HomeHundeKälte, Stress oder Epilepsie: Warum zittert mein Hund?

Kälte, Stress oder Epilepsie: Warum zittert mein Hund?

Wenn ein Hund zittert, kann das wie beim Menschen ganz unterschiedliche Ursachen haben. Deine Tierwelt hilft Dir zu erkennen, wann ein ernstes medizinisches Problem dahinter stecken könnte.

Zittern ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um über die Bewegung der Muskulatur Wärme zu erzeugen. Wenn Dein Hund im Winter zittert, solltest Du deswegen als erstes ausschließen, ob er friert. Viele Rassen haben aufgrund ihrer Zucht kaum noch Unterwolle und brauchen wie wir Menschen eine „Jacke“, wenn sie vor die Tür gehen. Auch junge, alte und kranke Hunde brauchen im Winter einen Mantel.

Angst oder Stress können natürlich auch dazu führen, dass Dein Hund zittert. Beobachtest Du das Zittern in vielen aufregenden Situationen, wie vor dem Spaziergang oder bei der Begegnung mit fremden Hunden, kann ein Hundetrainer helfen, das Selbstvertrauen Deines Hundes zu stärken und ihm die Angst zu nehmen.

Jegliche Art von Schmerz kann ebenfalls von einem Zittern begleitet sein. Wie Du Schmerzen bei Deinem Hund erkennst, erfährst du hier.

Zittern manche Hunderassen mehr?

Tatsächlich können Hunde mancher Rassen häufiger zittern. Zum Beispiel Chihuahua oder Terrier-Rassen wie der Yorkshire Terrier. Das liege an der höheren Anspannung, die diese Hunderassen häufig im Alltag spüren, erklärt „t-online“. Auch ältere Hunde zittern in der Regel häufiger als ihre Artgenossen.

Infektionskrankheiten als Grund fürs Zittern

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) zeigt sich unter anderem durch Zittern, Schmerzen in der Halswirbelsäule und apathischem Verhalten. Es gibt diverse Bakterien, Pilze und Viren, die eine Gehirnhautentzündung auslösen. Darunter sind unter anderem auch die Staupeviren, die immer mal wieder ausbrechen können. Diagnostiziert wird eine Hirnhautentzündung durch ein MRT und eine Untersuchung des Gehirnwassers (Liquor).

Hund zittert aufgrund einer Vergiftung

Relativ selten, aber nicht zu unterschätzen sind Vergiftungen. Stoffe, die zu Zittern und Krämpfen führen, sind zum Beispiel Schneckenkorn, Insektenvernichter, Blei, und diverse Giftpflanzen und Haushaltsmittel. Wie Du die Anzeichen einer Vergiftung noch erkennst und wie Du Erste Hilfe leisten kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Sogar Tulpen können für Haustiere giftig sein.
Foto: pixabay.de/Mylene2401 (Symbolfoto)

Neurologische Erkrankungen

Die häufigste neurologische Erkrankung, die Zittern auslöst, ist eine Erkrankung des Kleinhirns. Das Kleinhirn ist für die Motorik und Koordination des gesamten Körpers verantwortlich. Eine Entzündung, Infarkt, Missbildung oder Tumor in diesem Bereich führt zu einem so genannten Intentions-Tremor – das ist ein Zittern des Kopfes oder gesamten Körpers, wenn das Tier eine gezielte Bewegung ausführen will. Das kann zum Beispiel der Versuch sein, die Schnauze in den Futternapf zu stecken.

Ein weiteres häufiges Symptom einer Kleinhirnerkrankung ist eine Hypermetrie, was soviel heißt wie „Überbewegung“. Der Hund wirft dann seine Vorderbeine nach vorne wie ein Zirkuspferd. Bei vielen Rassen, bei denen das Kleinhirn aufgrund der Kopfform gequetscht wird, wie bei Mops, Chihuahua und Pekinese, kann man diese Art zu laufen deswegen häufig beobachten. Ein Intentions-Tremor sollte immer Ernst genommen werden. Ein MRT vom Kopf Deines Hundes ist nötig, um diese Erkrankung zu diagnostizieren.

Aufgrund ihrer Rasseprädispositionen verursachen einige Hunderassen in ihrem Leben hohe Tierarztkosten.
pexels.com/Tima Miroshnichenko

Epilepsie ist vielen als die Krankheit bekannt, die anfallsartige Krämpfe und Bewusstlosigkeit auslöst. Das ist aber nicht ganz korrekt. Denn Epilepsie kann auch nur einzelne Körperteile krampfen lassen, was dann wie ein Zucken oder Zittern aussieht. Einige Sekunden bis Minuten geistige Abwesenheit können ebenfalls ein Zeichen für Epilepsie sein. Ideal ist es, solche Episoden mit dem Handy zu filmen, um sie dann einem Tierarzt zeigen zu können.

Metabolische Ursachen für Zittern beim Hund

Auch Stoffwechselerkrankungen können dazu führen, dass Dein Hund zittert. Zeigt Dein Hund zusätzlich schütteres Fell, trinkt und pinkelt er viel und wird dicker, ohne dass Du ihn mehr fütterst, kann das Cushing-Syndrom dahinter stecken. Eine Unterzuckerung und zu wenig Kalzium oder Kalium im Blut können ebenfalls zu dem Symptom führen. Ist Dein Hund matt oder erscheint dir anderweitig komisch, kann eine Blutuntersuchung diese Erkrankungen bestätigen oder ausschließen.

Du siehst also: Wenn Hunde zittern, können viele verschiedene Ursachen dafür infrage kommen. Wichtig ist, weitere Symptome zu suchen, um die Ursache besser eingrenzen zu können. Und wie immer gilt: Der beste Ansprechpartner ist Dein Tierarzt!

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