Hunde sind sehr kommunikativ. Sie geben sich in ihrer Sprache alle Mühe, ihren zweibeinigen Mitbewohnern mitzuteilen, wie es ihnen geht und was sie brauchen. Und ähnlich wie bei uns Menschen gibt es unter den Fellnasen schweigsame Naturelle und richtige Plapperschnauzen. Die schweigsamen Vierbeiner beschränken ihre Kommunikation auf das Wesentliche, Plapper-Naturelle hingegen bellen, kläffen, jaulen, knurren und winseln den halben Tag über. Du kennst bestimmt in Deiner Umgebung menschliche Vertreter, auf die das genauso zutrifft.
Und wir Menschen sind mittlerweile sehr gut darin geworden, die Sprache unserer vierbeinigen Freunde zu verstehen. Wir wissen, was es bedeutet, wenn Bello die Ohren anlegt, den Kopf schief stellt, er eine Pfote hebt, hechelt, den Schwanz zwischen die Beine klemmt oder die Zähne fletscht. Und bei einem Knurren mit gefletschten Zähnen weiß selbst ALF vom Planeten Melmac, dass die Stunde geschlagen hat.

Warum Hunde winseln und was Du unternehmen kannst
Wenn Deine Fellnase winselt, möchte sie Dir auf ihre Art und Weise etwas mitteilen. Schauen wir uns gemeinsam die häufigsten Gründe an, warum Dein vierbeiniger Freund winseln könnte, was er Dir damit sagen will und was Du dann unternehmen kannst.
1. Vorfreude oder Aufregung
Manchmal winseln Fellnasen vor Aufregung. Zum Beispiel, wenn es Zeit zum Gassi gehen ist und Du die Leine holst. Dann weiß Dein Vierbeiner, dass es nach draußen geht, er kann seine Vorfreude und Aufregung nicht länger zurückhalten. Das zeigt er dann durch Herumspringen oder Winseln. Du solltest ihn dann nicht enttäuschen und auch mit ihm losgehen.
2. Aufmerksamkeit erzielen
Bereits Hundewelpen winseln, um die Aufmerksamkeit der Hundemama einzufordern. Und dieses Verhalten legen sie auch im Erwachsenenalter selten ab. Sie wollen zum Beispiel ihre zweibeinigen Mitbewohner darauf aufmerksam machen, dass es Zeit zum Essen, für ein Spielchen, für Streicheleinheiten oder für Kuscheln ist. Kümmerst Du Dich dann um ihn, ist das Winseln schnell vorbei und Dein Vierbeiner genießt Deine Aufmerksamkeit. Achte aber darauf, dass es nicht zu seiner schlechten Angewohnheit wird.
3. Winseln aus Frustration
Jemand hat schon wieder das Spielzeug Deines vierbeinigen Lieblings geklaut. Der Lieblingsball liegt für ihn unerreichbar. Das Stöckchen hat sich im Gebüsch verfangen. Der Weg zum Napf ist versperrt. Jetzt bedeutet das Winseln Frust, weil er die Situation alleine nicht klären kann. Befindet sich Dein Freund in solch einer Lage, hilf ihm und befreie ihn von seinem Frust.
4. Ängstlichkeit oder Nervosität
Oft winseln oder wimmern Hunde aus Nervosität, insbesondere wenn sie für längere Zeit alleine sind. Dann legen sie sich auf den Boden, ziehen den Schwanz ein und warten wimmernd auf die Rückkehr ihrer Zweibeiner. Sorge in diesem Fall für genügend Spielzeug, damit Deiner Fellnase nicht langweilig wird.
Sind Gewitter oder Feuerwerk Auslöser für ängstliches Winseln, hilf Deinem Vierbeiner, sich zu entspannen. Hierzu eignen sich beruhigende Leckerlis oder – nach Absprache mit dem Tierarzt – entsprechende Medikamente.

5. Winseln als Entschuldigung
Wenn Dein Vierbeiner etwas umwirft, ein Kissen zerkaut, sich im Bett wälzt und Du ordentlich mit ihm schimpfst, fängt er vielleicht an zu winseln. Das ist dann seine Art zu sagen: „Entschuldigung – es tut mir leid.“ Mach am besten kein großes Thema daraus, akzeptiere seine Entschuldigung und kehrt zur Routine zurück. Deine Fellnase weiß dann, dass alles wieder in Ordnung ist.
5. Schmerzen
Wenn Dein vierbeiniger Mitbewohner Schmerzen hat, weint er zwar keine Tränen, aber er winselt und wimmert. Und das ist mindestens genau herzzerreißend. Fängt er beim Spiel plötzlich an zu winseln und wimmern, nimm das nicht auf die leichte Schulter. Schau sofort nach, ob eine Verletzung vorliegen könnte. In solchen Fällen ist es immer am besten, sofort einen Tierarzt aufzusuchen.
Erkenne den Unterschied
Du siehst also, winseln ist nicht gleich winseln. Es ist wichtig, die Fellnase zu verstehen. Denn dann kannst Du auch richtig handeln. Und wenn Dein vierbeiniger Liebling merkt, dass Du ihm zuhörst und ihn ernst nimmst, wenn er mit Dir spricht, wird er Dir noch mehr vertrauen und Dich auch noch mehr lieben.



