Giftköder, das sind Rasierklingen, Nägel oder Gift, die zum Beispiel in Hackfleisch versteckt sind. Immer öfter liest man von diesen gefährlichen Fallen, die Hundehasser für Hunde auf Gassi-Runden und Hundewiesen auslegen. Du kannst aber glücklicherweise auf verschiedenen Wegen vorbeugen. Was Du außerdem im Ernstfall tun musst, erfährst Du in diesem Artikel.
Ob Dein Hund einen Giftköder aufgenommen hat, ist nicht immer leicht zu erkennen und hängt auch davon ab, womit der Köder präpariert wurde. Vergiftungen erkennst Du an plötzlicher Mattigkeit, Durchfall oder Erbrechen, übermäßigem Speicheln und neurologischen Symptomen. Das können Krämpfe, Muskelzuckungen oder Bewusstlosigkeit sein.
Hat Dein Hund Rasierklingen oder Reißzwecken aufgenommen, hat er möglicherweise blutende Schnittverletzungen im Maulbereich, hustet oder zeigt durch eine aufgekrümmte Körperhaltung bereits Bauchschmerzen an.
Bei Vergiftungen ist Zeit der wichtigste Faktor
In beiden Fällen gilt es, keine Zeit zu verlieren! Fahre auf dem schnellsten Weg zum nächsten Tierarzt. Wenn Du Köder gefunden hast, kannst Du diese mitbringen. So kann Dein Tierarzt vielleicht schon erkennen, wie er Deinem Hund am besten helfen kann. Trage aber unbedingt Handschuhe, wenn Du sie einsammelst.
Erbrechen lassen solltest Du Deinen Hund auf keinen Fall. Hat er ein ätzendes Gift oder scharfe Klingen gefressen, können seine Probleme dadurch noch verschlimmert werden. Außerdem ist es möglich, dass Dein Hund schon so geschwächt ist, dass er an seinem Erbrochenen erstickt. Dein Tierarzt kann ihm gefahrlos den Magen mit einem großen Schlauch entleeren und vermeidet dadurch Verletzungen oder Verätzungen der Speiseröhre.

Auch mit der Eingabe von Aktivkohletabletten solltest Du keine Zeit verschwenden. Sie können einem Hund zwar helfen, aber die Gefahr, dass er sich verschluckt und dabei die Kohle in der Lunge landet, ist zu groß. Um eine Wirksamkeit zu erreichen, bräuchtest Du außerdem eine so große Menge an Tabletten, dass sie Dein Hund niemals freiwillig fressen würde.
Auf der Weg zum Tierarzt hilft es, zu zweit zu sein: So kann eine Person ohne Ablenkung fahren, und die andere kontrolliert den Kreislauf des Hundes und wirkt beruhigend auf ihn ein.
Bei Krämpfen ist Abstand halten angesagt, denn im Zustand der Bewusstlosigkeit schnappen viele Hunde um sich. In diesem Fall ist ein gut gepolsterter Kofferraum der beste Platz für die Fahrt.
Rufe auf dem Weg in die Tierklinik oder -praxis dort an an, um anzukündigen, dass ein Notfall auf dem Weg ist. So können sich die Mitarbeiter vorbereiten und mit den lebensrettenden Maßnahmen direkt beginnen, wenn du eingetroffen bist.
Anti-Giftköder-Training kann Leben retten
Aber wie kannst Du vorbeugen, so dass es gar nicht erst zu dem Ernstfall kommt?
Es gibt mittlerweile in vielen Städten Facebook-Gruppen, denen Du beitreten kannst, um informiert zu bleiben. Ausschließlich darauf verlassen solltest Du Dich aber nicht: Halte bei Spaziergängen die Augen nach Aushängen offen und suche den Kontakt zu anderen Hundebesitzern. So bekommt man meist ein gutes Bild davon, was im Bereich der Hunderunde vor sich geht.
Viele Hundeschulen bieten auch ein Anti-Giftköder-Training an. Das ist sehr anspruchsvoll, da der Hund anzeigen soll, wenn er etwas essbares findet. Hat Dein Hund es aber einmal verstanden, kannst Du deutlich entspannter mit ihm Gassi gehen. Ein gut funktionierendes „Aus“ ist dennoch auch schon viel wert. Wenn Du es mit positiver Verstärkung trainierst, lernt Dein Hund, dass es sich lohnt, Dir Dinge zu bringen, die er sonst fressen würde.
Ist Dein Hund tierärztlich versorgt, darfst Du nicht vergessen, die Polizei zu informieren und Anzeige zu erstatten. Nur so können Täter gefasst und weitere Opfer vermieden werden.



