Er ist so süß, so zutraulich – und es geht ihm doch so schlecht. Wenn Tierfreunde Urlaub machen, entdecken sie oft Straßenhunde. Und wenn die Ferien dann zu Ende gehen, steht plötzlich die Frage im Raum: Können wir ihn retten? Aber Achtung: Einfach einpacken und mitnehmen – das geht nicht!
Und auch wenn es hart ist: Bevor Du darüber nachdenkst, Deine Ferienbekanntschaft auf vier Pfoten mit nach Hause zu nehmen, solltest Du Dir ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel: Weißt Du wirklich, was da auf Dich zukommt? Ein Hund, der auf der Straße geboren wurde, ist nicht so sozialisiert, wie wir es kennen. Und das heißt: Du fängst auch bei einem erwachsenen Hund ganz von vorne an.

Andere Länder, andere Sitten – auch bei Hunden
Und bevor Du Dich für den Streuner entscheidest: Prüfe erst einmal genau, ob es wirklich ein Straßenhund ist. Denn auch bei Haustieren gilt: Andere Länder, andere Sitten. Das heißt: Es gibt Länder, in denen die Hund tagsüber frei herumlaufen und sich auch gerne von Touristen füttern lassen. Trotzdem haben sie eine Familie, die sie liebt. Deshalb: Beobachte auch im Urlaub erst einmal genau, was der Hund tut, wenn Du Dich nicht um ihn kümmerst.
Wenn es ein Straßenhund ist und Du Dich entschieden hast, musst Du einige bürokratische Hürden überwinden. Das bedeutet: Die Entscheidung sollte nicht in letzter Sekunde fallen – sonst musst Du ohne den Hund abreisen. Im besten Fall findest Du dann eine Tierschutzorganisation vor Ort, die den Hund auch in Deiner Abwesenheit „reisefertig“ macht.
Hund aus dem Urlaub: Ohne Pass geht es nicht
Für die Reise nach Deutschland muss der Hund nämlich zuerst einmal zum Tierarzt. Dort muss der Hund untersucht werden – und seinen „Reisepass“ bekommen. In dem Pass stehen Angaben über das Tier, er bescheinigt eine gültige Tollwut-Impfung und dokumentiert die Kennzeichnung mit einem Chip. Und: Dieser Pass ist notwendig, wenn Du ein Tier aus einem EU-Land nach Deutschland bringen willst.

Gleichzeitig kann der Tierarzt natürlich kontrollieren, ob der Hund bereits gechipt ist – und vermisst wird. Vor allem aber muss er den Gesundheitszustand beurteilen. Hat der Hund ansteckende Krankheiten? In welchem Zustand sind Fell, Zähne und Organe? Diese Untersuchung macht doppelt Sinn: Zum einen weißt Du dann, wie es dem Hund geht. Und zum anderen erfährst Du so, ob eine Behandlung notwendig ist. Und damit in Deutschland vielleicht weitere Tierarztkosten auf Dich zukommen.
Tollwut-Impfung muss 21 Tage alt sein…
Das Problem bei Hunden: Hunde brauchen eine Tollwut-Impfung, damit sie einreisen dürfen. Und die ist nur gültig, wenn sie mindestens 21 Tage alt ist. In den meisten Fällen wird in diesem Moment klar: Die Heimreise mit Hund klappt rein zeitlich nicht.
Ganz wichtig: Nimm den Hund nicht einfach ohne Impfung mit. Du machst Dich strafbar – und der Hund kommt auf eine Quarantäne-Station.

Die gute Nachricht: Du musst trotz der fehlenden Zeit nicht aufgeben. Wende Dich an Tierschutzvereine vor Ort – sie bereiten Straßentiere auf die Ausreise ins Ausland vor. Und sie kümmern sich um den Hund, während Du schon wieder zuhause bist.
Nach Urlaub: Auto oder Flugzeug – wie reist der Hund?
Sollte zeitlich alles klappen, steht der Heimreise mit Hund nichts mehr im Weg. Zumindest theoretisch. Doch das Reisen mit Hund ist gar nicht so unkompliziert. Im besten Fall bist Du mit dem Auto da. Dann braucht der Hund auf jeden Fall ausreichend Platz – und natürlich genügend Futter und Wasser.
Wenn Du mit dem Flugzeug reist, wird es schwieriger. Manche Airlines nehmen keine Hunde mit, andere haben sehr unterschiedliche Bedingungen. Die Kosten für den Flug liegen im Schnitt bei 50 Euro innerhalb der EU und bei 70 Euro für internationale Flüge – wenn der Hund in die Kabine kann. Ist der Hund größer, muss er in einem speziellen Abteil im Frachtraum mitfliegen. Dafür müssen Sie ihn vorher anmelden – sonst heißt es beim Check-in plötzlich: kein Platz für den Hund. Kosten für den Frachtraum: Zwischen 70 und 150 Euro.



