HomeRatgeberHirschlausfliegen: Die unbekannte Gefahr für unsere Vierbeiner

Hirschlausfliegen: Die unbekannte Gefahr für unsere Vierbeiner

Neben dem Eichen-Prozessionsspinner droht unseren Vierbeinern die nächste Gefahr: Die Hirschlausfliege. Ihre Hauptsaison ist im Spätsommer und Herbst, mittlerweile kommt die „fliegende Zecke“ aber auch früher vor. DeineTierwelt erklärt, warum die Fliege so gefährlich ist.

Wie ihr Name vermuten lässt, befällt die einen halben Zentimeter große Hirschlausfliege am liebsten Hirsche und anderes Wild. Sie macht aber auch vor Pferden, Hunden und Menschen nicht Halt, wenn diese ihren Lebensraum betreten. Du erkennst die Hirschlausfliege an ihren zwei kleinen Flügeln, ihren hakenförmigen Beinen und ihrem „lausähnlichen“ Körperbau.

Ihre Stiche sind nicht nur unangenehm, sondern können auch Krankheitserreger übertragen. Bei Hirschen und Wildschweinen führt das Bakterium mit dem Namen „Bartonella schoenbuchensis“ zu Hautentzündungen und einer Blutvergiftung. Bei Menschen und Hunden konnte die Wissenschaft bisher noch keine schwere Erkrankung mit den Bartonellen in Verbindung bringen.

Die Stiche sind sehr schmerzhaft

Nichtsdestotrotz können die Stiche bei Mensch und Hund schmerzhafte Entzündungen mit Pustelbildung verursachen, die von einem Arzt oder Tierarzt behandelt werden müssen. Hunde drehen sich bei einem Stich oft ruckartig zu ihrer Rute um und versuchen, diese zu belecken oder sich zu kratzen. Menschen werden vor allem im Nackenbereich gestochen.

Hund kratzt sich
Foto: Imago/Redeleit

Die besondere Strategie der Hirschlausfliege

Hirschlausfliegen haben eine besondere Angriffstaktik: Sobald sie auf ihrem Wirt sitzen, werfen sie ihre Flügel ab und können sich mit ihrem flachen Körper blitzschnell auf der Haut fortbewegen. Dadurch ist es kaum möglich, sie abzuschütteln. Bist Du selbst oder ist Dein Hund von einer Hirschlausfliege befallen, hilft eine Dusche am besten, um die Fliege zu entfernen.

Hirschlausfliege
Foto: Wikimedia/Deegee (CC BY-SA 3.0, Symbolfoto)

Der Biss einer Hirschlausfliege dauert meist 15 bis 20 Minuten, dabei beißt der Parasit oft mehrfach zu. Wenn Hirschlausfliegen einen Wirt gefunden haben, können sie sich bis zu einem Jahr einnisten und bringen schließlich ihre Nachkommen zur Welt. Wenn sich die Hirschlausfliege festgebissen hat, musst Du mit Deinem Hund unbedingt direkt zum Tierarzt.

Wichtiger Hinweis

Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

So schützt Du Deinen Hund

Um die lästigen Stechfliegen von Dir und Deinem Hund fern zu halten, sollen alle Mittel helfen, die auch abschreckend gegen andere Fliegen und Mücken wirken. Verwendest Du also zum Beispiel ein Spot on oder ein Halsband gegen Zecken und Stechfliegen, sollte Dein Hund dadurch auch gegen die Hirschlausfliege geschützt. Nichtsdestotrotz solltest Du Deinen Hund nach jedem Spaziergang nach den kleinen Biestern absuchen.

Deine Tierwelt Protect Hund

Die Freude am Ausritt wird getrübt

Besonders Reiter fürchten den Blutsauger, da Pferde bei einem Befall meist mit Panik reagieren. Bei Pferden fliegt die Fliege bevorzugt die Schweifrübe und den Afterbereich an. Mit einer guten Fliegendecke kannst Du hier Abhilfe schaffen. Zusätzliches Anti-Bremsen-Spray hält die Hirschlausfliege ebenfalls fern.

Hirschlausfliege
Foto: pixabay.com/RitaE (Symbolfoto)

Da Hirschlausfliegen nur kleine Areale im Wald bewohnen, sollten Reiter ihre Ausritte so planen, dass sie die Waldabschnitte meiden, in denen der Parasit gesehen wurde.

 

8 Kommentare

  1. In welchen Waldgebieten kommt diese Hirschlausfliege vor ?
    Gibt es spezielle Wälder oder sind sie in allen Wäldern anzutreffen ?

    • Hier in Oberfranken in fast jedem Wald und auch überall, aber unter Fichten hindurch laufen bedeutet Selbstmord.

  2. Ich hatte vor 14 Tagen das leidliche Vergnügen und auch mein Hund wurde nicht verschont. Hund mit Essigwasser baden, danach mit Hundeshampoo noch mal waschen. Ich dachte erst es sind so kleine Spinnen die so springen, aber die Biester werfen wenn sie einmal gelandet sind ihre Flügel ab. Hatte bis zu dem Zeitpunkt noch nie etwas von den Tierchen gehört. Ekelhaft!

  3. Ganz schlimm mittlerweile. Vor 2 Jahren habe ich noch nie von diesen Viechern gehört. Heute sind die kleinen Parasiten bei uns an der Küste besonders in Baumnähe präsent und aktuell deutlich lästiger als Zecken.

  4. Ja da kann man sich sein Autan und was auch immer sparen weil es die Viecher einfach wenig juckt und nur so nebenbei, hier in Oberfranken wird der GESAMTE Wald in ihnen bewohnt. Ich trage eine kurze Hose und an einer dunkleren Stelle im Wald fühlte es sich an als rieselte etwas auf meine Beine; dabei waren es zig Hirschlausfliegen. Und wie ein anderer schon schrieb vor 3 Jahren hatte ich von dem Zeugs weder was gesehen noch gehört!

  5. War Anfang Oktober im Sauerland hab 2 mal eine Hirschlausfliege aus dem Nackenhaar gezogen, 1 mal von der Wange. Jedesmal waren die schon FlügellosSie sieht aus wie eine Springspinne mit 6 Beinen. Als ich sie aus dem Haar zog, war sie hart wie ein Käfer oder Grashüpfer. Nicht so dünnhäutig wie eine Spinne.

  6. Mittlerweile sind diese Parasiten lästiger als Zecken geworden. Überall wo es hohe Hecken oder Bäume gibt, z.B. in Parks oder im Wald fliegen diese Fliegen rum. Man merkt sofort, wenn sie gelandet sind, bekommt sie aber kaum aus dem Haar. Beim Hund sieht man sie noch ganz gut, wenn sie ihre Flügel noch nicht abgeworfen haben. Ist das passiert sind sind aber, gerade bei dunklem Fell, kaum noch sichtbar.

    Helfen tut die Anti-Zecken Pille für Hunde. Zwar stechen die Fliegen dann aber wenige Stunden später sind sie dann tot und man findet sie auf dem Boden oder im Hundebett.

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