Mit einem seltenen Anblick hat das Tierheim Köln-Dellbrück Tierfreunde auf Instagram überrascht. Dort teilten die Mitarbeiter Anfang des Jahres nämlich das Bild einer kleinen Baby-Taube.
Mit den grauen Tauben, die wir kennen, hat der Nachwuchs äußerlich aber noch keine Ähnlichkeiten. Durch das krumme Schnäbelchen und die gelben Fussel sehen die Taubenküken eher aus wie eine Kreuzung aus Entenküken und Geier. Also nicht wirklich der süße Nachwuchs, den wir von anderen Tierarten kennen.
Das Tierheim Dellbrück freut sich trotzdem über den gefiederten Fratz. „Da ist es, das erste entzückende Taubenkind 2021“, heißt es in der Bildbeschreibung. Jedes Jahr nimmt das Tierheim etliche verwaiste Taubenküken auf. Auch dank der Hilfe von Tierfreunden, „die bei hilflosen Tauben nicht wegsehen“.
Denn Tauben genießen nicht gerade den besten Ruf. Das zeigt schon der Spitzname „Ratten der Lüfte“. Doch dass sie sich so schnell vermehren, liegt letztlich an den Menschen.
Bei Stadttauben handele es sich dem Tierheim zufolge nämlich um verwilderte Haustauben, berichtet „Tag24“ – und die hätten einen angezüchteten „Brutzwang“, durch den sie pro Jahr sechs bis zehn Mal jeweils zwei Eier ausbrüten.
Warum sehen Baby-Tauben so ungewohnt aus?
Dass man Taubenküken so selten sieht, liegt unter anderem daran, dass sie zu den Vögeljungen gehören, die am längsten im sicheren Nest bleiben. Erst mit vier bis sechs Wochen werden sie flügge. Dadurch haben die Jungtauben größere Überlebenschancen als andere Vogelarten.
Zum Zeitpunkt der Nestflucht haben die Tauben schon ihr komplettes Federkleid und sind von ausgewachsenen Artgenossen kaum noch zu unterscheiden. Nur das etwas kürzere, glanzlose Gefieder und die schwarzen – statt orangenen – Augen entlarven sie als Jungvögel.
Falls Du also ein Taubenküken auf der Straße siehst, das aussieht wie auf dem Foto vom Tierheim Dellbrück, ist es vermutlich noch sehr jung und aus dem Nest gefallen. Es kann gut sein, dass die Baby-Taube dann Hilfe benötigt. Zunächst solltest Du Dich nach dem Nest und eventuell einem zweiten Küken umschauen. Tauben legen meist zwei Eier auf einmal, deshalb kann es sein, dass noch eine zweite Taube aus dem Nest gefallen ist.

Wenn das Nest noch intakt ist, kannst Du die Baby-Tauben wieder ins Nest setzen und dieses zurück in den Baum legen. Schwieriger wird das meist bei Stadttauben, die etwa in Fußgängerzonen aus dem Nest gefallen sind. Setze die Tauben aber nur dann zurück ins Nest, wenn sie keine Verletzungen haben.
Wann brauchen Taubenküken Hilfe?
Sollten sie verletzt oder die Eltern nach mehreren Stunden nicht zurück gekommen sein, brauchen die Küken Deine Hilfe. Dann solltest sie zu einem Tierarzt bringen, Dich an den nächstgelegenen Tierschutzverein oder an ein Tierheim wenden.
Auch Tauben leiden unter den Auswirkungen der Pandemie
Weil aufgrund der Corona-Maßnahmen Restaurants und andere Gastrobetriebe in Deutschland schließen müssen, finden die Tauben immer weniger Futter. Normalerweise ernähren sie sich nämlich hauptsächlich von weggeworfenen Lebensmittelresten.
Tierschützer fordern deshalb eine Aufhebung des Fütterungsverbotes, das viele Städten und Gemeinden erlassen haben. Sonst, so fürchten sie, würden die Vögel kläglich verhungern.



