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Hunde-Erziehung in der Großstadt: Trainerin gibt Tipps

Wer mit seinem Vierbeiner in einer Großstadt lebt, weiß, wie stressig der gemeinsame Alltag sein kann. Dass es auch anders geht, zeigt Hunde-Trainerin Annie Grossmann. Sie bringt bereits Welpen alles Wesentliche bei, um entspannt durch den Asphalt-Dschungel zu kommen.

Reifen quietschen, Autos hupen, dazu Sirenen und Baustellen-Lärm – ein ständiger, nie enden wollender Geräuschpegel. Das ist der Alltag in der Stadt, die „niemals schläft“. Circa 8,8 Millionen Menschen leben und arbeiten in New York City. Wahrlich kein lebenswerter Platz für Fellnasen. Oder?

Weit gefehlt, denn Statistiken zeigen: Rund 600.000 Hunde und 500.000 Katzen leben in „Big Apple“. Demnach haben etwa 30 Prozent aller Haushalte in New York einen tierischen Mitbewohner.

Eine gute Geschäftsgrundlage also für Annie Grossmann. Denn die Hunde-Trainerin bringt in ihrer „School for Dogs in East Village“ bereits Welpen die Grundlagen für ein relaxtes Fellnasen-Leben im Großstadt-Dschungel bei. Ob ruhiges Laufen in vollen Straßen bis hin zum U-Bahnfahren — bereits Tausende von Fellnasen hat Annie Grossmann trainiert.

In ihrem neu erschienenen Buch „How to train your dog with love and science“ beschreibt sie ihren modernen und wissenschaftlich fundierten Ansatz für das Hundetraining und zeigt, wie Verhalten ohne Zwang geändert werden kann. Denn „wenn es Ihr Hund hier schafft, kann er es überall schaffen“, sagt die Hunde-Trainerin gegenüber der „New York Post“.

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Trainings, wie sich Hunde an den Großstadt-Dschungel gewöhnen

Für die Hunde-Trainerin ist es wichtig zu verstehen, dass „die Umgebung im Wesentlichen das Verhalten des Hundes steuert“. Sicher an der Leine zu gehen ist daher die Schlüsselkompetenz, die Annie in ihrer Hundeschule vermittelt. Dazu werden in unterschiedlichen Kursen verschiedene Szenarien nachgestellt.

Ein behelfsmäßiger Hindernis-Parcours aus Hütchen und Spielzeug soll zum Beispiel die Reize nachahmen, die von belebten Straßenecken, fremden Menschen oder vorbeifahrenden Autos ausgehen. So sollen die Hunde typische Großstadt-Situationen kennenlernen und sich an diese gewöhnen.

Die Gruppen-Kurse „Stranger Danger“ (Gefahr durch Fremde) und „Sidewalk Psychos“ (Bürgersteig-Psychos) sind speziell für solche Hunde konzipiert, die sich in unbekannten Situationen durch Bellen oder Knurren bedrohlich verhalten. Hier lernen die Vierbeiner, sich den vorhandenen Platz mit fremden Menschen und Hunden zu teilen, sich an diese zu gewöhnen und diesen schließlich gelassen und entspannt entgegenzutreten.

Der Kurs „Calm Canine“ (ruhiger Hund) richtet sich an Besitzer, deren Fellnasen Schwierigkeiten haben, sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen. Der Hundehalter lernt, wie er mit dem Stress- und Erregungsniveau seines Vierbeiners umgeht und dieses mäßigt. Gleichzeitig lernt der Hund sich auch bei Ablenkung weiterhin ausschließlich auf sein Frauchen oder Herrchen zu konzentrieren.

Hund und Halter am Bahnhof.
Foto: unsplash.com/Amariei Mihai (Symbolfoto)

Auch U-Bahn fahren will gelernt sein

Wenn Hunde rechtzeitig an die Großstadt gewöhnt werden, fällt ihnen das Leben im urbanen Lebensraum wesentlich leichter. Daher sind einige der Kurse in Annie‘s Hundeschule direkt für Welpen konzipiert.

In dem Kurs „Puppy Kindergarten“ (Welpen-Kindergarten) erlernen die kleinen Fellnasen wichtige Grundverhaltensweisen. So wird in einer der Übungen den Welpen anhand von Yogamatten das Sitzen und Bleiben beigebracht — selbst in Umgebungen mit hohen Reizen wie einem Restaurant im Freien (siehe Deckentraining). Weiterhin werden in diesem Lehrgang spezielle Welpenthemen wie Sozialisierung, Fellpflege und Stubenreinheit behandelt.

Da das U-Bahnfahren in New York nur solchen Hunden erlaubt ist, die in eine Transportbox passen, ist auch das Thema Transportbox ein wesentlicher Bestandteil der Welpenausbildung. So üben die Hundehalter zunächst mit offenen Taschen. Der kleine Vierbeiner wird dadurch erst langsam und schrittweise an die Transportbox gewöhnt.

Der Kurs „Prep School“ (Vorbereitungs-Schule) ist schließlich darauf ausgelegt, Teenager-Hunden die wesentlichen Manieren beizubringen. Gleichzeitig lernen die Fellnasen, beim Gassi-Gehen tägliche Herausforderungen wie Distanz-Halten und Ablenkung zu meistern.

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Hunde-Erziehung: Tipps für zu Hause

Doch nicht nur in der Hundeschule, sondern auch für zu Hause gibt Anni Grossmann Ratschläge, um die Hunde an das Leben in der Großstadt zu gewöhnen.

So schlägt die Hunde-Trainerin zum Beispiel vor, den heulenden Ton einer Sirene zuerst mit geringer Lautstärke abzuspielen und diese im Laufe der Zeit zu erhöhen. So können die Fellnasen anhand dieser Übung lernen, mit einem für New York New typischen Klang durch klassische Konditionierung zu leben. Oder wie Anni es in ihrem Buch beschreibt: „Lernen durch Assoziation“.

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Fazit: Hunde-Erziehung für die Großstadt

Auch wenn unsere Städte — nur Berlin, Hamburg, München und Köln überschreiten überhaupt die Millionen-Grenze — von der Größe her nicht mit New York zu vergleichen sind, haben unsere Fellnasen auch hierzulande identische Probleme. Denn Reizüberflutung, Lärm, wenig Platz und Menschenansammlungen gehören überall zum Alltag aller Hunde, die in einer Großstadt leben.

Insofern sind die Tipps, die Hunde-Trainerin Annie Grossmann in ihrem Buch gibt, durchaus auch für und in deutschen Großstädten anwendbar. Und auch die Übung, wie man Bello an die speziellen Geräuschpegel einer Großstadt gewöhnen kann, gilt nicht nur für „Big Apple“. Sie kann ebenso in Berlin oder Hamburg trainiert werden.

Neben viel Verständnis, Geduld, Einfühlungsvermögen und ständiges Training gibt es noch eine weitere Sache, die für Annie wesentlich in der Hunde-Erziehung ist: „Wann immer es möglich ist, ist es eine gute Idee, Dinge mit Leckerlis zu kombinieren.“

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