Individuelle Lösung finden
„Grundsätzlich ist zwischen zwei Problemen zu unterscheiden: Entweder der Hund hat Angst oder er verträgt die Fahrt nicht und ihm wird übel“, erklärt Fichtlmeier. Im zweiten Fall kann oft der Tierarzt helfen. „Es ist aber trotzdem sinnvoll, im Auto auszuprobieren, weshalb es dem Hund schlecht geht. Verschiedene Einstellungen bei Heizung und Belüftung können dafür verantwortlich sein. Manchen Hunden schlägt auch die Fahrt auf der Heckfläche des Kombis auf den Magen. Hier kann ein neuer Platz im Auto helfen.“
Wie Hunde entspannter ins Auto springen
Geht es hingegen um Unsicherheit, können Mensch und Tier gemeinsam daran arbeiten. Zuallererst geht es um den entspannten Sprung ins Auto. „Wenn der Hund nicht ins Auto springen möchte, hilft häufig Futter. Stellt der Halter einen Napf in den Wagen und der Hund darf nicht folgen, steigert dies seine (Neu-)Gier. Wird das ‚Warte‘-Signal aufgehoben, überwindet das Tier häufig die Hemmschwelle und steigt ein“, führt der Experte aus.

Langsame Eingewöhnung mit Belohnungen
Als zweiter Schritt folgt die Gewöhnung ans stehende Auto. Und auch hierbei gilt: Liebe geht durch den Magen. „Wird dem Hund im stehenden Auto etwas Futter gegeben, ist er für einen Moment abgelenkt. Hält er eine kurze Zeit aus, wird er wieder belohnt“, so Fichtlmeier. Die Zeitspannen können langsam (je nach Verhalten/Tempo des Vierbeiners) erhöht werden. Grundsätzlich rät der Hundeausbilder: „Das Tier sollte für gewünschtes Verhalten belohnt werden. Auch wenn es schwerfällt: Halter dürfen nicht trösten. Hunde fühlen sich dadurch in ihrem unerwünschten Verhalten bestätigt.
Hat sich der Hund schließlich an den Platz gewöhnt, kann der Motor kurz angemacht und laufengelassen werden. „Der Hundefreund belohnt seinen Vierbeiner wieder. Schnell verankert sich so eine positive Verknüpfung mit dem Motorengeräusch,“ erklärt Fichtlmeier.
Tipps für die Fahrt
Anschließend beginnt das Training im fahrenden Auto. „Am Anfang sollten die Strecken sehr kurz gehalten werden. Hundehalter können in ruhigen Straßen beispielsweise alle zehn Meter den Hund mit Futter belohnen oder es wartet am Ende einer kurzen Fahrt beispielsweise eine tolle Wiese oder das Spiel mit dem Lieblingsspielzeug auf den Vierbeiner – je nach Vorliebe des Tieres“, regt der Hundetrainer an. „Manche Hunde sind auch beruhigt, wenn im Auto gewohnte Musik läuft oder sie in ihrer Box transportiert werden, die sie von zu Hause kennen.“
Hat sich der Vierbeiner an die Fahrerei gewöhnt und verknüpft sie mit positiven Erlebnissen, können Hund und Halter Autofahrten zukünftig gelassen entgegensehen.



