Sie sind erbsengroß und können auch Katzen große Probleme verursachen: Die Analdrüsen. Der Grund: „Die Analbeutel können verstopfen und sich entzünden“, erklärt Tierärztin Silke Burda in ihrer Dissertation. „Diese Erkrankung, obwohl nicht lebensbedrohlich, kann zu einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens mit Schmerzsymptomatik und typischen Verhaltensweisen (‚Schlittenfahren‘) führen.“
Doch wo befinden sich die Analdrüsen überhaupt? „Sie sind bei Katzen in der 8-Uhr- und 4-Uhr-Position neben ihrem Anus vorhanden“, erklärt Julie Schell von der „Bow Bottom“-Tierklinik in Alberta, Kanada. Die Drüsen „sind mit Zellen ausgekleidet, die braune oder graubraune Drüsensekrete produzieren, die einen sehr intensiven Geruch haben.“
Analdrüsen für den individuellen Duft
Und dieser Geruch kann sich an der Katzentoilette bemerkbar machen. Denn: Setzt die Katze Kot ab, werden die Drüsen durch den Druck des festen Darminhaltes ausgepresst und damit entleert. „Der Geruch ist bei jeder Katze einzigartig. Er hilft ihnen, sich gegenseitig zu erkennen“, so Schell.

Doch nicht immer funktioniert die Entleerung der Duftdrüsen. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Zum Beispiel Durchfall: Der Kot ist nicht fest genug, um die Drüsen zu entleeren. Auch eine Verstopfung kann Auslöser sein. Wenn Katzen dann zu selten Kot absetzen, können sich die Drüsen entzünden. Oder das Sekret fließt nicht ab: Dann verdickt es und verstopft schließlich die Analdrüse.
„Wenn die Analschläuche durch Entzündungen, Infektionen, Krebswachstum oder Fell- oder Kotpfropfen verstopft sind, füllt sich der daran befestigte Sack immer weiter“, erklärt Schell. „Schließlich kann es zu schmerzhaften Abszessen und Rupturen kommen. Dies kann dann zu einer Sekundärinfektion und noch stärkeren Schmerzen führen.“ Dazu können auch Krankheitskeime in die Drüsen kommen sich dort vermehren. Auch das kann zu schweren Entzündungen der Analdrüsen führen.
Typische Symptome bei einer Entzündung
Deshalb sollten Katzenbesitzer ihre Katzen genau beobachten. Bei einer Analdrüsenentzündung gibt es mehrere Symptome. Ganz klassische ist das sogenannte „Schlittenfahren“, das auch viele betroffene Hunde machen. Die Samtpfote rutscht dann mit ihrem Po über den Boden. Weiter Anzeichen können sein:
- Rötungen um den After
- Juckreiz
- Intensives Belecken des Afters
- die Katze reagiert empfindlich auf Berührungen in diesem Bereich
- Schmerzen beim Absetzen von Kot
- die Katze frisst nicht
- Schwellung rechts und links des Afters
- Fieber
- die Katze „stinkt“
Wird die Entzündung nicht behandelt, kann sich eine Fistel in der Umgebung des Afters bilden. Aus der Fistelöffnung rinnt braun gelbes, stinkendes Sekret.
Tierarzt massiert die Analdrüsen aus
Bei einer Anadrüsenentzündung sollten Katzenbesitzer schnell mit ihrer Samtpfote zum Tierarzt gehen. Dort werden die Analdrüsen vorsichtig ausmassiert. Da das für die Katze sehr schmerzhaft ist, wird eine kurze Narkose gegeben.
Die entleerte Drüse wird gespült und mit einem Antibiotikum und einem entzündungshemmenden Medikament behandelt. Wenn sich ein Abszess und eine Fistel gebildet haben, muss die Spülung sogar mehrmals wiederholt werden.
Katzenbesitzer können eine Analdrüsenentzündung durchaus vorbeugen. „Normale Analsäcke bei Katzen sollten etwa die Größe einer Linse oder eines Reiskorns haben und beim Abtasten geschmeidig und weich sein“, so Tierärztin Schell. Zur Vorbeugung sei es „wichtig, das Fell Ihrer Katze frei von Verfilzungen, Kot und Ablagerungen zu halten, insbesondere im Analbereich. Bei einigen langhaarigen Katzen kann es erforderlich sein, das Fell von ihrem Analbereich zu pflegen und professionell zu rasieren, damit sich die Analkanäle ordnungsgemäß entleeren.“

Übergewicht fördert Probleme mit den Drüsen
Dazu sollten Katzen gesund ernährt werden – und nicht zu dick sein. „Übergewichtige Katzen haben ein höheres Verhältnis von Fett zu Muskeln. Oft verhindert das überschüssige Fett, das die Analsäcke umgibt, dass sich die Analsäcke normal zusammenziehen, um eine Entleerung zu ermöglichen“, so Schell. Ihr Tipp: Katzen zweimal täglich einen Teelöffel einfachen Dosenkürbis (ohne Zucker!) füttern. „Er fügt ihrer Ernährung Antioxidantien hinzu und hilft auch, ihre Stuhlfestigkeit zu optimieren“, so die Tierärztin.



