Durch den Corona-Lockdown standen viele Hundebesitzer plötzlich vor einem Problem: Wie sollen sie ihrem Hund ausreichend Bewegung ermöglichen? Die Lösung: Hunde auf dem Laufband. „Das Konzept hat sehr an Popularität gewonnen“, sagt Tierärztin Stephanie Liff zum Magazin „Inverse“. Doch bevor Du jetzt Deinen Vierbeiner aufs Laufband schickst, solltest Du einiges beachten.
Grundsätzlich gilt: Für gesunde Tiere ist ein Laufband erst einmal nicht schädlich, sagen Tierärzte. „Es ist eine großartige Übung für einen Hund, besonders wenn er aus irgendeinem Grund nicht nach draußen gehen kann“, sagt etwa Tierärztin Chyrle Bonk.
Zur Rehabilitation kommen Hunde aufs Laufband
Und: Einige Tiere können vom Laufband sogar profitieren. So werden die Fitnessgeräte zum Beispiel schon länger für die Rehabilitation eingesetzt. Unterwasserlaufbänder helfen zum Beispiel Hunden, die sich von Verletzungen erholen müssen. „Derzeit werden Laufbänder in Rehabilitationsprogrammen für Hunde und Katzen eingesetzt, um sich von Verletzungen oder Operationen zu erholen oder die Gewichtsabnahme zu fördern“, sagt Tierarzt Sean Jones.

Auch Katzen erobern Laufbänder
Bislang haben vor allem Hunde auf dem Laufband eine gute Figur gemacht. Doch jetzt erobern auch Samtpfoten mit ihrer ganz eigenen Version eines Laufbands die sozialen Medien. Dabei handelt es sich um „Katzenräder“ oder „Trainingsräder“, die großen Hamsterrädern ähneln. Sie werden von Tierärzten zum Beispiel empfohlen, damit Katzen Gewicht verlieren. Und: Sie werden auch immer beliebter.
Doch egal, ob Hund oder Katze: Unbeaufsichtigt sollten die Tiere nicht aufs Laufband. Der Grund: Sie können sich mit ihren Krallen oder dem Fell in der Maschine verfangen – und dann muss sofort reagiert werden.
Spaziergang reicht nicht? Ab aufs Laufband…
Doch wann macht ein Laufband nicht nur Spaß, sondern auch Sinn? „Hunde, die sehr energiegeladen sind, können aufs Laufband. Also Hunde, für die ein einfacher Spaziergang nicht genug ist“, lautet die Einschätzung von Tierärztin Kelly Hicks von an der Oregon State University. Wenn es dagegen darum geht, dass der Hund Gewicht verlieren soll, ist häufige, konstante Aktivität wichtig. Ein paar Minuten auf dem Laufband bringen also nichts, so die Expertin. Übrigens: Welpen sollten nicht aufs Laufband, weil ihre Knochen noch wachsen.
Für einige Rassen kann ein Laufband ideal sein, so Hundetrainer Mikkel Becker: Englische Bulldoggen oder Möpse laufen gerne drinnen auf dem Band, weil sie im Freien leicht überhitzen. Und auch ältere Hund können aufs Laufband – solange der Tierarzt den Plan abstimmt. Wichtig aber: Auf jeden Fall sollte das Laufband kein Ersatz für Outdoor-Aktivitäten sein, sondern nur eine Ergänzung.
Bleibt die Frage: Können Hunde aufs Menschen-Laufband – oder brauchen sie ihr eigenes Sportgerät? Hier gilt: Es kommt zum Beispiel auf den Hund an. Größere Hunde brauchen vielleicht ein eigenes Laufband. Denn sie haben „möglicherweise einen zu langen Schritt, um auf einem menschlichen Laufband richtig laufen zu können“, so Sean Jones. Außerdem könnten einige Hunde durch die lauten Geräusche bei einem normalen Laufband Angst bekommen. Spezielle Hundlaufbänder sind leiser, haben breitere Laufbänder und zusätzliche Sicherheitsplanken.
Auch Treppen können trainieren
Jetzt willst Du mit Deinem Hund endlich starten. Nur: Wie kommen Hunde aufs Laufband? „Einige sind von Natur aus neugierig auf Laufbänder, besonders wenn ihr Besitzer eines benutzt“, sagt Chryle Bonk. Ist der Hund dagegen misstrauisch, kannst Du mit positiver Verstärkung arbeiten. Also für jeden Schritt Richtung Laufband gibt es ein Lob – und auch mal ein Leckerli.
Extra-Tipp: Schalte das Laufband ein, bevor Dein Hund es ausprobiert. So kann er sich schon einmal an die Geräusche gewöhnen. Beim ersten Mal sollte es der Hund langsam angehen lassen. Das Laufband sollte sich kaum bewegen, und Du kannst Deinen Hund alle paar Schritte belohnen. Erhöhe die Geschwindigkeit erst, wenn sich der Vierbeiner auf dem Laufband wohlfühlt.
Und wenn Dein Hund so gar keine Lust aufs Laufband hat? Dann gibt es neben tollen Outdoor-Sportarten auch noch andere Indoor-Aktivitäten, so die Experten. Tauziehen, Denkspiele oder ein kleiner Indoor-Hindernisparcours sind möglich. Und auch Treppen sind ein prima Trainingsgerät. Übrigens auch für uns Menschen…



