HomeRatgeberHaustiere sind keine Ostergeschenke!

Haustiere sind keine Ostergeschenke!

Ostern steht vor der Tür und neben Schokolade und Ostereiern sind auch Haustiere ein beliebtes Geschenk für Kinder. Warum Kaninchen, Katzen, Hunde und Co. aber keine geeigneten Geschenke sind, erklärt Dir Deine Tierwelt.

Eier suchen, Schokolade vernaschen und Zeit mit der Familie verbringen – Ostern steht vor der Tür. Für die Kleinsten in der Familie gibt es oft auch noch Geschenke vom Osterhasen. Das scheint für viele Familienmitglieder der perfekte Zeitpunkt, den Kindern ein Haustier zu schenken. Aber als Ostergeschenke eignen sich Kaninchen, Hamster oder größere pelzige Mitbewohner absolut nicht. Aber warum nicht? Wir nennen die Gründe.

Ein Haustier zu adoptieren, sollte immer eine wohlüberlegte Entscheidung sein. Familien sollten dafür sorgen, dass jedes Mitglied im Haus damit einverstanden ist und sich jemand bereit erklärt, sich dauerhaft und regelmäßig um das Tier zu kümmern. Vor allem von außerhalb des Haushalts kann eine solche Überraschung richtig nach hinten losgehen. Überlasse also am besten jeder Person selbst die Entscheidung, sich ein Tier anzuschaffen und sich das passende Tier nach Hause zu holen. Denn das ist eine Entscheidung, die das ganze Tierleben bestimmt.

Von wegen Osterhase: Kaninchen gehören nicht ins Osternest

Auch wenn Kleintiere wie Kaninchen generell von Vermietern erlaubt sind, solltest Du Dir vorab Gedanken darum machen, dass sie nie alleine gehalten werden sollten und genug Auslauf brauchen – entweder im gesichert Garten oder in der Wohnung, die kaninchengerecht gestaltet werden muss mit Versteckmöglichkeiten, gesicherten Steckdosen, einem Kaninchenklo. Sie brauchen rund um die Uhr frisches Grünfutter.

Und: Es ist eine jahrelange Verpflichtung. Denn die kleinen hoppelnden Nager werden in der Regel zwischen acht und zwölf Jahre alt, teilweise auch älter. Die Fluchttiere mögen es auch nicht, hochgehoben zu werden oder lautem Kinderlärm und Getobe ausgesetzt zu sein. Kinder oder Jugendliche sollten daher schon älter, vorsichtiger und verantwortungsbewusster sein. Denn es fallen schließlich auch lästige Aufgaben regelmäßig an, wie zum Beispiel das Ausmisten oder Grünsammeln auf Wiesen im Frühjahr und Sommer.

Wohlüberlegte Anschaffung statt Ostergeschenke

Vielleicht hat ein Familienmitglied ja eine Allergie und kann das Tier deshalb nicht behalten. Vielleicht passt ein flauschiger Mitbewohner gerade gar nicht in die Pläne der Familie hinein und kann deshalb nicht bleiben. Es hat wahrscheinlich einen Grund, warum die Personen zurzeit keine Haustiere haben. Man sollte sie auf keinen Fall in eine Situation bringen, in der sie den Vierbeiner wieder abgeben müssen.

Steht vielleicht ein Umzug bevor und wer passt auf das Tier auf, wenn seine Menschen in den Urlaub fahren oder das Kind irgendwann auszieht, um eine Ausbildung oder ein Studium zu machen?

Informiere Dich außerdem vorab über die Bedürfnisse der Tiere, die Krankheiten, die je nach Rasse (siehe Qualzuchten wie Widderkaninchen, die Ohrenprobleme mit sich bringen und oft operiert und regelmäßig behandelt werden müssen) anfallen können sowie über die Kosten zum Beispiel für eine Tierversicherung und beim Tierarzt. Über all das solltest Du Dir im Vorhinein bewusst sein.

Hund im Tierheim
Foto: pexels.com/NEOSiAM 2021 (Symbolfoto)

Stress für das Tier

Tiere sind keine Kuscheltiere, sie sind lebendig – selbst die kleinsten Tiere. Es bedeutet für sie großer Stress, wenn sie von einem Ort zum nächsten transportiert werden, im Tierheim landen, sie sich an neue Menschen gewöhnen müssen und im schlimmsten Fall als Wanderpokal wieder abgegeben werden. Hinzu kommt, dass sie diesen Stress wieder von vorne durchmachen müssen.

Auch wenn es zunächst einmal als sehr süße und witzige Idee wirkt, das „Geschenk“ auch noch einzupacken, ist das eine absolut unnötige Belastung für die Tiere. Stell Dir vor, Du wirst plötzlich in eine Kiste gepackt, ohne zu wissen, wo es eigentlich hingeht! Stressig, nicht wahr?

Auf dem Weg zum Tierarzt: Katze in Transportbox
Foto: pixabay/paperelements (Symbolfoto)

Ist das Kind überhaupt schon bereit für ein Haustier?

Tiere sind keine Spielzeuge, die man einfach weglegen kann, wenn es zu langweilig wird. Sie benötigen ständige Aufmerksamkeit, kosten viel Geld und Mühe. Das kann auf Dauer zu viel sein, gerade für die kleinen Mitmenschen unter uns. Klar scheint es zunächst einmal praktisch, dem Kind ein Kaninchen zu schenken – das ist schließlich total süß und wird jedem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Aber hat man sich vorher Gedanken darüber gemacht, dass Kaninchen nicht einzeln gehalten werden dürfen? Oder was Kaninchen eigentlich überhaupt benötigen?

Zwei Zwergkaninchen
Foto: shutterstock.com/Dora Zett (Symbolfoto)

Haustiere sollten niemals Geschenke sein, vor allem keine Überraschungsgeschenke – weder zu Ostern noch zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Pelzige, gefiederte oder geschuppte Mitbewohner sollten immer eine sorgfältig überlegte Anschaffung sein, über die man sich vorher informieren sollte und auch wissen sollte, dass man die Verantwortung von bis zu 20 Jahren übernimmt.

Greif stattdessen vielleicht doch lieber zum Kuscheltier, zum Brettspiel oder vielleicht sogar ein Tiersimulator? Du kannst auch einen Besuch auf einem Lebenshof verschenken oder eine Patenschaft für ein Tier – zum Beispiel in einer Wildtierstation.

Neueste Artikel

Wann ist es für Katzen im Winter zu kalt zum Rausgehen?

In der Regel sind Katzen von Natur aus für Kälte gut ausgerüstet – vor allem, wenn Deine Katze täglich...

Ähnliche Artikel