poolbesitzer, der das Schwimmbecken nicht abgesichert hatte.
Das Bezirksgericht Bülach sprach den Nachbarn jedoch frei – mit der Begründung, ungesicherte Schwimmbecken seien gesellschaftlich akzeptiert. Die Halter wollen das Urteil nicht hinnehmen. Mit einer Berufung und einer Crowdfunding-Kampagne kämpfen sie nicht nur für ihr eigenes Tier, sondern auch für mehr Schutz aller Haustiere vor vermeidbaren Gefahren.
Kater Streifli ertrinkt im Pool des Nachbarn
Der elfjährige Kater Streifli fiel in Dietlikon in der Schweiz in ein mit Regenwasser gefülltes Schwimmbecken. Nur rund 60 Zentimeter hoch stand das Wasser, doch die glatten Wände machten ihm ein Entkommen unmöglich. Ausstiegshilfen oder Abdeckungen gab es nicht. Für das Tier wurde der Pool zur Todesfalle, berichtet „Nau.ch“.
Die Staatsanwaltschaft warf dem Poolbesitzer daraufhin fahrlässige Tierquälerei vor. Doch das Bezirksgericht Bülach sprach ihn im Dezember 2024 frei. Die Begründung: Er habe die Gefahr, die von seinem Pool ausging, nicht erkennen können. Zudem sei es gesellschaftlich akzeptiert, Pools ohne Sicherungen zu betreiben.
Gerichtsurteil sorgt für Empörung
Für Streiflis Halter ist diese Argumentation ein Schlag ins Gesicht. Sie nennen das Urteil „lebensverachtend“ und „schockierend“. Ihrer Ansicht nach könne von einer gesellschaftlichen Akzeptanz keine Rede sein. Das Paar hat beschlossen, in Berufung zu gehen. Doch der Schritt ist mit hohen Kosten verbunden: Bis zu 10.700 Euro könnten auf sie zukommen, sollten sie den Prozess verlieren.

Deshalb sammeln sie nun Spenden. Jede finanzielle Unterstützung sei zugleich ein Zeichen für mehr Verantwortung im Umgang mit Pools. Das Paar hat es sich mittlerweile zur Aufgabe gemacht, für mehr Sicherheit für frei laufende Tiere zu sorgen. Aus ihrem persönlichen Schicksal heraus haben die beiden den Verein „TES – Tiere vor dem Ertrinken schützen“ gegründet. Dort dokumentieren sie jeden bekannten Todesfall in Schweizer Pools. Bereits über 20 Fälle wurden 2025 gemeldet – Tendenz steigend.



