Wahrscheinlich hat jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, sich einen Hund anzuschaffen andere Ansprüche an dieses zukünftige neue Mitglied seines Haushalts bzw. seiner Familie. So wünscht sich der eine vielleicht einen lebhaften, sportlichen Hund, der ihn nur zu gerne auf seinen Ausflügen zu Fuß oder per Rad begleiten möchte und der andere eher ein ruhiges, gesetztes Tier, für das ausgiebiges Kuscheln an erster Stelle steht. Und für Familien mit kleinen Kindern soll es natürlich ein sozial verträgliches Tier sein. Doch die Ansprüche, die an einen Hund gestellt werden, gehen noch viel weiter auseinander, wenn dieser nicht „nur“ ein guter Familienhund sein soll, sondern sozusagen ein „Hund mit Beruf“, wie z. Bsp. ein Wachhund, Herdenschutzhund, Schutzhund , Hirtenhund, Therapiehund oder Begleithund. Deshalb möchten wir Euch diese verschiedenen Hundetypen, die mehr können sollen, als nur lieb sein im Folgenden etwas genauer vorstellen.

Der Wachhund
Die Aufgabe eines Wachhundes ist es, ein Revier wie z. Bsp. ein Haus oder ein Grundstück selbstständig, also ohne die Mitwirkung seines Leittieres (also meist seines Herrchens /Frauchens) zu bewachen. Dabei reicht der von einem Wachhund erwartete Einsatz vom Anzeigen – also dem reinen Verbellen – revierfremde Personen oder Tiere über die Abschreckung bis zur aktiven Verteidigung, ja im äußersten Falle sogar dem Angriff gegen diese. Deshalb sollte ein Wachhund nicht nur ein sehr selbstständiges und aufmerksames Wesen haben, sondern auch von seinem Körperbau her beeindruckend sein und nötigenfalls auch gerne einmal nach vorne gehen. Gute Wachhunde geben z. Bsp. Hunde der folgenden Rassen ab:
Dobermann, Rottweiler, Fila Brasileiro, Deutscher und Belgischer Schäferhund, American Bulldog, Bullmastiff, American Staffordshire Terrier, Riesenschnauzer, Rhodesian Ridgeback, der Boxer und einige weitere. Ebenfalls gute Wachhunde sind die eigentlich als Herdenschutzhunde gezüchteten Rassen Kuvacs, Komomdor und Puli, die alle aus Ungarn stammen, sowie der Kangal, der seinen Ursprung in der Türkei hat.

Der Herdenschutzhund – eine Sonderform des Wachhundes
Der Herdenschutzhund hat eine ähnliche Aufgabe wie der Wachhund, allerdings bezieht sich seine Schutztätigkeit nicht auf Haus und Hof seiner Familie, sondern auf deren Tiere. Deshalb gibt es einige Herdenschutzhunde, die rein auf das Beschützen ihrer Herde ausgerichtet sind wie die auf Menschen weniger bedrohlich wirkenden ungarischen Rassen Komomdor und Puli, aber sonst gibt es einige Überschneidungen bei den als Wachhunde und den als Herdenschutzhund geeigneten Rassen. So wurde z. Bsp. der auch als Wachhund einsetzbare Rottweiler ursprünglich als Schutzhund für die Rinderherden der im baden-württembergischen Rottweil ansässigen Metzger gezüchtet.
Typische Herdenschutzhunde sind aber auch der Rhodesian Ridgeback, der Kuvacs und der Kangal.

Der Schutzhund
Als Schutzhund bezeichnet man einen Haushund, der eine Ausbildung zum Schutzhund durchlaufen und diese mit einer Reihe von Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hat. Deshalb können im Prinzip Hunde aller Rassen zum Schutzhund ausgebildet werden, jedoch macht dies natürlich bei größeren, körperlich durchsetzungsstarken Rassen deutlich mehr Sinn als beispielsweise bei einem Yorkshireterrier oder Toy Pudel. Bei der Ausbildung zum Schutzhund, mit der schon in jungem Alter des Hundes begonnen werden sollte, wird der dieser darauf trainiert, den Schutzärmel des Hundeführers (also quasi den Arm eines Angreifers) als Beute anzusehen und zu attackieren. Eine ähnliche, nur noch um einiges anspruchsvollere Ausbildung durchläuft ein Diensthund, also ein Schutzhund, der seinen Dienst bei der Polizei tun soll.
Die bekanntesten Schutz- und Diensthunderassen sind der Deutsche und der Belgische Schäferhund.

