HomeRatgeberHundesport: Agility – Der beliebte Parcours-Sport

Hundesport: Agility – Der beliebte Parcours-Sport

Hunde haben von Natur aus Spaß an Bewegung. Kein Wunder, schließlich liegt ihnen diese Begeisterung im Blut: Ihr Vorfahre, der Wolf, legt auf seinen täglichen Wanderungen oft über 20 Kilometer zurück und erreicht bei der Jagd beeindruckende Geschwindigkeiten. Auch wenn unsere Hunde heute vollkommen andere Lebensumstände haben, reichen tägliche Spaziergänge im nächstgelegenen Park selten aus, um sie geistig und körperlich auszulasten. Deshalb, aber auch wegen des Spaßfaktors, wurden im Laufe der Jahre verschiedene Hundesportarten entwickelt. Eine der bekanntesten und beliebtesten Hundesportarten ist Agility.

Was ist Agility?

Der Hundesport stammt ursprünglich aus England und kam in den 80er Jahren nach Deutschland. Seitdem hat sich Agility weltweit etabliert. Der Sport wird von vielen Hundesportvereinen angeboten und es werden sogar Turniere und Weltmeisterschaften ausgetragen.

Bei Agility soll der Hund möglichst schnell und fehlerfrei eine Strecke mit bis zu 22 Hindernissen bewältigen – also einen Parcours laufen. Dabei müssen die Hunde zum Beispiel durch Tunnel laufen, über Hürden oder durch einen Reifen springen. Die Reihenfolge der Hindernisse gibt der Mensch durch Körpersprache und Stimme an. Berühren darf der Zweibeiner seinen Hund dabei nicht. Auch auf Halsband und Leine wird bei Agility verzichtet.

Der Sport erfordert hohe Konzentration und koordinierte Teamarbeit, deshalb eignet er sich zur geistigen und körperlichen Auslastung. Natürlich stärkt das gemeinsame Training auch die Bindung von Mensch und Tier.

Zwei Hunde liegen in Tunneln auf Hundeplatz
Foto: pixabay.com/Katrin B. (Symbolfoto)

Welche Voraussetzungen muss mein Hund für Agility mitbringen?

Damit es mit dem gemeinsamen Training klappt, sollte der Hund zumindest die Grundkommandos beherrschen. Da der Hundesport in verschiedene Größen- und Leistungsklassen unterteilt wird, ist er für fast alle Hunde geeignet. Ausgenommen sind Hunde mit Gelenkproblemen sowie sehr große und schwere Rassen, wie zum Beispiel die Deutsche Dogge, da die Srpünge zu Gelenkschädigungen führen könnten.

Der Gesundheitszustand des Vierbeiners ist bei allen Hundesportarten wichtig. Bei Erkrankungen sollte deshalb mit dem Tierarzt besprochen und entschieden werden, ob und wann ein Training auf niedrigem Niveau möglich ist.

Junge Hunde und Seniorenhunde werden bei Agility gesondert betrachtet, da sie andere körperliche Voraussetzungen mitbringen und viele Hindernisse noch nicht oder nicht mehr bewältigen können. Bei Welpen kann Agility schlimmstenfalls zu Gelenk- und Wachstumsschäden führen. Die Kleinen spielerisch an den Tunnel zu gewöhnen, schadet natürlich nicht. Leistungsorientiert sollten Welpen aber keinen Hundesport ausüben.

Worauf muss ich achten, wenn ich mit meinem Hund Agility machen möchte?
agiliity

Auch wenn der Gesundheitszustand Ihres Hundes optimal ist, sollten Sie nicht unterschätzen, dass Agility schnell zum Leistungssport wird. Der Hund sollte gefordert, aber nicht überfordert werden. Ein verantwortungsbewusster Trainer achtet darauf, dass der Vierbeiner aufgewärmt ins Training startet. Sonst besteht erhöhte Verletzungsgefahr für Bänder, Sehnen und Gelenke.

Ein Hund, der regelmäßig für Turniere trainiert, hat außerdem einen besonderen Anspruch an seine Ernährung. Wie ein Leistungssportler hat auch ein sportlicher Hund einen erhöhten Nährstoffbedarf. Da jeder Vierbeiner einzigartig ist, besprechen Sie die ideale Futtermenge bestenfalls mit Ihrem Tierarzt. Der Hund sollte nie direkt vor dem Training gefüttert werden, aber in jedem Fall ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt bekommen.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz sollten Sie zudem nie den Spaßfaktor vergessen. Der Hund sollte motiviert trainieren und unter keinen Umständen gezwungen werden. Regelmäßige Belohnungen für gute Leistungen sorgen für anhaltende Motivation. Viele Hunde sind für Lob in Form von Leckerlis empfänglich. Diese können Sie beim Training einfach in einer entsprechenden Tasche bei sich tragen. So haben Sie schnell Zugriff darauf und können Ihren Hund immer im richtigen Moment belohnen. Manche Hunde freuen sich stattdessen auch über ein kurzes Spiel mit ihrem Lieblingsspielzeug.

Was brauche ich für Agility?

Zunächst werden Sie Agility vermutlich in einem Hundesportverein betreiben. Wichtig ist dabei vor allem die Gruppengröße. Zu viele Hunde in einer Gruppe schaden der Konzentration und verlängern die Wartezeiten zwischen den einzelnen Läufen. Vor allem bei niedrigen Temperaturen ist das unangenehm und birgt ein Gesundheitsrisiko für die Hunde, da sie auskühlen könnten.

Wenn Sie mit Ihrem Hund an Turnieren teilnehmen wollen, haben Sie vielleicht bald den Wunsch auch im heimischen Garten zu trainieren. Dafür bräuchten Sie dann die typischen Hindernisse für den Agility Parcours. Dazu zählen beispielsweise Hürden, Tunnel und oder auch Slalom-Stangen.

Mein Hund hat keinen Spaß an Agility – Und jetzt?

Jeder Hund ist ein Individuum und hat einen individuellen Charakter. Deshalb ist es auch völlig normal, dass sich nicht jeder Vierbeiner für Agility begeistert. Es heißt zwar oft, einige Hunderassen seien für Hundesportarten geeigneter als andere, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Weder muss jeder Border Collie mit Leidenschaft bei Obedience glänzen noch muss jeder Golden Retriever gerne apportieren. Wenn Ihrem Hund Agility nicht liegt, können Sie eine andere Hundesportart ausprobieren. Wer leistungsorientiert und präzise mit seinem Vierbeiner arbeiten möchte, dem könnte Obedience gefallen. Viel Bewegung kommt auch beim DogDance ins Spiel. Für wen Spaß und Teamarbeit im Vordergrund stehen, der ist möglicherweise mit der noch jungen Hundesportart Rally Dance gut beraten – die eignet sich unter richtiger Anleitung sogar für Seniorenhunde und Hunde mit gesundheitlichen Handicaps.

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Damit bei Agility alles so perfekt klappt, müssen Hund und Mensch natürlich lange und intensiv trainieren. Dieser Border Collie zeigt jedoch, dass Zwei- und Vierbeiner sich bei dem Hundesport nicht nur odentlich anstrengen müssen, sondern auch jede Menge Spaß haben können.

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