Beim Hannoveraner handelt es sich um ein Warmblut, welche eine der ältesten und in Europa zahlenmäßig am stärksten verbreitete Warmblutrassen ist. Sie gilt auch als eine der Erfolgreichsten, besonders in der Dressur und dem Springen.
Ursprung und Geschichte:
Der Hannoveraner soll der Legende nach von den Kriegspferden des Mittelalters abstammen. Tatsächlich zurückverfolgen lässt sich die Zucht bis in das 15. Jahrhundert, damals wurden vorrangig spanische Pferde in der Zucht eingesetzt.
Im Jahr 1735 gründete König Georg der Zweite, das Landesgestüt Celle und führte das Zuchtbuch ein. Dieses Gestüt gilt als Grundlage der heutigen Zucht.
Kennzeichnend war und ist für die Hannoveranerzucht die vorrangige Haltung von Zuchtstuten bei bäuerlichen Züchtern, unterstützt durch das Landgestüt und dessen Deckstationen.
Ein Großteil der lokalen Stuten wurde mit Holsteinern, englischen Vollblütern und (Old) Cleveland Bays verfeinert. Später wurden noch einige Neapolitaner, Andalusier, preußische Pferde und Mecklenburger eingekreuzt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Hannoveraner Warmblut zu einem erstklassigen Kutschen- und Zugpferd geworden.
Im Jahre 1867 begannen Züchter in einer, speziell hierfür gegründeten Gesellschaft, das Ziel zu verfolgen ein Kutsch- und Militärpferd zu züchten, das erste Zuchtbuch hiefür wurde 1888 veröffentlicht. Der Hannoveraner wurde zu einer der beliebtesten Rassen Europas, für Kutsch- und Militärarbeiten.
Als die Nachfrage für Hannoveraner nach dem ersten Weltkrieg sank, veränderte sich das die Vorstellung eines Pferdetyps, es wurde ei Pferd gebraucht, welches für alle in der Landwirschaft anfallenden Arbeiten eingesetzt werden konnte. Die Pferde besaßen aber weiterhin das Blut und die Gangarten, welche Reit- und Kutschpferde auszeichneten.
Dieser, bis in die frühe Nachkriegszeit gezüchtete Typ, wird heutzutage häufig als schweres Warmblut bezeichnet. Als die Landwirtschaft zunehmend mehr auf mechanische Gerätschaften umgestellt wurde und somit die Nachfrage auch nach diesem Typ Pferd sank. Statdessen stieg, die Nachfrage nach Sport – und Reitpferden. Somit wurde auch die Hannoveranerzucht auf einen sportlichen Typ umgestellt. Dies geschah vor allem durch die Einkreuzung von Englischem Vollblut, sowie hin und wieder Anglo – Araber und Trakehner.
Die Hannoveranerzucht war damit Trendsetter für die übrige deutsche Warmblutzucht. Einer der wohl bekanntesten Hannoveraner, der heutigen Zeit ist der 1984 geborene Zuchthengst Weltmeyer von World Cup I a. d. Anka, Eigentum des Celler Landgestütes. Von Weltmeyers männlichen Nachkommen wurden 51 wieder für Hannover gekört, während seine Stuten in 151 Fällen die Staatsprämie erhielten.
Der Schlüssel zum Erfolg der Hannoveraner liegt in der strengen Auswahl der Zuchttiere, der großen Population der Rasse sowie der Bereitschaft der Züchter sich der wandelnden Nachfrage anzupassen.
Heute bietet der Hannoveraner Verband viele Anreize dafür, die besten Tiere zu züchten, zum Beispiel die berühmten Auktionen in Verden und die umfangreichen Möglichkeiten für die Einstufung von Hengsten, Stuten und Jungpferden. Darüber hinaus verfügen wenige Rassen über solche gepflegten Datensätze, so dass die Züchter Blutlinien über viele Generationen hinweg nachverfolgen können, und somit die beste „Hengst-Stute-Verbindung“ finden können.
Das aktuelle Ziel der Züchter ist es heutzutage, ein edles, vielseitiges Warmblut mit leichten, elastischen und raumgreifenden Gangarten zu schaffen. Die strenge Auswahl gewährleistet, dass Hannoveraner sportliche Pferde und gute Sprungpferde sind, die beim Springen, der Dressur und der Vielseitigkeit eingesetzt werden können.
Verbreitung: Der Hannoveraner ist in Europa stark verbreitet, ca. 450 Zuchthengste und rund 18.000 Zuchtstuten.
Beschreibung
| Allgemein | Modernes Sportpferd im Rechteckformat, elegant, stark und robust gebaut. |
| Körper | Sie haben einen starken Rücken, kraftvollen Körper und kräftige Gliedmaßen. |
| Kopf | Der Kopf soll trocken und edel sein. |
| Stockmaß | Das Stockmaß eines Hannoveraners beträgt zwischen 148 cm und 180 cm. |
| Fell & Mähne |
Der Schweif soll gerade sein und gut getragen werden. |
| Farbgebung | Brauner Rappe Fuchs Schimmel |
Charakter & Wesen
Hannoveraner sind für ihren guten Charakter, ihre Sportlichkeit, ihre Schönheit und ihre Anmut bekannt. Sie zeichnen sich weiterhin durch ihr exzellentes Gangwerk aus.
Pferde dieser Rasse gelten als lernwillig und aufmerksam. Sie insgesamt sehr ausgeglichen, aber auch temperamentvoll.
Eignung & Verwendung
- Springen
- Dressur
- Freizeitpferd
- Vielseitihkeit
Ursprünglich waren Hannoveraner Kutsch- und Landwirtschaftspferde, wurden jedoch durch gezielte Zucht zu den heutigen Sport- und Reitpferden. Sie sind sowohl als Freizeitpferde als auch als Sportpferde im Wettbewerb einsetzbar. Hannoveraner sind auch bei den Olympischen Spielen und anderen Wettbewerben zu englischem Reitstil zu sehen und haben bereits Goldmedaillen in allen drei olympischen Pferdesportarten gewonnen.
Lebenserwartung & Gesundheit
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei Warmblutpferden bei ca. 30 Jahren. Uns liegen leider kaum Informationen zu Erbkrankheiten vor, bekannt ist jedoch:
- Osteochondose (OCD, „Chips“)
Geklonte Pferde
Es gibt bei den Hannoveraner Pferden inzwischen ein paar geklonte „Nachfahren“ erfolgreicher Hannoveraner. Diese werden, umstrittenerweise, auch zur Zucht eingesetzt.