Der Hirtenhund
Der Hirtenhund tut seinen Dienst wie der Herdenschutzhund an und in Herden von Nutztieren, also heutzutage hier bei uns vorwiegend in Schafherden, aber in anderen Ländern auch in Ziegen- oder Rinderherden. Dabei geht es beim Hirtenhund aber nicht darum, die Herde vor böswilligen Eindringlingen von außen zu schützen, sondern darum, diese zusammenzuhalten. Deshalb braucht ein Hirtenhund zwar ebenfalls ein selbstständiges Wesen und ein kluges Köpfchen, darf und soll aber deutlich weniger Aggressionspotential in sich tragen als ein Herdenschutzhund. Neben einigen der schon genannten Herdenschutzhunderassen wie Kuvacs oder Kangal sind die beliebtesten Hirtenhunderassen:
Border Collie, Collie, Bearded Collie, Bobtail, Australian Shepherd, Australien Cattle Dog, Briard sowie der Deutsche Schäferhund und der Altdeutsche Schafpudel.

Der Therapiehund
Therapiehunde sind Tiere, die in tiergestützten medizinischen Behandlungen wie z. Bsp. in einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach-/Sprechtherapie oder der Heilpädagogik eingesetzt werden, um den Zustand des jeweiligen Patienten zu verbessern. Für die Arbeit des Therapiehundes eignen sich Hunde jeder Rasse und Größe, Hauptsache das Tier ist wesensfest, kommunikationsfreudig, ausgesprochen gut sozialisiert und selbst gesund. Außerdem sollte der Therapiehund unbedingt eine starke Bindung zu seinem Hundeführer haben, damit dieser ihn jederzeit gut im Griff hat.
Neben dem wegen seiner Sanftmut als Therapiehund besonders beliebten Golden Retriever geben vor allem viele der ebenfalls meist sehr sozialen Jagdhunderassen gute Therapiehunde ab.

Der Begleithund
Der Begleithund ist – wie sein Name schon sagt – ein Hund, dessen erste und einzige Aufgabe die Begleitung seines Halters ist, also eigentlich ein ganz normaler Haushund, der aber eben die Prüfung zum Begleithund abgelegt hat. Zwar ist diese nur die unterste Stufe von vielen möglichen Hundeausbildungen, jedoch beherrscht ein solcher Familienhund mit „Diplom“ dann wenigstens den kleinen Hundeknigge, also Befehle wie „Sitz“, Platz“, „Bleib“ und ähnliche Grundkommandos, was aber mehr ist als man von vielen normalen Haushunden behaupten kann. Natürlich können alle Hunde, unabhängig von ihrer Rasse, diese Ausbildung absolvieren.




Die echte deutschen Wachhunde ist der Deutscher Pinscher, Vorväter der Dobermann. Tip für Ihre verschiedene Ansprüche ?
Wer die ach so süßen Yorkshire Terrier sieht, geht in der Regel davon aus, dass es sich bei diesen kleinen Hunden um ausgesprochene Schoßhunde handelt. Yorkshire Terrier haben das beste Gehör aller Hunderassen und sollen angeblich sogar besser hören als Gänse, die als die besten Wächter der Welt gelten. Die kleinen Hunde schlagen sofort an und gehen mutig auf jeden Eindringling los. Kleine, grundsätzliche Anmerkung zur Rasse: Yorkies wurden als Hunde für die Ratten- und Mäusejagd gezüchtet, dementsprechend handelt es sich nicht um ein kleines Schoßhündchen ohne Bewegungsdrang, sondern um Tiere, die beschäftigt werden müssen und viel Auslauf benötigen. Im Gegensatz zu der weitverbreiteten Meinung, die übrigens nicht nur Züchter, sondern auch manche Tierärzte vertreten, ist das Zittern den Yorkies nicht angeboren. Es handelt es sich dabei entweder um Frust über den von ach so lieben Frauchen/Herrchen unterdrückten Bewegungsdrang oder um Wut. Als ich meine Hündin bekam, war sie 1,5 Jahre alt und zitterte pausenlos. Seit ich das Tierchen geschoren haben, sie im Garten nach Herzenslust rasen/buddeln darf und ich mit ihr regelmäßig durch die Felder streife, hat sich das Zittern vollständig gelegt. Jetzt zittert sie nur noch, wenn sie wütend ist oder friert.