Die Sehnsucht nach einem eignen Hund ist groß? Trotzdem gilt es beim Kauf, aufmerksam zu sein. Denn eine Masche von Betrügern und unseriösen Züchtern ist, dass kranke und zu junge Welpen verkauft werden. Wie Du das korrekte Alter eines Welpen erkennen kannst, erfährst Du hier.
Welpen dürfen in Deutschland frühestens im Alter von acht Wochen von ihren Müttern getrennt werden. So schreibt es die Tierschutz-Hundeverordnung vor. Kommt ein Welpe aus einem anderen EU-Land, sind es sogar 15 Wochen. Beim illegalen Welpenhandel werden aber nicht selten Hunde angeboten, die eigentlich noch viel zu jung zum Verkaufen sind.
Wie erkennst Du, ob ein Welpe wirklich alt genug ist? Wann kann ein Tierarzt helfen? Und wie solltest Du handeln, wenn Dir ein Hund eingeboten wird, der zu jung ist? Antworten darauf gibt es hier:
Zähne geben Hinweis auf das Alter des Welpen
Wer sich unsicher ist, ob ein Welpe wirklich schon älter als acht Wochen ist, sollte einen Blick in dessen Maul werfen. Denn, so mahnt die Tierarztpraxis Dr. Robra auf Facebook: Im Alter von acht Wochen sind bereits alle Milchzähne vorhanden.
Das Praxis-Team hat auf Facebook an alle Hundefreunde appelliert, nachdem es einen kleinen Welpen aus illegalem Verkauf behandelt hatte. Bei dem kleinen Fratz waren weder die mittleren Schneidezähne, noch die Backenzähne durchgebrochen. Ein klares Indiz dafür, dass der Welpe noch nicht alt genug war, um von seiner Mutter getrennt zu werden!
Außerdem nennt die Praxis ein weiteres Warnsignal dafür, dass der Welpe viel zu jung gewesen sei: Er habe im Tragekorb die ganze Zeit geschrien, weil ihm der Körperkontakt gefehlt habe.
Um Untersuchung durch einen Tierarzt bitten
Der in dem Post gezeigte Welpe ist der tierärztlichen Einschätzung zufolge gerade mal vier bis sechs Wochen alt. Wenn die Welpen nur wenig jünger als acht Wochen sind, ist ihr genaues Alter für Laien dagegen nicht so genau zu erkennen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb darum bitten, dass ein Tierarzt den Welpen untersucht. Seriöse Züchter und Händler dürften dieser Bitte nachkommen – sie hätten ja nichts zu befürchten. Dasselbe gilt, wenn Du befürchtest, dass der Welpe krank sein könnte. Auffällige Krankheitssymptome sind unter anderem Schwäche, Augen- und Nasenausfluss, Husten und Lahmheit. Der Tierarzt kann nicht nur Krankheiten ausschließen, sondern auch das Alter des Welpen besser einordnen als Laien.
Warum Welpen nicht zu früh verkauft werden dürfen
Die ersten Lebenswochen sind für Welpen sehr prägend. Von ihrer Mutter und ihren Geschwister lernen sie nämlich schon erste wichtige Lektionen für ein angemessenes Sozialverhalten. Ausnahmen gibt es nur, wenn ein Tierarzt entscheidet, dass die Welpen zum Schutz des Muttertieres oder zu ihrem eigenen Schutz vor Schmerzen, Leiden oder Schäden getrennt werden müssen. Aber auch dann sollen die Welpen nicht einfach verkauft werden, sondern beieinander bleiben.

Hunde aus dem EU-Ausland dürfen erst im Alter von 15 Wochen nach Deutschland gebracht werden. Das hat tierseuchenrechtliche Gründe: Hunde, die nach Deutschland kommen, brauchen eine Tollwutimpfung. Diese wird in der Regel erst mit zwölf Wochen verabreicht und braucht dann 21 Tage, bis ein gültiger Impfschutz besteht.
Verdacht auf illegalen Welpenhandel? Das ist zu tun!
Die wichtigste Regel: Auf keinen Fall solltest Du den Welpen noch aufnehmen, wenn Du eines oder mehrere der Warnsignale bemerkst. Auch nicht aus Mitleid. Denn dadurch würdest Du den illegalen Welpenhandel nur unterstützen.
„Bitte lasst die Finger von solchen Welpen und informiert das Veterinäramt, wenn ihr solche kleinen Würmchen angeboten bekommt“, rät auch das Tierarzt-Team in seinem Post. Darüber hinaus kannst Du bei Verdacht auf Verstöße gegen das Tierschutz- und/oder das Tierseuchenrecht die Polizei oder die oberste Veterinärbehörde des jeweiligen Bundeslandes informieren. Letzteres ist dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge meist das jeweilige Landwirtschaftsministerium.
Auch wenn der Wunsch nach einem Welpen groß ist und es schwer fällt, schwache und kranke Tiere zurück zu lassen: Es ist immer verantwortungsbewusster, Welpen aus illegalem Handel nicht anzunehmen und die Behörden einzuschalten! Für das Wohl der hilflosen Tierbabys ist das in jedem Fall der bessere Schritt.
Pfotendoctor und DeineTierwelt beantworten Deine Fragen rund um das Thema Welpen
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