Der Labrador ist bei Hundehaltern auf der ganzen Welt extrem beliebt. Sein aufgeweckter Charakter und seine Liebe zu Menschen machen ihn schließlich zum perfekten Begleiter. Viele Halter klagen jedoch über den nie enden wollenden Appetit der Rasse – und das damit einhergehende Übergewicht.
Wissenschaftler der Universität von Camridge in England haben dieses Phänomen jetzt untersucht und kamen zu einem verblüffenden Ergebnis. In einer Studie wollten sie herausfinden, warum ausgerechnet Labradore zu Fettleibigkeit neigen. Dafür erforschten sie das Fressverhalten und die Verbrennung von Kalorien.
Genmutation sorgt für Übergewicht
Der Labrador belegte im Jahr 2023 den zweiten Platz der beliebtesten Hunderassen in Deutschland. Mit seiner unerschütterlichen Freundlichkeit und seiner geduldigen Art beschert er Tausenden Menschen Tag für Tag große Freude. Doch viele Halter haben auch Probleme mit ihren Fellnasen. Labradore neigen nämlich immer wieder zu Übergewicht und stellen ihre Menschen vor ein Rätsel.
Die englischen Wissenschaftler haben dafür jetzt eine Erklärung gefunden. Eine Genmutation sorgt dafür, dass viele Labradore einen unstillbaren Hunger haben und die aufgenommenen Kalorien im Alltag nicht richtig loswerden. Das dafür verantwortliche Gen Proopiomelanocortin, kurz POMC, und wurde laut Studie bei erstaunlich vielen Labradoren festgestellt.
Labrador hat immer Hunger?
Rund ein Viertel aller Labrador Retriever und sogar zwei Drittel der Flat Coated Retriever tragen eine Mutation des POMC-Gens in sich. Diese Mutation sorgt dafür, dass die Fellnasen nach einer Mahlzeit schneller wieder hungrig sind und zusätzlich weniger Kalorien in den Ruhephasen verbrennen als Artgenossen ohne die Mutation. In ihrer Studie untersuchten die Forscher dieses Verhalten mithilfe eines Futterexperiments und einer Analyse der Kalorienverbrennung.

Das Ergebnis: Von der Genmutation betroffene Hunde zeigten nur kurz nach der ersten Mahlzeit schon wieder Appetit und interessierten sich brennend für im Raum platziertes Futter. Exemplare ohne Mutation waren deutlich weniger an der nächsten Mahlzeit interessiert. Zudem fanden die Forscher heraus, dass Hunde mit der Mutation in den Ruhephasen bis zu 25 Prozent weniger Kalorien verbrennen als Hunde ohne Mutation.
Hunde brauchen strenge Futter-Regeln
Die Studie liefert nun erstmals eine Erklärung für das Übergewicht der Rasse. Forscher weisen aber darauf hin, dass die Genmutation nicht gezwungenermaßen die Fettleibigkeit des eigenen Vierbeiners bedeuten muss. Wer einen Labrador mit unersättlichem Appetit hat, muss jedoch streng auf das Futter achten und nicht einfach immer wieder nachfüttern, sobald der Hund mehr Essen fordert.



